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Douglas DC-8 Serie 71

United - N8090U und N8073U

von Jürgen Baumgart (1:144 Minicraft Model Kits)

Douglas DC-8 Serie 71

Flugzeug:

Schon in den Mitt-Siebzigern des vergangenen Jahrtausends träumte ich von einem DC8-Super-Sixties-Bausatz mit dem extrem langen und schlanken Rumpf. Damals gab es diesbezüglich soviel ich weiß die Heller -61 oder -63.

Die jetzt vor Kurzem von mir gebauten DC8 sind die Minicraft -71 mit den modernen CFM-Triebwerken in den Farben der United. Viele der DC-8 erhielten diese Triebwerke im Zuge weiterer Modernisierungsmaßnahmen ca. Anfang der 80er-Jahre. Die Reichweite erhöhte sich wegen wesentlich verbessertem Wirkungsgrad deutlich mit diesen Triebwerken, außerdem verminderte sich die Geräuschemission. Bis zum Erscheinen der 747 war es wohl das größte Verkehrsflugzeug.

Heutzutage gibt es wohl nur noch wenige DC8 mit den alten JT3-Triebwerken. Aber auch für die modernisierte Version gilt: Gestern noch überall anzutreffen, heute schon ein seltener Oldie. Wie die Zeit vergeht!

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Auf youtube kann man ein Video von der vor kurzem erfolgten Ausmusterung des letzten UPS-DC8-Frachters finden. Der Captain erzählt dort, dass sie ein ehrliches Flugzeug gewesen sei, das aber geflogen werden wollte und eines der letzten, das einen Flugingenieur benötigte. Sie würde jetzt von einer 777 ersetzt, die ohne auskomme.

Eine sehr schöne Internetseite ist auch (auf Englisch) www.dc-8jet.com. Dort unter anderem Infos über den Erstflug des Prototypen 1958, das Durchbrechen der Schallmauer beim Testflug usw. Laut dieser Website befinden sich noch ca. 69 dieser Flugzeuge im Dienst, vorwiegend umgebaut als Frachter.

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Zu den Modellen:

Im Gegensatz zu einigen schon im Internet zu findenden Bauberichten zu diesem Minicraft-Bausatz hatte ich doch noch einiges an Verbesserungen durchzuführen, um diese Edel-Versionen der DC 8 zu erstellen - die United-Bemalung hat viel glänzendes Chrom und Silber. Ich wollte gleich zwei Maschinen bauen, um mögliche Synergie-Effekte zu testen (war aber nicht so übermäßig viel zu holen).

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Die Modelle unterscheiden sich lediglich durch die Registrierung, bei der 8073U habe ich noch bei den Einstiegstüren die Gummischoner an der Unterkante (wohl für die Gangways) von den Decals weggeschnitten (Internet-Recherche). Ja, mit Internet-Bildrecherche lassen sich halt doch Modelle realisieren die einfach der Wirklichkeit viel näher kommen.

Im Einzelnen waren dies beim Bau:

  • Die Rumpfhälften brauchen zur Verleimung zusätzliche Klebelaschen, sonst platzt die Klebenaht wieder auf, da sehr dünnwandig. Siehe Hinweis im Internet-Baubericht von der Delta-Airlines-DC8! Danke!

 

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  • Bleigewichte wurden mit Carlofon-PU-Kfz-Dichtmasse eingeklebt.

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  • Die Tragflächen waren extrem nach unten gebogen, so wie bei einer vollgetankten 747. Aber die DC8 hatte wohl einen ziemlich steifen Flügel, nirgendwo kann man ein Bild mit einer nennenswerte Durchbiegung finden: Mit viel vorsichtigem Fönen in Ordnung gebracht.
  • Die Triebwerke sind falsch graviert. Zumindest die Klappen oder Handlochdeckel gibt es nicht an den betreffenden Stellen: wurden zugespachtelt.

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  • Die Bemalungsangabe für die United-Version im Bauplan stimmt nicht: die Trennlinie Silber-Weiß am Rumpf liegt etwas höher als auf dem Bauplan angegeben (auf Höhe der Endkante der Flügelwurzel an der Rumpfanformung).
  • Abziehbilder: Auf der rechten Seite gibt es die große Tür gleich nach dem Cockpit bei den meisten United-DC8 nicht, da stimmt das Bauplan-Bild im Gegensatz zum Decal. Obwohl ich zur Ehrenrettung sagen muss, dass ich eine Maschine bei Airliners.net fand (mit unleserlicher Kennung), die diese Tür tatsächlich hatte. Zumindest die N8090U und die N8073U, die ich gebaut habe, hatten sie aber lt. dortigem Bildmaterial nicht.
  • Auch das letzte Passagier-Fenster („Zwillingsfenster") auf der rechten Seite ganz hinten gibt es nicht. Das stimmt auch im Bauplan nicht. Wahrscheinlich beim CAD falsch gespiegelt. Wurde richtiggestellt bzw. übermalt.

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Die Abziehbilder für die Innenseite der Triebwerkseinlässe legten sich nur widerwillig an die Innenwand des Einlasses und sind oben dann zu kurz. Hier hat sich wohl beim CAD jemand vermessen. Ein zusätzliches 120°-Segment zur Abdeckung dieser Lücke wäre nicht schlecht.

Falsch nummeriert sind im Bauplan auch die Nummern 17,18 und 24,25 (Seiten vertauscht).

Wenn man ganz genau hinschaut, sieht man auch, dass es bei den Triebwerkschaufeln zwei Links- und zwei Rechtsläufer gibt, wahrscheinlich kommt das auch von einer CAD-Spiegelung. Weiß nicht, ob das im Original auch so ist (wäre aber eh was für Erbsenzähler, das sieht nachher wirklich niemand mehr).

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Ja, für die Triebwerke habe ich relativ viel Zeit investiert, zumal ich die seitlichen Lufthutzen, die auf den Abziehbildern nur angedeutet sind, mit einer speziellen Lötspitze eingearbeitet habe.

Die Oberflächen der Triebwerke hätte man aber mit CAD bei Minicraft eigentlich schon besser hinbekommen können. (Die Bausätze haben im Übrigen wohl auch einen langen Flugweg(?) hinter sich: Hergestellt in China, vertrieben in U.S.A.).

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Sehr fummelig war auch das Anbringen des durchsichtigen Cockpitrahmen-Abziehbilds: ich wollte halt unbedingt durchsichtige Scheiben.

Bugfahrwerk: hier müssen die Stege der hinteren kleineren Fahrwerks-Klappen in die runden Aussparungen im Rumpf eingeklebt werden, da ist die Bauanleitungs-Darstellung sehr ungenügend bzw. falsch.

Außerdem müssen hier auch die Landescheinwerfer höher gesetzt werden, die Bauanleitung verweist an die falsche, zu tiefe Stelle. Auch beim Hauptfahrwerk müssen die langen Fahrwerks-Klappen etwas höher gesetzt werden.

Die Antennen oben hinter dem Cockpit sowie auf der Rumpfunterseite wurden noch zusätzlich angefertigt, leider nichts derartiges im Bausatz vorhanden.

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Abziehbilder liegen bei mit den Registrierungen für drei verschiedene United-Flieger. Ich habe mich wie schon erwähnt für die N8090U sowie die N8073U entschieden.

Alles in allem sind es aber doch sehr schöne Modelle eines sehr eleganten Jet-Verkehrsflugzeugtyps geworden. Hammer wäre mal 'ne 1:72er DC8. Aber da bräuchte man schon viel Platz dafür!

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Jürgen Baumgart

Publiziert am 25. November 2011

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