Torpedoboot Seeadlervon Torben Keitel (1:700 Eigenbau)
Als ich mich entschied eines der Torpedoboote der Raubvogelklasse (offizielle Bezeichnung „Torpedoboote 1923“) zu bauen, hatte ich bereits viel Erfahrung mit dem Selbstbau von Schiffen in diesem Maßstab. Völlig neu waren für mich jedoch die Verwendung von Photoätzteilen und ein derartiger Detaillierungsgrad. Zunächst aus der Not heraus, dass es die wirklich interessanten Schiffe der deutschen Marine nicht als Bausatz gab, begann ich vor etwa 5 Jahren meine Modelle aus dem Werkstoff ABS zu bauen, was eine nette Alternative zu den teuren Resinbausätzen ist und sich mit deren Qualität mit einiger Übung messen kann.
So ist auch mein letztes Projekt aus diesem Material entstanden. Ich entschied mich, nun mit den nötigen finanziellen Mitteln ausgestattet, zum ersten Mal Photoätzteile zu verwenden. Ich begann die 2mm starken ABS Platten auszusägen und übereinander zu schichten. Danach wurden sie verfeilt und verspachtelt. Schließlich begann ich die Aufbauten aus demselben Material zu fertigen, was auch die meiste Zeit in Anspruch nahm.
Das größte Problem, dass man beim Bau eines Schiffes der Kriegsmarine hat, ist geeignetes Photomaterial zu beschaffen. Ich denke, dass ich das Modell trotzdem gut detailliert habe. Außerdem erforderte der Anstrich des Schiffes viel Recherche, um den Farbton auch wirklich originalgetreu zu treffen.
Das Schiff trug in seiner Dienstzeit von 1927 bis zu seinem Verlust am 13. Mai 1942 vor Boulogne durch britische Torpedos verschiedene Farbschemata. Mitte der dreißiger Jahre, den Zeitraum, in dem ich das Modell dargestellt habe, trug es den typischen Friedensanstrich der Kriegsmarine. Einen dunkelgrauen Rumpf (Dunkelgrau 51) und hellere Aufbauten (Hellgrau 50). Besonders interessant ist das mit weißen Buchstaben ausgeführte taktische Erkennungszeichen „SE“ für den Namen Seeadler, dass bis Kriegsausbruch alle Torpedoboote dieser Klasse trugen.
Die Klasse stellt den Höhepunkt der deutschen Torpedobootentwicklung nach klassischem Muster dar und so die eigentlich letzte Klasse der großen Torpedoboote der kaiserlichen Marine. Der Nachfolger dieser Klasse waren die Zerstörer des Typs 1934 und die Torpedoboote 1935.
Bis auf die Verkehrsboote, die Scheinwerfer, Reling, Flak, Anker, das Rettungsfloß und die Entfernungsmesser sind alle Teile in Eigenbau entstanden. Die Torpedobänke sind aus dem Revell Bausatz „USS Flint“ entnommen und wurden auf das Baumuster der Kriegsmarine umgebaut. Die Geschütze sind von japanischer Herkunft und wurden ebenfalls umgebaut sowie verkleidet. Ich habe Photoätzteile von den Firmen Toms Modelworks, Eduard und White Ensign Models verwendet, die ich über NNT- Modell bezog (www.nntmodell.com). Die Flagge habe ich aus Papier gefertigt und danach bemalt. Die Masten habe ich aus Draht hergestellt und schließlich mit Polyamidfaden bespannt.
Das Modell hat eine Gesamtlänge von 12,4cm. Es entstand in ca. 2 Monaten ohne Planungszeit bei ca. einer Stunde Bauzeit am Tag. Schöne Informationen und Pläne findet man in der Reihe „Marine Arsenal“ von Siegfried Breyer u.a. Vor allem benutzte ich das Heft Nr. 39 „Die deutschen Torpedoboote 1925- 1945. Den Rahmen habe ich aus einer Holzleiste hergestellt, die man in jedem gut sortierten Baumarkt bekommt. Das Wasser habe ich erst mit Gips modelliert und dann in den Rahmen eingesetzt und schließlich mit Ölfarben gestaltet.
Für positive, aber auch negative Kritik bin ich gerne offen, also schreibt mir. Torben Keitel Publiziert am 26. Juni 2003 © 2001-2012 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum |