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Bo-105C

James Bond – 007: Im Angesicht des Todes

von Thomas Brückelt (1:72 Airfix)

Bo-105C

Schon einige Zeit lang lag der Airfix-Bausatz des Bo-105C in 1:72 in seiner Blister-Verpackung herum. Als neulich mal wieder der Bond-Streifen „Im Angesicht des Todes“ (1985) in der Glotze lief, in der der „russische“ Bo-105 (Original-Kennung: HB-XFN) in der Eröffnungsszene Jagd auf James Bond (Roger Moore) macht, kam ich auf die Idee, den Filmhubschrauber aus meinem Bausatz zu machen.

Bo-105C

Der alte Airfix-Bausatz überrascht mit sehr filigranen Oberflächenstrukturen, schönen Klarsichtteilen und einer hervorragenden Passgenauigkeit, schade dass der Bausatz bisher nicht nochmals aufgelegt wurde. Einige Kleinteile mussten aber dennoch im Eigenbau erstellt werden. Dazu gehören sämtliche Antennen, das Overhead-Panel, die Einstiegshilfen, Positionsleuchten, der Heckrotorschutz, Steuergestänge und die Fliehgewichte an den Blatthälsen. Letztere stellte ich her, indem ich die Enden gezogener Gießäste kurz in mittelflüssigen Sekundenkleber tauchte, und dann kurz mit Aktivator-Spray besprühte. Den Vorgang wiederholte ich so oft, bis ich den gewünschten Durchmesser erreicht hatte (3-4 mal). Die Pilotenfigur lag bei, hier ersetzte ich den rechten Arm, damit die Hand an den Steuerknüppel herankommt. Die grüne Tönung der Dachverglasung gelang mit Humbrols Metallic-Grün (50), welches sehr deckungsschwach ist.

Bo-105C

Den Schützen baute ich aus einer übrigen Figur. Eine im wahrsten Sinne des Wortes „kleine“ Herausforderung war dessen AK-47, das ich auf Basis einer anderen Waffe mehr oder weniger im Eigenbau zusammenfriemelte.

Die Schiebetür auf der linke Seite wurde mit einem Fräser herausgetrennt. Die Schnittkanten glättete ich mit einer Schlüsselfeile und einer Klinge. Die Tür selbst baute ich aus transparentem Verpackungsmaterial neu, indem ich sie über einen zurechtgeschliffenen Holzklotz tiefzog und mit der Verkleidung der Führungsschiene und Griffen versah.

Bo-105C

Ein Klotz aus Polystyrol zur Aufnahme des Display-Stabs fand hinter der Kabine seinen Platz. Dieser beinhaltet ein Stück Silikonschlauch, damit sich das aufgesteckte Modell nicht wegdreht.

Die für eine Bo-105 deutlich überdimensionierte Gatling-Kanone baute ich aus Gießästen und übrigen Teilen anderer Bausätze zusammen. Die Bohrungen der Ummantelung der Läufe druckte ich auf transparente Decalfolie. Ich setzte einen Patronengurt zwischen Rumpf und Geschütz ein, den man aufgrund des geringen Abstands leider kaum noch sieht. Hierfür verwendete ich einen Kabelbinder, den ich mit Messing und Schwarz entsprechend bemalte.

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Das Modell lackierte ich mit dem Pinsel. Die Decals druckte ich mir selbst auf weiße und transparente Folie.

Der Sockel des Displays entstand aus Hartschaum, welcher von einer Verpackung übrig war. Auf die Wände und Unterseite klebte ich 0,5 mm starkes ABS auf, um das empfindliche Material zu schützen. Die Oberseite überzog ich mit einer GFK-Matte.

Den Schnee stellte ich dar, indem ich mehrere Schichten Weiß aufpinselte. Bei den letzten beiden Schichten Weiß wartete ich ein paar Minuten, bis die Farbe anfing zu trocknen, und tupfte sie dann mit einem feinporigen Schwamm ab. Das erzeugte eine leicht raue Oberfläche. 

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Der Skiläufer stammt aus dem Zvezda-Set „Soviet Ski Troops“. Ich trennte der Figur das auf den Rücken geschnallte Gewehr ab und ersetzte es durch einen selbst hergestellten Rucksack. Die Kapuze modellierte ich mit 5-Minuten-Epoxydharz gemäß Bonds Bekleidung im Film hin. Auch die Schneespuren hinter den Skiern entstanden mit Hilfe von 5-Minuten-Epoxydharz.

Bo-105 und Display erhieten einen seidenmatten Klarlacküberzug.

 

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Beim Bau versaute ich mir den linken, unteren Teil der Frontverglasung mit Plastikkleber. Dieser machte das Klarsichtteil rau und milchig.  Ich konnte das Segment retten, indem ich erst mit 1000er-Schleifpapier die Stelle abschliff und danach mit feiner Stahlwolle nachschliff. Poliert habe ich zunächst mit Scheuermilch. Dafür steckte ich ein Wattestäbchen in einen Akkuschrauber, um den Vorgang zu beschleunigen. Das machte den eingesudelten Bereich wieder durchsichtig, aber leider war die Stelle stumpf. Im Baumarkt kaufte ich die Politur „Poliboy Glaskeramik-Pflege“, damit gelang die Wiederherstellung innerhalb kurzer Zeit.

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Abgesehen von dem Malheur mit der Frontverglasung hat der Bau viel Spaß gemacht. Es ist immer wieder schön, dass sich mit diesem Hobby jede Idee sichtbar machen lässt!

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Thomas Brückelt,
acroairwolf.beepworld.de

Publiziert am 14. Juli 2020

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