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Caterpillar D9

von Michael Franz (1:35 Meng Model)

Caterpillar D9

Zum Vorbild

Der Caterpillar D9 ist eine Planierraupe des Amerikanischen Herstellers Caterpillar und wird in East Peoria, in den USA gefertigt. Mit 354 kW (474 PS) handelt es sich um eine der schwersten und stärksten Modelle des Konzerns (Rekordhalter ist das Modell D11 mit 698 kW und einem Gesamtgewicht von 104 t). 

Die erste Version der Produktreihe D9 entstammt dem Jahre 1954, als der erste fast serienreife Prototyp präsentiert wurde. Nur ein Jahr später wurde mit dem Modell D9D die erste Serienversion ausgeliefert, die mit 27 t Gewicht die seinerzeit stärkste und schwerste Planierraupe der Welt darstellte. Im Laufe der Jahre wurden die Modelle verbessert und erhielten stärkere Motoren. Mit der 1980 vorgestellten Variante D9L wurde erstmals das Antriebsrad erhöht eingebaut, wodurch sich die Manövrierbarkeit deutlich verbesserte und der Bodenabstand erhöhte. Mit 340 kW war dies die kräftigste und auch schwerste Variante zu diesem Zeitpunkt.

Die aktuelle Version (Modell D9T) wird seit 2014 gebaut und findet als Planierraupe weltweit Verwendung. Die hohe Belastbarkeit, große Stärke, Zuverlässigkeit und die niedrigen Betriebskosten machen den D9 zu einer der beliebtesten Planierraupen der Welt, die neben der zivilen Nutzung auch im militärischen Sektor Verwendung findet (sowohl bei des US-Army als auch bei den Israelischen Streitkräften IDF).

Caterpillar D9

Die verwendeten Bausätze

Auf Basis des oft gesehenen Modells des D9R Armored Bulldozers im Maßstab 1/35 von Meng Models entsteht durch aufwendige Umbauten die zivile Version des D9R-Modells. Der Basisbausatz besteht aus 24 Spritzgussrahmen aus beigefarbenem, schwarzem und klarem Kunststoff, einer Platine mit Fotoätzteilen, Polycaps, Gummiteilen und der Bauanleitung.

Ein relativ großer Teil der Bausatzteile wird jedoch nicht zur Verwendung kommen, speziell im Bereich des Fahrerhauses, Aufbaus, Motorabdeckung und Hydraulikeinheiten. Hier überall müssen neue Teile erstellt werden.

Zur Verbesserung der Details kommen Metallketten von Easy Metal Links zur Verwendung, die eine realistischere Optik bieten als die Kunststoffteile. Die Hydraulikzylinder stammen von Orange Hobby und sind aus Aluminium und Resin gefertigt, weitere Teile der Hydraulikeinheiten stammen aus dem 3D-Druck, stellen diese korrekt dar und beinhalten zusätzlich die richtigen Anschlüsse für die Hydraulikleitungen. Voyager Models liefert die hervorragenden fotogeätzten Scheinwerfergläser, von Eduard stammen einige Ätzteile, die im Innenraum Verwendung finden werden.

Caterpillar D9

Der Bau

Weitreichende Um- und Neuanfertigungen sind notwendig, will man aus dem Bausatz eine zivile Ausführung bauen. Zu den kleineren Änderungen zählen die Hydraulikeinheiten, deren Panzerung entfällt. Die Motorabdeckung muss komplett umgebaut werden und erhält sowohl seitlich als auch im vorderen Bereich neue Lüftungsgitter bzw. einen neuen Kühlergrill.

Die weitreichendste und aufwändigste Änderung jedoch stellt das Fahrerhaus dar, welches komplett neu aufgebaut und die Bodenplatte mit sämtlichen seitlichen und hinteren An- und Aufbauten geändert werden muss. Entgegen der militärischen Ausführung bietet das Fahrerhaus des zivilen Fahrzeugs nur Platz für den Fahrer, der Sitzplatz für den Bordschützen entfällt. Entsprechend kleiner ist daher das Fahrerhaus und in seiner Form komplett abweichend. Das neue Fahrerhaus stammt aus dem 3D-Druck und wurde von  Firecat Designs gefertigt. Auch der Querträger über dem Fahrerhaus muss mitsamt allen Anbauteilen, Scheinwerfern etc. neu angefertigt und gestaltet werden. Sämtliche Decals, die für die Darstellung des Fahrzeugs im typischen Caterpillar-Gelb benötigt werden, sind neu zu erstellen.

Caterpillar D9

Ein Umbau des D9R "armored Bulldozer" von Meng Models zu einer zivilen Version setzt einige Umbauten voraus. Neben den bereits erwähnten neuen Bauteilen des Aufbaus müssen auch eine Vielzahl der Bausatzteile umgebaut oder ersetzt werden. Die im 3D-Druckverfahren erstellten neuen Bauteile für das Fahrerhaus, Dach und den rückseitigen Tank werden in mehreren Durchgängen verspachtelt, verschliffen und grundiert, bis diese eine vollständig glatte Oberfläche aufweisen.

Die Bodenplatte des Aufbaus wird dann an den neuen Aufbau angepasst, zugeschnitten, mit Kunststoffprofilen neu gestaltet und mit weiteren Details versehen. Abschließend werden auf der linken Seite neue Riffelblechplatten am Boden montiert. Das Fahrerhaus selbst wird mit Fotoätzteilen aus der Restekiste, Handgriffen aus Draht und Plastikteilen weiter detailliert.

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Auch der Innenraum wird umgebaut und an das neue Fahrerhaus angepasst. Während der Bausatz eine Kabine für zwei Personen vorsieht, wird der Sitzplatz des Bordschützen entfernt und mit Fotoätzteilen, Plastikprofilen und Draht der restliche Bereich des Fahrerplatzes sowie de Innenseite der Kabine detailliert. Der kleine Tank auf der rechten Seite neben dem Fahrerhaus stammt aus dem Umbau-Kit und wird nach dem Versäubern, Verspachteln und Verschleifen  dann an seinem Platz montiert.

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Für die Motorabdeckung werden die Bausatzteile weitgehend umgebaut. Die angegossenen, gepanzerten Lüftungsgitter werden zunächst grob entfernt, dann die gesamten Bereiche aufgespachtelt und auch verschliffen. Dieser Prozess wird wiederholt, bis die gesamte Motorabdeckung eine glatte Oberfläche aufweist. Der neue Kühlergrill im vorderen Bereich stammt ebenfalls aus dem 3D-Druck und wird abschließend aufgeklebt.

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Der Aufreißer am Heck, ebenso die beiden Kettenlaufwerke werden unverändert nach Plan gebaut, teils verspachtelt und verschliffen und verbleiben bis nach der Lackierung lose, Leitungen am Aufreißer werden erst später angebracht, wenn dieser dann am Fahrzeugheck montiert wird.

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Da der Bausatz auch für die Hydraulikzylinder des Planierschilds gepanzerte Versionen vorsieht, müssen diese entsprechend umgebaut werden. Zunächst kommen korrekt detaillierte Zylinder aus dem 3D-Druck zur Anwendung, die die Bausatzteile ersetzen. Der obere Bereich wird nach Vorbildfotos abgeändert und die Scheinwerferhalterungen umgebaut, dann montiert. Die Scheinwerfer erhalten zur Stromversorgung noch Leitungen, bevor dann das Planierschild zusammengebaut und (abnehmbar) am Fahrzeug montiert wird. Leichte Schäden werden mit einer Zange am Schutzgitter über dem Schild angebracht und beleben das Fahrzeug.

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Am Bügel über dem Fahrerhaus werden aus Bausatzteilen seitlich noch zwei weitere Scheinwerfer ergänzt, ebenso ein einzelner rückseitig. Auf dem Dach werden eine Antennenhalterung sowie die angedeutete Klimaanlage aus Bausatzteilen und Teilen aus der Restekiste ergänzt. Es folgen dann einige Griffe, Feuerlöscher und weitere Kleinteile, die noch so weit als möglich vor der Lackierung montiert werden. Das Fahrzeug ist dann, in Baugruppen, bereit zur Lackierung.

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Lackierung und Washing

Die Lackierung beginnt mit einer schwarzen Grundierung (Vallejo Black Primer), um eine einheitliche Basis auf den unterschiedlichen Materialien zu schaffen. Hierauf wird ein rostiger Farbton lasierend in Bereichen aufgesprüht, an denen später größere Lackschäden auftreten sollen. Im Bereich des Planierschild und des Aufreißer wird weiterhin Xtreme Metal Steel aufgesprüht, um blanken Stahl darzustellen.

Nach einem Auftrag Heavy Chipping Medium von AK Interactive wird die gelbe Grundfarbe aufgesprüht, die aus verschiedenen Farben von Lifecolor angemischt wurde (Gelb, Orange, Beige, Braun). Ein Wash mit Rust Streaks von AK wird vollflächig aufgetragen und weitgehend wieder abgewischt, dieser dient in erster Linie zum Abtönen der Grundfarbe. Nach einem Auftrag Klarlack wird das Modell für die Lackierung der schwarzen Bereiche maskiert, bevor diese dann aufgesprüht werden.

Nach einem erneuten Klarlackauftrag folgen die Decals, die speziell hierfür gefertigt wurden, und werden dann ebenfalls mit Klarlack dauerhaft fixiert. Es werden dann die Details mit dem Pinsel, sowie die Hydraulikstempel am Aufreißer mit Liquid Chrome bemalt. Die Decals stammen von Firecat Design und werden nach dem Aufbringen mit Klarlack versiegelt. Der Fahrerplatz wird bemalt und mit Fotoätzteilen detailliert, bevor dann auch hier ein braunes Washing weitere Akzente setzt.

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Die Metallketten stammen von Easy Metal Tracks und sind mit den mitgelieferten Bolzen zu verbinden, sie ergeben dann eine hervorragende Kette für den Bulldozer. Zunächst erfolgt eine Lackierung in Caterpillar-Gelb, gefolgt von mehreren Washings in Rost- und Brauntönen, bevor dann die Kette aufgezogen wird.

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Fertigstellung, Verschmutzung, Vignette

Nach dem letzten Washing werden die aus klarer Folie zugeschnittenen Scheiben eingeklebt und dann das Fahrzeug vollständig zusammengesetzt. Auch die fotogeätzten Scheinwerfer von SKP werden nun mit Sekundenkleber montiert, sowie eine Rundumleuchte auf dem Dach ergänzt. Die fotogeätzten Scheibenwischer von Aber werden schwarz bemalt und montiert. Sind die Hydraulikleitungen am Aufreißer montiert, ist das Fahrzeug nach langer Bauzeit fertig gestellt und kann nun verschmutzt werden.

Caterpillar D9

Zunächst jedoch entsteht auf einem weißen Holzmalgrund eine kleine Vignette, deren Geländestruktur mit Holzspachtel aufgetragen, Felsen aus Gipsstücken eingesetzt und alles mit Sand bestreut wird. Mit Wasser verdünnter Holzleim versiegelt alles. Die Base wird dann in verschiedenen Beige-, Braun- und Grautönen lackiert, die Felsen dann noch farblich aufgehellt. Washings in diversen Sand- und Erdfarben sorgen für Tiefe und weitere Farbvariationen. Zuletzt werden einzelne Grasbüschel und etwas Moos ergänzt.

Caterpillar D9

Zuletzt erhält der Bulldozer nun noch die passende Verschmutzung, wird hierzu zunächst erneut im gesamten unteren Bereich mit Heavy Chipping Medium eingepinselt, dann mit den selben Beige- und Brauntönen lasierend lackiert, bevor dieser Auftrag dann weitgehend wieder mit warmem Wasser abgelöst wird.

Einzelne Stein- und Sandberge werden auf den Ketten mit Holzleim fixiert und farblich an die Base angepasst. Mit Pigmenten wird der staubige Look dann vervollständigt, bevor zuletzt ausgelaufener Kraftstoff und Fett sowie blankes Metall dargestellt werden.

Caterpillar D9

Michael Franz,
www.world-in-scale.de

Publiziert am 27. September 2018

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