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VK 7201/K

von Mario Möhring (1:35 Amusing Hobby)

VK 7201/K

Heute möchte ich Euch wieder ein Projekt aus der Papiertiger-Abteilung vorstellen. Verwendet wurde ein Bausatz von Amusing Hobby, der VK 7201/K in 1:35. Dieser Bausatz ist schon längere Zeit verfügbar und es wurde auch schon reichlich darüber berichtet. Daher bezieht sich mein Bericht wieder auf den gebotenen Inhalt, gebaut größtenteils OOB und nur leicht aufgewertet mit Teilen aus der Restekiste.

VK 7201/K

Im Karton befindet sich eine überschaubare Anzahl gut verpackter Spritzlinge inklusive Ätz-und Klarsichteile. Den Guß der einzelnen Teile würde ich als gut bezeichnen, keine Fischhaut, nur leichte Trennnähte und die Größe der Angußstellen hält sich in Grenzen. Da hab ich bei Trumpeter schon Schlimmeres erlebt.

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Das Material ist weder zu hart oder zu weich und lässt sich somit gut bearbeiten, was auch wichtig ist, da leider Spachtelarbeiten notwendig sind. Die Passgenauigkeit der Hauptkomponenten, vor allem von Ober- und Unterwanne, ist verbesserungswürdig. Das ist zwar keine Katastrophe, aber nur für den erfahrenen Modellbauer zu berwekstelligen. Was uns zur nächsten Frage bringt: wem ist dieser Bausatz zu empfehlen? Für mich steht nach dem Bau fest, dass er nicht für Anfänger geeignet ist. Grund dafür sind die Passungenauigkeiten, welche Spachtelarbeiten zwingend notwendig machen, dazu die stellenweise unklare Bauanleitung und vor allem der Aufbau der Kette.

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Der Grundgedanke, eine voll bewegliche Einzelgliederkette beizufügen, ist schon mal lobenswert. Allerdings sollte man alle Teile vorsichtig mit einer Minisäge vom Gussast trennen. Danach müssen unter zuhilfenahme der beigefügten Montagehilfe die drei Teile je Kettenglied vorsichtig punktuell miteinander verklebt werden. Nach einer gewissen Trocknungszeit sind die fertiggestellten Segmente auf ihre Beweglichkeit zu überprüfen. Sonst hat es sich schnell erledigt mit der vollen Beweglichkeit.

Bei korrekter Arbeitsweise hat man am Ende jedoch eine fast vollbewegliche Kette. Ist übrigends jemanden schon mal aufgefallen, dass am fertigen Model kaum noch Luft ist zwischen oberer Kette und dem Kettenblech? Wenn das beim Original auch so gwesen wäre, hätte sich das Kettenblech beim Überfahren einer Unebenheit wohl verabschiedet, wenn die Laufrollen erstmal voll einfedern.

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So weit ich in Erfahrung bringen konnte, existieren von diesem Fahrzeug aber nur Zeichnungen oder maximal ein Holzmodel. Daran hat sich Amusing Hobby wohl strikt gehalten. Aber das Gute an diesen Papiertigern ist eben die künstlerische Freiheit, die man sich bis zu einem gewissen Punkt heraus nehmen kann.

Da wäre als erstes die fehlende MG-Blende in der Bugplatte, die ja sicherlich Standard gewesen wäre. Aus Mangel an Ersatz habe ich es bei der Schießöffnung mit Verschlußstopfen belassen, dafür habe ich aber zwei Geschoßabweiser angebracht. Der Fahrersichtklappe fehlt der Sehschlitz. Es ist eine knifflige Sache, den nachzumodelieren. Ist mir leider nicht so gut gelungen, auch scheint er mir etwas zu tief zu sitzen.

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Weiter geht es mit der Auspuffanlage. Auch da lässt einem der Hersteller freie Hand. Die Teile dafür liegen zwar bei, aber über deren Anbringung muß jeder selbst entscheiden. Die großen Trittbretter am Turm habe ich weggelassen und dafür, ebenso wie an der Wanne, Haltegriffe angebracht. An die Rückseite des Turmes kam eine Hülsenauswurfklappe. Um die Beladung mit Munition zu erleichtern, erhielt er am Heck eine Zugangsklappe. Ansonsten wurde nur noch die Beleuchtungsanlage verdrahtet.

Werkzeuge wurden nicht verbaut, die liegen jetzt alle in der Restekiste. Ein Abschleppseil mußte aus Draht selbst angefertigt werden. Die Ösen dafür stammen aus dem Bausatz, scheinen mir aber für die Fahrzeuggröße etwas zu klein geraten.

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Nach der Grundierung erfolgte ein erster Farbauftrag mit Panzergrau aus dem Italeri-Farbset für deutsche Panzer. Dieser Farbton wird sehr schön wiedergegeben. Allerdings müssen diese Farben stark verdünnt werden, um sie mit der Airbrush auftragen zu können. Danach kam Dunkelgrün von Vallejo und zum Abschluß Middelston Nr. 70882, ebenfalls von Vallejo. Und hier trat wieder das gleiche Ärgernis wie beim Gelb von Italeri auf: nach der Trocknung war ein intensiver Grünstich in der Farbe. In beiden Farbdosen habe ich eine Edelstahlkugel zum Aufschütteln drinnen und nur mit Originalverdünner gearbeitet, trotzdem ergab sich dieser Effekt. Rettung brachte wieder einmal das gute alte Revell Aqua Sand Nr. 16. Die Alterung erfolgte mit Vallejo- und Tamiya-Produkten

VK 7201/K

Fazit

Gut gemachter Bausatz eines Papiertigers, wer möchte, mit reichlich Potenzial zum Aufwerten. Der Zubehörhandel freut sich. Allerdings ist der Kit nur dem geübten Modellbauer zu empfehlen.

Das Modell stellt meine eigene Interpretation dieses Fahrzeugs dar. Ich hoffe, es gefällt!

Mario Möhring

Publiziert am 24. Januar 2019

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