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Köln

"Köln kommt!"

von Mathias Carl (1:2400 GHQ)

Köln

Das Original:

Nach Beendigung des Ersten Weltkriegs wurde der jungen Reichsmarine der Weimarer Republik ein Bestand von gesamt sechs kleinen Kreuzern (+2 Reserve) gestattet, der sich aus Schiffen zusammensetzte, die schon zu Beginn des ersten Weltkrieges als veraltet galten, so dass bald dessen Ersatz notwendig wurde.

Gemäß den Bestimmungen des Versailler Vertrages durften Ersatzbauten nicht mehr als 6000t verdrängen und kein größeres Kaliber als 15 cm aufweisen.

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Folgte der erste Neubaukreuzer Emden noch den Entwürfen der letzten Kriegskreuzer, entstand 1924 der Entwurf einer neuen Kreuzerklasse, bei dem man erstmals die elektrische Schweißung zur Anwendung brachte, ebenso wie im großen Maßstab Leichtmetalle verwendet wurden. Die daraus resultierenden Gewichtseinsparungen kamen der Artilleriekomponente zu Gute, die sich schlussendlich aus drei neu konstruierten 15cm Drillingstürmen zusammensetzte, von denen die beiden achteren aus der Mittschiffslinie heraus versetzt aufgestellt wurden, um so gegebenenfalls das Vorausfeuer verstärken zu können. Eine Praxis, die sich allerdings nicht bewährte, so dass man bei den Folgeentwürfen die Türme wieder entlang der Mittschiffslinie positionierte.

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Erstmals kam auch eine kombinierte Anlage aus Dampfturbinen und Marsch-Diesel-Motoren zum Einsatz. Aufgrund der gegebenen Beschränkungen versuchte man möglichst viel Gewicht einzusparen und somit waren Schotten, Decks und Spanten äußerst knapp bemessen, was sich in immer wieder auftretenden Rissen der Schiffskörper bei starken Beanspruchungen zeigte, was bei den Schiffe der Klasse zu starken Beschränkungen führte. So musste immer eine Reserve von 150t Öl gebunkert bleiben, vordere und achtere Bunker waren zuerst leer zu fahren und als Einsatzgebiete blieben sie auf Nord- und Ostsee beschränkt.

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Als drittes und letztes Schiff der Königsberg-Klasse, auch K-Klasse genannt, da alle Einheitsnamen mit einem „K" begannen, wurde im August 1926 der Kreuzer „D" - Ersatz Arcona - in Wilhelmshaven auf Kiel gelegt.

Der Stapellauf erfolgte im Mai 1928, wobei das Schiff auf den Namen Köln getauft wurde. Die Indienststellung wurde im Januar 1930 vorgenommen.

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In den folgenden Jahren unternahm die Köln zahlreiche Auslandsreisen, die der Ausbildung des Marinenachwuchses dienten. Sie nahm ebenfalls mehrfach an den internationalen Patrouillen während des Spanischen Bürgerkrieges teil.

Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges führte die Köln, nach Beendigung des Polenfeldzuges, in der Nordsee Operationen zur Auslegung von Minensperren durch.

Für die Köln schloss sich an das Unternehmen Weserübung eine Werftliegezeit an, die in Kiel begonnen und in Gotenhafen fortgesetzt wurde und bis 1941 andauerte. Nach Abschluss dieser Liegezeit wurde Köln zum Versuchsträger für die Borderprobung der Flettner „Kolibri".

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Mit Beginn des Ostfeldzuges wurde Köln in die Baltenflotte eingegliedert und verlegte danach im Dezember 1941 aufgrund der Eislage erneut in die Nordsee.

1942 wurde sie dann nach Norwegen verlegt, um die dort befindliche Lützow abzulösen.

Aufgrund der von Hitler verfügten Außerdienststellung aller großen Einheiten wurde 1943 auch Köln nach Kiel zurückverlegt und dort im Februar außer Dienst gestellt.

Wegen der sich verschlechternden Lage im Osten wurden die Einheiten mit schwerer Artillerie an Bord Mitte 1944 wieder reaktiviert. Köln fuhr bis Oktober als Schulkreuzer, bevor sie ebenfalls in die Feuerunterstützung eingebunden wurde.

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Nach einer Grundberührung wurde sie 1945 zur Reparatur nach Wilhelmshaven verlegt, wo sie im März von Fliegerbomben an der Pier im Bauhafen versenkt wurde.

Provisorisch mit Strom versorgt wurde die Artillerie noch weiterhin genutzt, um gegnerische Bereitstellung zu beschießen. Allerdings folgte die Endgültige Außerdienststellung im April 1945.

Nach dem Ende des Krieges wurde auch der Abbruch der Köln in Angriff genommen. Die letzten Teile wurden 1956 beim Aufbau des Marinearsenals aus dem Wasser geholt.

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Der Bausatz:

Hier von einem Bausatz an sich zu sprechen trifft es nicht ganz. Die Basis bildete ein Weißmetall-Bausatz von GHQ im Maßstab 1:2400. Ursprünglich sind die Modelle dieser Reihe von GHQ für's Wargaming gedacht, so dass sie aus relativ wenigen Teilen bestehen. Allerdings sind sie für diese geringe Größe erstaunlich gut detailliert.

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Das Modell:

Als Abweichung zu meinen bisherigen 2400er Modellen hatte ich bei der Köln die Idee, ihr einen Vollrumpf anzupassen, wenn auch erst mal eher aus Neugier, ob so etwas überhaupt möglich ist.

Erstellt habe ich das Unterwasserschiff aus mehreren Lagen Plastiksheet, die in Form gefeilt wurden. Die Wellen entstanden aus Draht, wie auch die Wellenböcke. Die Propeller sind kleine Plastikscheibchen, die messingfarben lackiert wurden.

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Es zeigte sich, dass das sehr gut von der Hand geht und am Modell als solches auch gut aussieht.

Auch wurden die Rohre der Artillerie sowie die Masten gegen Eigenbauten aus Draht ausgetauscht, da das am Modell besser wirkt als die originalen Weißmetallteile. Die Takelage fertigte ich aus Gussast an.

Als Farbgebung entschied ich mich für das zuletzt getragene Tarnmuster, da die 2400er Version so wunderbar zu meinem selbstgebauten 350er Modell der Köln passt.

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Durch das angebrachte Unterwasserschiff ergab sich nun das Problem einer ansprechenden Präsentation. Ursprünglich hatte ich angedacht, Köln darzustellen wie sie 1943 im Trockendock liegt und für die Einsätze zur Feuerunterstützung vorbereitet wird. Allerdings kam ich dabei an einen Punkt, an dem ich merkte, dass mir die ganze Szene so nicht zusagte. Nach einiger Überlegung entfernte ich das Modell aus dem Diorama und machte mich an etwas, was ich so vorher noch nicht an einem Modell gesehen hatte:

Ein Vollrumpfmodell in Wasserlinien-Darstellung.

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Von einem früheren Projekt hatte ich noch eine kleine Vitrine eines 1:87er Schuco-Fahrzeugs übrig. Diese wurde angepasst und der Sockel mit einem kleinen Schiffswappen versehen.

Die Wasserfläche schnitt ich aus einem Stückchen Blisterfolie aus und passte die Länge der Vitrine an. Die Seitenränder brachte ich soweit in Form, dass sie ausreichten, um Platz für die Bug- und Hecksee zu bieten. Zu groß wollte ich sie dabei nicht machen, da sonst der gewünschte Effekt des gleichzeitigen Blickes sowohl Über- als auch Unterwasser verloren gegangen wäre.

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In die Folie selbst schnitt ich eine Öffnung, die der Wasserlinie der Köln folgt. Befestigt wurde am Modell mittels Weißleim, den ich auch gleich nutzte, um das am Rumpf entlang strömende Wasser darzustellen. Auch die Bug- und Hecksee wurden daraus gefertigt und danach dann mit Weiß eingefärbt.

Die Wasserfläche erhielt noch einen dünnen, lasierenden Auftrag in Grün und Blau, um so ein wenig mehr nach Meeresoberfläche auszusehen, bevor alles mit glänzendem Klarlack versiegelt wurde.

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Die Propellerwirbel entstanden aus dünner Folie, die gemäß der Drehrichtung der Propeller aufgedreht und dann eingefärbt wurde, um so die Verwirbelungen darzustellen. Mittels Sekundenkleber wurden sie dann so ausgerichtet, dass ihre Form sich der an der Oberfläche zu sehenden Hecksee anpasst, um ein einheitliches Ganzes zu ergeben.

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Da das Schiff in der Vitrine so an sich recht verloren wirkte, habe ich aus feiner Bastelwatte noch ein paar Wolken hinzugefügt und eine Arado Ar-196 im gleichen Maßstab ergänzt, die Köln überfliegt, während diese auf dem Weg in ihren Bereitschaftsraum ist, um sich auf den nächsten Auftrag vorzubereiten, gemäß dem Motto des Schiffes: "Köln kommt!"

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Quellen:

  • Koop/Schmolke - Die leichten Kreuzer der K-Klasse, Leipzig, Nürnberg
  • Koop/Schmolke - Vom Original zum Modell - Die leichten Kreuzer der K-Klasse, Leipzig, Nürnberg
  • Williamson - New Vanguard 84 - German Light Cruisers 1939 - 1945
  • Breyer - Marinearsenal Hefte 11 u. 13 - Die leichten Kreuzer der K-Klasse
  • Stern - Squadron/Signal - German Cruisers of World War Two
  • Jung/Abendroth/Kelling - Anstriche und Tarnanstriche der deutschen Kriegsmarine
  • Elfrath - Die deutsche Kriegsmarine

Mathias Carl

Publiziert am 03. Februar 2018

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