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MiG-21MF Fishbed-J

von Norman Gruß (1:48 Eduard)

MiG-21MF Fishbed-J

Das Original:

Die MiG-21 MF war die Exportversion der MiG-21 SM, das MF stand für 'M' modernizovaniy und 'F' forsirovannyi, was bedeutet die MiG-21 wurde modernisiert und mit Nachbrenner ausgeliefert. In der LSK/LV der NVA nannte man die MiG-21 MF auch gerne für MF 'mit Farbe', da die Maschinen von Russland lackiert ausgeliefert wurden. Angetrieben wurde die MiG-21 mit einem Tumansky R-13-300 Triebwerk mit Nachbrenner und besaß ein Sapfir-21/RP-22 Radar. Als Bewaffnung stand die Gsch-23-2L 23mm Maschinenkanone und eine Kombination von FAB Bomben, UB-16-57 Raketenpods, R-3s, Ch-66 oder S-24, R-60/R-60M Luft/Luft Raketen zur Verfügung. Zusätzlich wurden an zwei Außenpylonen noch je 490l Abwurftanks geführt, da die MiG-21 durch dem Nachbrenner einen hohen Flugbenzinverbrauch hatte. Als Referenzmaterial bietet sich hier das WWP Buch "MiG-21 Fishbed in detail – MiG-21 MF, MFN, UM Variants" an.

Die dargestellte MiG-21 MF ‚687‘ steht inzwischen im Deutschen Museum Flugwerft in Oberschleissheim. Es sollte keine Museums MiG-21 werden, daher entschied ich mich, die hier gezeigt MiG-21 als eine Einsatzmaschine des Jagdfliegergeschwader 3 in Preschen gegen Ende der 1980-Jahre zu zeigen.

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Das Modell:

Die MiG-21 MF entstand aus dem Eduard Weekend Edition Baukasten, der etwas abgespeckten Variante ohne PE-Teile und Klebemasken. Als Ergänzungen für den Bau wurden von Pavla der schön detaillierte Schleudersitz, von MASTER aus Polen das Pitot Rohr und von Eduard noch das Brassin Reifenset aus Resin sowie ein Satz Decals verwendet. Als kleine Ergänzungen oder auf Neudeutsch "Scratchbau" bekam das Fahrgestell noch die fehlenden Bremsleitung aus Bleidraht, an den Flügelenden noch die statischen Entlader, SRZO-21 IFF Antennen vor dem Bugfahrwerk und Leitwerk sowie ein Angle-of-Attack Transmitter. Die IFF Antennen und statischen Entlader wurden aus gezogenem Gießast hergestellt, den Transmitter schnitzte ich aus 0,2 mm Plastiksheet. Beim Bau der MiG-21 selbst gab es keine großen Probleme, etwas Spachtel hier und dort ist zwar von Nöten, aber es hält sich stark in Grenzen.

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Die Lackierung:

Die Tarnung der MiG-21 MF ist sehr interessant und zugleich ist es auch schwierig die richtigen Farben zu wählen. Bekannt sind die Bilder der Maschine im Museum, dort zeigt sich die MiG-21 mit einem grün/grünen Farbkleid. Dies ist dem Ausbleichen durch das Sonnenlicht nach Jahren geschuldet. In einer Dienstvorschrift der NVA soll es heißen, dass die Flugzeuge in Grün und Braun zu tarnen seien, dazu kamen noch ein paar wenige Bilder der 687 im Einsatz. Es wurden auf Papier erst einmal ein paar Testlackierungen mit Grün und Braun hergestellt, die Entscheidung fiel auf die Farben von Tamiya XF-67 Nato Grün und Gunze H52 Olive Drab, für die Unterseite das H417 RLM 76 Hellblau.

Die Farben für die Tarnung waren bestimmt, also konnte es mit der Lackierung beginnen. Als Grundlage diente mir eine Grundierung mit Gunzes Mr.Surfacer 1200 gefolgt vom Preshading aller Panellines Gravuren) mit einem Schwarz und ein Pre-Highlight der inneren Flächen mit Weiß. Es folgte ein Beseitigen von rauen Farbrückständen mit feinem Schleifpapier.

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Als erstes wurde das Gunze H52 Olive Drab in dünnen Schichten aufgesprüht, um die untere Vorbereitung zur Geltung kommen zu lassen. Danach folgten noch zwei weitere Highlights unter Zugabe von Weiß. Nach dem Trocknen der ersten Tarnfarbe wurde mit Tamiya Tape das Tarnmuster abgeklebt. Schwebende Masken oder Blue Tac waren für das Tarnmuster leider nicht geeignet. Nach dem Abkleben folgte ein weiteres Preshading der Panellines (Gravuren) auf den Olive Drab als Vorbereitung für das Nato Grün von Tamiya. Dieses wurde noch mit etwas Tamiya X-22 Klarlack angemischt, um einen seidenmatten Farbton zu bekommen, da die Farbe von Grund her matt ist. Das Nato Grün wurde auch in dünnen Schichten lackiert und mit zwei weiteren Aufhellung zu Ende gebracht. Gleiches Verfahren wurde für die Unterseite der MiG-21 mit Gunzes H417 RLM 76 angewendet.

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Für die Decals benötigt man eine glatte glänzende Oberfläche, um das s.g. Silvering zu verringern/beseitigen. Hierfür verwende ich als Klarlackersatz Future/Pledge/klear, welches mit Tamiya Verdünner X-20A 2:1 gemischt wird. Nach zwei Schichten Klarlack wurde dies dann mit Micro Mesh Schleifleinen in verschiedenen Körnungen bis 12000er nass geschliffen. Der nächste Arbeitsschritt war das Aufbringen von fast 250 Decals, hier kam jetzt der russische Decalsatz für die Warn- und Wartungsbeschriftung (Stencils) dran. Dieser ist in der richtigen Farbe gehalten, denn bei der MiG-21 MF liegen nur blaue und rote Decals bei. Die blauen werden für Maschinen im Metallfinish benötigt. Also benötigt die grün/braune Tarnung diese in Schwarz. Nachdem alle Decals aufgebracht waren, bekamen diese eine Schutzschicht aus Klarlack, um diese für den nächsten Arbeitsschritt vorzubereiten. Das Verwittern (Weathering) erfolgte mit einer Schicht Flory Models Dark Dirt Wash und für die Details mit MiG Dark und Neutral Wash. Als Finish der Lackier- und Verwitterungsarbeit folgte noch eine Schicht mit Gunzes H20 Mattlack.

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Endmontage:

Nach der ganzen Arbeit mussten noch einige Anbauteile an die MiG-21 gebracht werden. So wurden die Waffenpylone an die MiG-21 angebracht und mit den 490l Tanks und den R-3s Raketen bestückt. An die Flügelenden kamen noch die statischen Entlader, die IFF-Antennen auf die Unterseite und auf das Leitwerk sowie der Angle-of-Attack Transmitter vorne auf die linke Seite und von MASTER das Pitot Rohr. Das Fahrgestell kam an seinen Platz und somit war die MiG-21 687 fertig.

Norman Gruß

Publiziert am 11. Dezember 2012

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