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Seenotkreuzer Hermann Marwede

Projekt 2019 mit Anna, Feli, Simon, Johannes, Carli und Bene

von Bastelhorties (1:72 Revell)

Seenotkreuzer Hermann Marwede

Als ich begonnen hatte, meine eigenen Marwede zu bauen, war schnell klar, dass dies auch der neue Projektbausatz für das Schuljahr 2018/19 werden würde. In der E-Bucht fand ich einen Bausatz zum adäquaten Preis.

Seenotkreuzer Hermann Marwede

Teilgenommen hatten wieder sechs Kinder, die in drei Gruppen aufgeteilt wurden. Die vier Jungen, zwei aus der 3. Klasse und zwei aus der 4. Klasse, hatten das Jahr zuvor das Segelflugzeug im Einsteigerkurs gebaut, die beiden Mädchen, ebenfalls aus der 4. Klasse, konnten bereits auf Fortgeschrittenen-Erfahrung zurückblicken.  

Seenotkreuzer Hermann Marwede

Zu Projektbeginn war meine eigene Marwede fast fertiggestellt, so dass ich sie den Kindern zeigen konnte. Sie waren von dem großen Modell beeindruckt und wollten auch einige Detailverbesserungen, die sie an meinem Modell sahen, mit übernehmen. Ankerkette, das Seil um die Windentrommel sowie der neue Belag für das Helideck sollten bei ihrem Modell mit verwirklicht werden. Ansonsten war ein ooB-Bau im aktuellen Erscheinungsbild vorgesehen.

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In Verbindung mit den Erfahrungen vom Bau meiner eigenen Marwede hielt ich es für machbar, das für die Dauer eines Schuljahres doch recht umfangreiche Projekt im angedachten Zeitraum durchzuführen. Sollte man denken, zwei Bausätze des gleichen Modelles müssten identisch sein, wurde ich hier leider eines Besseren belehrt.

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Bei einer ersten Durchsicht des Bausatzes fiel auf, dass manches – namentlich die neuen Teile für das Brückenschanzkleid – besser, nämlich hier ohne Sinkstellen, hergestellt war. Das war dann auch schon alles, die einzügigen Relingteile waren allesamt schlimm verbogen/verzogen, das Relingteil vor den Löschmonitoren unrettbar zerbrochen, Ersatz war leider nicht mehr verfügbar. Bald nach Baubeginn stellte sich dann noch heraus, dass das Rumpfteil stark verwunden war. Auch bei den Decksteilen und Teilen der Deckshäuser musste Verzug/Verwindung festgestellt werden.

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Alles in allem waren dies nicht gerade günstige Vorzeichen für einen reibungslosen Projektverlauf. Das Richten des Rumpfteiles sorgte für erhebliche Verzögerung, die fehlenden Passhilfen bereiteten den Kindern größere Schwierigkeiten als ich erwartete. Dennoch erledigten die beiden Mädchen unverdrossen die anfallenden Aufgaben und waren mit großer Freude dabei, während sich die Begeisterung bei den Jungen, die mehr mit den verzogenen Teilen zu tun hatten, in Grenzen hielt. Trotz alledem blieben die Kinder dabei, die Detailverbesserungen mit einbringen zu wollen.

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Bei meiner eigenen Marwede hatte ich ausschließlich Enamels von Revell und Humbrol verwendet, im Hort dagegen benutzten wir für die Lackierung der großen Flächen Revell AquaColors. Auch hier könnte man annehmen, die Farbtöne beider Serien seien nahezu identisch. Jedoch kommt das Seegrün 48, das wir für die Lackierung der Decks verwendeten, als AquaColor wesentlich dunkler und stumpfer rüber. Also auch hier trocknen lassen und am nächsten Projekttag mit der bewährten Enamel-Farbe überlackieren. Als angenehm dagegen empfinde ich, dass die AquaColors eine harte, widerstandsfähige Oberfläche bilden.

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Nachdem sich noch weitere unerwartete Verzögerungen ergaben, war klar, dass das Projekt bis zum Schuljahresende nicht abzuschließen war. Das Schiff war im Rohbau zwar fertiggestellt und lackiert, der Mast, viele Kleinteile, alle Relings und ein Großteil der Abziehbilder mussten aber noch angebracht werden. Die Hortzeit der vier Viertklässler war mit dem Schuljahr zu Ende, somit blieb die Vollendung des Modelles an den beiden noch im Hort verbliebenen Jungen hängen.

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Das Bewusstsein, nun alleine für die Fertigstellung verantwortlich zu sein und die Menge der noch anstehenden Arbeiten steigerte die Motivation der beiden keineswegs. So war es dann an mir, unterstützend einzugreifen, um mit weitgehend vorbereiteten Baugruppen, die im Wesentlichen nur noch montiert werden mussten, die Jungen bei der Stange zu halten. Dies ist zwar keineswegs die Intention des Projektes, war in diesem Fall aus meiner Sicht aber die einzige Möglichkeit eines zeitnahen Abschlusses.

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Trotz aller Widrigkeiten ist aber ein schönes Modell entstanden. Obwohl ich selbst den Bau(satz) – wiederum vor dem Hintergrund meines eigenen Modelles – als Enttäuschung empfand, kam von den beiden Jungen überraschenderweise ein positives Feedback. Dennoch muss das Ziel, den Kindern mit dem Projekt Freude am Modellbau zu vermitteln, diesmal sehr relativiert betrachtet werden.

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Bastelhorties

Publiziert am 26. November 2019

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