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M59

155 mm schwere Feldkanone M59

von Hauke Ahrendt (1:35 AFV Club)

M59

Geschichte

Die 155mm-Feldkanone (sFK)   M 59, im WW2 noch gemeinsam mit der 203 mm Haubitze  als M1 bezeichnet, ist auch unter dem Namen „Long Tom“ bekannt und stammt in ihrer Entwicklung aus der Zeit vor dem WW2. Die zunächst abgebrochene Entwicklung und Produktion wurde ab 1939 wieder aufgenommen.

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Einsatz bei der Bundeswehr

Die sFK M59 gehörte zur Erstausstattung der schweren Feldartilleriebataillone auf Divisions- bzw. Korpsebene und wurden in der Regel in der 2. und 3. Batterie eingesetzt. Die 203mm-schwere Feldhaubitze (sFH) M 115, welche die gleiche Spreizlafette wie die M59 hatten, wurden üblicherweise in der 1. Batterie verwendet. Daneben wurden wohl  auch die 155 mm-mittleren Feldhaubitzen (mFH) M114 (bei der BW jedoch verwirrender Weise als M1A2 bezeichnet) benutzt, diese verfügten jedoch über eine andere Lafette. In welcher Batterie diese M114 eingesetzt wurden weiß ich allerdings nicht.

Ab Mitte der 60er Jahre wurde die155 mm-Haubitzen M59 durch 175mm-Kanonen auf Selbstfahrlafetten (M 107) abgelöst, und gleichzeitig auch die 203 mm-Haubitzen M115 durch die 203 mm-Selbstfahrlafette M110.

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Technik

Das Geschütz M59 hatte eine Wirkungsweite von 15 km. Eine Feuergeschwindigkeit von 1 Schuss / Min. konnte bei eingespielter Mannschaft erreicht werden. Die Geschützbedienung bestand aus 14 Mann. Als Zugmittel des 9,6 t schweren Geschützes wurde bis ca. 1960 die M4 Vollkettenzugmaschine 18t genutzt, später dann der Faun 912/21, der als Zugmaschine, aber auch als Munitionsfahrzeug diente. Bei diesen Faun-Fahrzeugen wurde der Lenkwagen der Lafette nicht mehr verwendet, sondern die Spreizarme direkt an eine Vorrichtung der Zugmaschine eingehängt.

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Das Modell

Das Modell der Long Tom ist von AFV und wurde direkt aus der Box gebaut, Fragen ergeben sich durch die eindeutige Bauanleitung im Grunde nicht. Mit kleinen Maßnahmen kann man die Entscheidung von Feuer- und Marschstellung umgehen und sich flexibel halten, lediglich die Schutzklappe außen für den Spalt zwischen Spreizarm und Hauptlafette habe ich in Feuerstellung festgeklebt.

Ergänzt wurden einige Kabel und Schläuche an der Spreizlafette und an dem Lenk-Wagen, außerdem die Bremsleitungen an den Lafettenachsen. Und vor den Rädern des Lenkwagens noch jeweils ein Tritt oder Halterung, deren Funktion mir aber unbekannt ist (hat vielleicht was mit der StVo zu tun?). Nichts tragisches also. Am abnehmbaren Lenkwagen der Lafette musste noch ein Stahlseil mit Kausche ergänzt werden, um die Absetzmimik vorbildgerecht nachzubilden.

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Das Protzverfahren

Ich hab lange gebraucht zu verstehen, wie das bei der zwar drehbaren, aber nicht um die Achse rotierbaren Aufnahmevorrichtung für die Spreizarme der Lafette überhaupt funktioniert hat: Scheinbar wurde die Schellenverbindung der Deichsel an der Achse gelöst, und so rotierte die ganze Achse mit der Aufnahmevorrichtung beim Absetzen in Richtung der Kanone. Die Aufnahmevorrichtung wurde zuvor gelöst und konnte beim Absetzen aufklappen und so die Spreizarme freigeben. Die Drehungsgeschwindigkeit der Achse wurde dabei kontrolliert durch den an das Stahlseil der Aufnahmevorrichtung eingehängten Haken der M4-Zugmaschinen-Seilwinde. Das Aufnehmen der Lafette erfolge dann umgekehrt. Na, alles verstanden???   ;-))  

Sehr kompliziertes Verfahren denke ich, aber war in der Praxis vielleicht doch einfacher, als ich mir das so vorstellen kann.

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Für die BW-Version ist dann noch die Beleuchtung ergänzt worden, außerdem einige Kleinigkeiten. Eigentlich hätte man noch ein anderes Reifenprofil benötigt, aber ich konnte nichts geeignetes finden. Master Production aus Frankreich soll etwas geeignetes im Programm haben, doch diese Resinräder habe ich noch nicht bekommen. Also spätere Nachrüstung bei Gelegenheit

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Lackierung:      Airbrush mit Revell 42 Gelboliv, unter Beimengung von etwas 57 Grau und wenig 88 Ocker

Weitere Bilder

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Hauke Ahrendt

Publiziert am 16. November 2009

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