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Dong Feng 21

Hanyan 473 Transporter Erector Launcher Vehicle

von Frank Richter (1:35 Trumpeter)

Dong Feng 21

Zum Original

Seit etwa Mitte der achtziger Jahre des letzten Jahruhunderts steht die DF-21 im Dienst der chinesischen Volksarmee. Sie ist eine Weiterentwicklung der U-Boot gestützten JL-1. Mit einer Reichweite von von ca. 1800 km gehört sie zu den sog. Intermediate Range Ballistic Missiles und ist in etwa vergleichbar mit der amerikanischen Pershing II. Angetrieben von einem Feststofftriebwerk (2 Stufen) kann sie sowohl mit konventionellen und atomaren Sprengköpfen (500kt) ausgerüstet werden. Ihre Mobilität erreicht sie durch das spezeill entwickelte TEL (Transporter-Erector-Launcher) - Vehicle, bestehend aus einem Transportanhänger mit dem klimatisierten Raketensilo (aus einer Aluminiumlegierung, 90° schwenkbar, 180°drehbar) und der Hanyan 473 6x6 Zugmaschine (entwickelt mit Hilfe deutscher Technologie). Etwa 50 - 100 Systeme stehen an 4 Standorten entlang der Grenzen im Einsatz, darunter in Richtung Taiwan, Indien und Russland.

Technische Daten:

- 2 Stufen, Feststoffantrieb - Länge 10.7m - Durchmesser 1.4m - Startgewicht 14,700kg - Reichweite 1,800km - Re-entry Vehicle Weight: 600kg - Sprengkopf 500 yield kT atomar oder konventionell - CEP 300~400m

Dong Feng 21

Das Modell:

Mein neuestes Projekt ist das DF-21 Raketensystem von Trumpeter. Der Bausatz besteht aus nicht weniger als 808 Bauteilen unterschiedlicher Materialien. Eine ausführliche Vorstellung des Bausatzes erspare ich mir, wer genau wissen will was sich im Karton befindet kann dies auf der Trumpeter Homepage erfahren. Nach dem Öffnen des Kartons ist man erst einmal erschlagen von den zahlreichen Giessästen (insgesamt 14). Das Modell basiert auf dem 50t Panzertransporter. Die beiden Bausätze unterscheiden sich lediglich durch den "hinteren" Teil, die Zugmaschine ist exakt die gleiche. Öffnet man die schöne stabile Box ist man erst einaml erschlagen von der Anzahl der Teile. Gespritzt in olivgrünem, recht weichem Kunststoff warten nicht weniger als 800 Teile darauf zusammengebaut zu werden.

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Da ich bei meinem letzten Bausatz (SA-2 Guideline mit Transporter) einige Fehler gemacht habe was die Reihenfolge der anstehenden Arbeiten anbelangt werde ich dieses Mal anders vorgehen. Ich versuche die einzelnen Baugruppen komplett fertigzustellen, d.h. inklusive Bemalung, Washing und Gebrauchsspuren. Die letzten beiden Schritte habe ich bei der SA-2 am Ende erst ausgeführt, was überhaupt nicht geklappt hat, man kommt einfach an vielen Stellen später nicht mehr heran, erst recht nicht dort wo eigentlich die typischen Gebrauchsspuren hin sollen. 

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Motor, Rahmen, Achsen, Anbauteile

Als erstes habe ich mit dem Motor begonnen, gleich zu Beginn müssen aus dem beiliegenden Kupferdraht 12 Leitungen gebogen werden, diese kommen dann an die beiden Zylinderköpfe. Der Rest ist schnell zusammengesetzt, alle Teile die nicht Orangefarben sind habe ich erstmal weggelassen. Nach dem Lackieren in glänzend Orange habe ich die restlichen Teile hinzugefügt und ein wenig Verschmutzung aufgetragen, man sollte es hier nicht übertreiben. Der Hochglanz wird später noch durch Seidenmattlack etwas reduziert.

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Als nächstes folgen die beiden Kraftstofftanks sowie ein Utensilienbehälter, diese Teile werden wie alle übrigen Anbauteile des Rahmens schwarz bemalt. Der Rahmen selber ist allerdings Olivgrün.

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Weiter gehts mit den Achsen, im Falle der Vorderachse habe ich darauf verzichtet die Räder lenkbar zu gestalten (ist lt. Bauplan auch nicht vorgesehen). Sämtliche Achsenteile werden in Kokosbraun angemalt. Die von Trumpeter angegebene Farbe scheint mir etwas zu Dunkel zu sein, auf der Homepage sieht die deutlich heller aus. Mal sehen wie's aussieht wenn's komplett fertig ist, es fehlen noch die üblichen "Weathering"- Geschichten.

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Ein Riesenploblem sind die Druckluftschläuche, die zur Montage vorgesehenen Pins sind viel zu kurz. Die Leitungen müssen stark gebogen werden um die Achsen an den Rahmen zu montieren. Ich habe daher die Pins an den Bremskraftverstärkern entfernt, durch Löcher ersetzt und die Leitungen mit weichem Kupferdraht "gefüllt". Somit kann die grobe Form vorgebogen werden und die Drahtenden in die Löcher geklebt werden. Alles in allem eine elende Futzelei, die Klebeflächen sind mal wieder viel zu klein ausgefallen - am Ende half nur noch 2-Komponentenkleber. Nachher sieht man von den Schläuchen allerdings nicht mehr viel.

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Die Rahmenteile sind übersät mit Auswerferspuren, hier muss erst einmal ein wenig Vorarbeit geleistet werden. Die Questreben können derweil einseitig eingeklebt werden. Die Passungen sind relativ eng, so dass der spätere Zusammenbau des Rahmens zügig und ohne weitere Spannhilfen von statten geht. Zwischenzeitlich kann man sich den Kotflügeln und den Halterungen für die Pressluftbehälter widmen. Hier kommen zum ersten Mal auch Fotoätzteile zum Einsatz. Die Passung ist gut und die Sache ist dann auch schnell erledigt.

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Etwas Kopfzerbrechen bereiten mir die Reifen. Das Felgenloch ist nämlich etwas zu gross geraten, daher schlabbern die Reifen auf der Felge herum. Das Gummimaterial ist zudem recht weich, ich habe bedenken dass die Reifen dort bleiben wo sie hingehören, am fertigen Modell die Reifen nach jedem "Bewegen" neu auszurichten kann man fast vergessen. Die Vorderräder gehen grad noch so, aber hinten wird's ganz übel. Die vordere Felge hat nämlich nur auf einer Seite einen Wulst, somit kann der Reifen jederzeit in Richtung hintere Felge rutschen. Da hilft wohl nur eine kleine Modifizierung der Felge. Ich habe mir folgende Lösung ausgedacht: Auf die Felge wird ein Ring aus Plastiksheet aufgeklebt, die Breite des Ringes entspricht dabei der Innenweite des Reifens. Da die Reifen relativ flexibel sind kann man diese später fast wie einen richtigen Reifen aufziehen. Wenn die Maße halbwegs richtig eingehalten wurden dürfte der Reifen anschliessend nicht mehr von der Felge rutschen, da er ja auf beiden Seiten von dem Innenring gehalten wird. Der Aussendurchmesser der Felge beträgt 15 mm, die Ringe habe ich mit einem speziellen Locheisensatz für Dichtingsringe ausgestanzt , ich habe als Lochdurchmesser 14 mm innen und 24 mm aussen gewählt. Der letzte fehlende Milimeter habe ich mit einem Rundschleifer aufgeweitet um eine absolut feste Passung des Ringes auf der Felge zu gewährleisten. Da sich das Sheetmaterial nur schlecht stanzen lässt, habe ich 2 dünne Einzelringe übereinander geklebt, damit konnte ich auch gleich die erforderliche Dicke "einstellen". Das ganze sieht nun so aus:

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Die Blattfedern sollte man erst fixieren nachdem die zweite Hinterachse montiert ist, ansonsten läuft man Gefahr dass nicht alle Räder den Boden berühren. Die Klebeflächen für die Anbauteile sind relativ klein, das erschwert das Handling. Die wichtigsten Teile des Chassis sind nun fertig, man kann beginnen alles zusammenzusetzen, der Zwischenstand sieht dann wiefolgt aus:

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Die Fahrerkabine:

Die Fahrerkabine kann als eigenständige Baustufe gebaut werden. Die Inneneinrichtung ist komplett, für das Instrumentenbrett sind Decals vorgesehen, allerdings sind diese nur bedingt zu gebrauchen. Abgesehen davon dass sie sich schlecht um die vorhandenen Gravuren legen zerbröseln sie nach kurzer Zeit. Ich habe daher das Instrumentenbrett mit Farbe detailliert, viel sieht man davon später ohnenhin nicht. Die Türen lassen sich nicht öffnen, dafür gibt es auch keinerlei Klebenähte die man spachteln muss. Für die Lüftungsgitter im Kabinendach und im Kühlergrill liegen wieder Fotoätzteile bei.

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Das Raketensilo:

Da man zwischendurch genügend Zeit hat an andere Stelle weiterzumachen habe ich mit dem Bau des Raketenbehälters begonnen. Auf den ersten Blick scheint dies eine recht simple Angelegenheit zu werden, doch man ist schnell eines besseren belehrt. Nachdem die beiden großen Halbschalen verklebt, gespachtelt (leider erforderlich) und verschliffen sind geht's an Eingemachte - oder bessergesagt ans "Aufgebrachte". Der ganze Behälter besteht aus ca. 180 Einzelteilen, teilweise recht winzig und mit viel Nacharbeit verbunden.

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Der Trailer:

Als letzte grosse Baustufe ist der Trailer dran. Der Aufbau ist recht einfach, etwas lästig ist wieder einmal das entfernen der Auswerferspuren und das Beseitigen unschöner Übergänge. Der Trailer besteht aus 3 Teilen, beim zusammenkleben sollte sorgfältig gearbeitet werden, da man leicht am Ende einen verdrehten Aufbau hat (so wie ich;)). Die Reifen passen hier deutlich besser wie an der Zugmaschine. Der endgültige Zusammenbau des Trailers verlief ohne grössere Probleme. Nachdem alles zusammengesetzt war fiel mir jedoch auf, dass ich den vorderen und hinteren Teil leicht verdreht habe, so das die Auflagefläche der Reifen und die Vorderkante des Trailers nicht 100% parallel verlaufen. Ich habe das nicht mehr korrigiert, denn das hätte ein Auseinanderreissen der ohnehin filigranen Klebeflächen bedeutet, was ich auf jeden Fall vermeiden wollte. Jetzt stehen zwar 4 der 6 Reifen etwas in der Luft, aber ich bezweifle dass es nachher besser ausgesehen hätte mit der ganzen Zusammenflickerei.  

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Die Endmontage verlief weitestgehend Problemlos, die Räder halten so gut auf ihren Zapfen das man sie nur aufzustecken braucht - vielleicht tausche ich die Gummireifen irgendwann mal gegen Abgüsse aus Resin aus, denn trotz meiner "Einbauten" gefällt mir der Sitz immer noch nicht 100%ig. Die Leuchten wurden auf der Rückseite weiss, auf der Vorderseite mit transparenten Farben von Tamiya bemalt. Decals braucht man keine mehr aufzubringen da bei normalen Einsatzfahrzeugen keine Hoheitszeichen oder Nummer aufgebracht sind (zumindest auf den Bildern die ich gesehen habe). Den Abschluss der Arbeiten bildeten mehr oder weniger überzeugend aussehende Alterungs- und Verschmutzungsspuren, hauptsächlich durch Trockenpinseln, stellenweises Aufhellen des Grüntones und einer hauchdünnen Schicht Sandfarbe als Staub. Die Reifen gefallen mir weniger gut, mit dem Gummimaterial + Farbe habe ich noch etwas Schwierigkeiten. Ich lasse es jetzt mal so wie es ist, ganz so schlecht finde ich's eigentlich nicht. Hier und da finden sich noch Stellen an denen ich sauberer hätte Arbeiten können, beim nächsten mal dann :).

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Jetzt fehlt nur noch eine kleine Vitrine, denn entstauben kann man vergessen, selbst beim bloßen Hantieren fällt immer irgendein Bauteil wieder ab, so geschehen bei der Fotosession. Desahlb habe ich keine extra Bilder mehr vom Trailer gemacht. Mit kleineren Unterbrechungen hat der Bau ca. 6 Monate gedauert, einen nicht unwesentlichen Anteil daran haben die immer wieder abbrechenden Teile, die man mühselig wieder ankleben muss. Das fertige Modell hat beachtliche Ausmaße, 46 cm lang, über 10 cm hoch und fast 9 cm breit, vom Gewicht ganz zu schweigen. Fazit: Die hohe Detaillierung hat ihren Preis, man muss sich beinahe fragen ob "weniger ist mehr" für die Konstrukteure bei Trumpeter Fremdworte sind. Vieles hätte man einfacher umsetzen können bei nur minimalem Detailverlust, das gilt insbesondere bei der Zugmaschine.

Frank Richter,
Frank's Webtrash

Publiziert am 16. Juni 2005

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