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SMS Derfflinger

von Norbert Thiel (1:700 WSW Modellbau)

SMS Derfflinger

Geschichtliches:

Die drei Schwesternschiffe SMS Derfflinger, SMS Lützow und die etwas größere SMS Hindenburg waren die letzten noch zum Einsatz gekommenen Schlachtkreuzer der kaiserlichen Marine und die Antwort auf die englischen Schlachtkreuzer der Lion-Klasse mit den drei Schiffen HMS Lion, HMS Queen Mary und HMS Princess Royal ("splendid cats") sowie der Halbschwester HMS Tiger.

SMS Derfflinger

Die drei deutschen Schiffe waren im Gegensatz zu den britischen Schiffen neben ihrer vergleichbar starken Bewaffnung sehr gut gepanzert und verfügten über perfekte innere Aufteilung ihrer Rümpfe. Auch von den Engländern wurden sie zurecht für die besten Schiffe ihrer Klasse während des ersten Weltkriegs gehalten.

SMS Derfflinger

Der Stapellauf der SMS Derfflinger erfolgte am 12.7.1913. Am 1.9.1913 erfolgte die Indienststellung und Anfang November wurde das Schiff in die 1.Aufklärungsgruppe der Hochseeflotte eingegliedert. Während des ersten Weltkriegs nahm die SMS Derfflinger mehrfach and der Beschießung der englischen Küste sowie am Gefecht an der Doggerbank teil (bei dem der deutsche Schlachtkreuzer SMS Blücher verlorenging). Dabei (Doggerbank) wurde SMS Derfflinger von einem 34,3cm Geschoss leicht beschädigt.

SMS Derfflinger

Am 31.Mai 1916 kam es zum großen Duell mit der High Seas Fleet bei der Schlacht am Skagerrak. Dabei versenkte SMS Derfflinger die beiden englischen Schlachtkreuzer HMS Invincible und HMS Queen Mary. SMS Derfflinger erhielt selbst 17 schwere Treffer. Dabei fielen 75 Seeleute, das Schiff selbst konnte dennoch mit 3500 Tonnen Wasser im Rumpf Wilhelmshaven erreichen.

SMS Derfflinger

Nach Reparatur und Umbau nahm das Schiff weiter aktiv an Unternehmungen des ersten Weltkriegs teil. Auf Grund der Waffenstillstandsbedingungen wurde SMS Derfflinger zusammen mit weiteren kampfkräftigen Einheiten desarmiert und in Scapa Flow interniert. Am 21.Juni 1919 wurde sie von der eigenen Besatzung zusammen mit vielen weiteren Einheiten in Scapa Flow versenkt.

SMS Derfflinger

Das Modell:

Der Bausatz der Fa. WSW ist schon längere Zeit im Maßstab 1:700 erhältlich und gibt im Gegensatz zu anderen angebotenen Modellen das Original sehr treffend wieder. Auch ohne größere Änderungen entsteht ein sehr schönes Modell. Ich wollte mein Modell im Zustand der Skagerrak-Schlacht wiedergeben (weil ich schon immer einen roten Schornstein bauen wollte) und das Modell ist zu diesem Zeitpunkt wiedergegeben. Selbstverständlich ist dieser rote Schornstein (Erkennungszeichen auf See) noch heute umstritten aber ich fand dies besonders interessant und er fällt im Einheitsgrau besonders aus dem Rahmen.

SMS Derfflinger

Nach Bauanleitung der Fa.WSW wurden die Torpedonetzspieren durch beiliegenden dünnen Draht hergestellt, die Treppen und die Reeling wurde mit Teilen von Tom´s Modelwork ergänzt. Auch die Rahen wurden mit Draht ergänzt, die Masten selbst liegen als Metallteile bei. Optisch sehr störend sind die viel zu großen Bootsausleger, mangels brauchbaren Ersatzes habe ich dennoch die beiliegenden Teile verwendet, ich habe jedoch die Filigranität durch Öffnen der geschlossen dargestellten Ausleger verbessert. Die Bootskräne wurden durch Ätzteile von NNT ergänzt, die Verspannung der Takelage wurde wie bei mir üblich mit in der Flamme gezogenen Bausatzresten ("stretched sprue")vorgenommen. Die Schornsteine wurden aufgebohrt und mit selbstgebauten Drahtgittern versehen. Für die Primär- und Sekundärbewaffnung verwendete ich die passenden Rohre der Fa. NNT. Rumpf und Aufbauten wurden mit selbstgemischten Tamiya-Farben gespritzt, die Detailbemalung erfolgte mit Farben der Firmen Humbrol und Agama.

SMS Derfflinger

Fazit:

Der Bausatz verdient die Note gut, mit passenden Ätzteilen und etwas besseren 8,8cm-Geschützen wäre er weltklasse. Vermisst werden viele Deckstützen und weitere filigrane Details, ärgerlich ist die zu große Wiedergabe vieler Details. Das Gesamtergebnis macht jedoch in jedem Falle viel Freude, jeder ist in der Lage den gewünschten Detaillierungsgrad selbst zu bestimmen.

Norbert Thiel

Publiziert am 17. Juni 2005

Die Bilder stammen von Martin Kohring.

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