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North American RA-5C Vigilante

RVAH-13 "Bats" USS Enterprise 1972

von Oliver Zwiener (1:72 Trumpeter)

North American RA-5C Vigilante

Das Original:

Die RA-5C Vigilante (übersetzt = Mitglied einer Bürgerwehr) ist ein schweres, zweisitziges Langstrecken-Fotoaufklärungsflugzeug, RVAH = Reconnaissance (Heavy) Attack Squadron , der U.S. Navy. Mit einer Länge von 23,33 m, einer Spannweite von 16,21 m, einer Höhe von 5,90 m und einem maximalen Startgewicht von fast 36.101 kg gehört sie mit zu den größten trägergestützten Kampfjets. Ursprünglich konzipiert für die Nachfolge der Douglas A-3 Skywarrior, sollte sie als Langstreckenbomber auch die Nuklearwaffen B 28 / B 43 bei Überschallgeschwindigkeit abwerfen können.

Der Erstflug war am 30. August 1958, die Indienststellung folgte im Juni 1961. Jedoch änderte sich zum einen die Militärstrategie hin zum Einsatz von ballistischen Raketen auf Unterseebooten, zum anderen war die Technik sehr komplex und unzuverlässig, so dass bereits 1963 der Umbau aller A-5A und A-5B zu Aufklärern RA-5C erfolgte. Diese wurden dann ab 1965 im Vietnam-Krieg in gefährlichen Tiefflugaufklärungsmissionen eingesetzt, bei denen sie mangels eigener Bewaffnung von mindestens zwei F-4 Phantom II eskortiert werden mussten. Dazu zählt auch der Überflug über Hanoi am 18.12.1967, bei dem die genaue Position der amerikanischen Kriegsgefangenen (POW) im „Hanoi Hilton" Camp lokalisiert wurde. Zuverlässigere und kostengünstigere Einsatzmuster wie die Vought F-8 Crusader und die Grumman F-14 Tomcat ersetzen jedoch die Aufgaben der RA-5C Vigilante, so dass bereits zwischen 1974 und 1979 die gesamte Flotte ausgemustert und in Tucson, Arizona auf dem Gelände der AMARG eingelagert wurde. Jedoch blieb ihr sowohl der Ruhm, am 13. Dezember 1960 die Weltrekordhöhe von 27.872 m mit 1.000 kg Nutzlast erreicht zu haben, sowie der unverkennbar große Einfluss auf die MiG-25 Foxbat, den schnellsten Abfangjäger des kalten Krieges.

Interessante Referenzen:

  • www.rvahnavy.com
  • Squadron/Signal Mini Nummer 3
  • meines Erachtens Buck Danny 18 „Prototyp FX-23" und 19 „Der Saboteur"
  • und natürlich diverse Videos auf youtube.

Farben: FS16440 Light Gull Grey, FS17875 White und FS 33613 Radome.

North American RA-5C Vigilante

Modellbausatz: Trumpeter 1:72

Der Bausatz ist für mich von beeindruckender Qualität und lässt eigentlich nur noch wenig Wünsche offen, so fehlen zum Beispiel der Fanghaken (arresting hook) und die Einstiegsleitern - eine ausführliche Besprechung erfolgte jedoch auf MV durch Thorsten Wieking bereits am 05. Mai 2005. Trotzdem wurde noch mit EDUARD 73231, MASTER Pitot Tube AM-72-062 und PRINTSCALE Decals 72-061 erweitert. An Stelle der originalen Einstiegsleitern, leider bisher noch nicht erhältlich, wurde die VERLINDEN Aircraft Service Platform eingesetzt. Überflüssig sind die Atombomben an den vier Flügelpylonen, diese waren so nie im Einsatz, jedoch nicht die electronic strobe flash pods, obwohl die gegnerische Flak das Flugzeug durch diese Lichtpunkte genau ins Visier nehmen konnte. Die Figuren sind allgemein bekannt und stammen von FUJIMI und ESCI.

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Bau/ Lackierung:

Zu Beginn erfolgte der Bau der VERLINDEN Aircraft Service Platform, die ich schon mehrfach online in den USA ersteigern wollte, aber nicht bereit war, Gesamtkosten von weit über 60 USD dafür aufzuwenden. Im Juli war das Glück dann auf meiner Seite, ein deutscher Bastler löste seine Sammlung auf und für 24 EUR wechselte diese den Eigentümer. Eine große Herausforderung, denn der Bausatz ist sehr alt, die Bedienungsanleitung umfasst nur eine undetaillierte Abbildung und das fotogeätzte Metall ist dicker als von EDUARD gewohnt. Es gibt kaum Sollbiegekanten, besonders bei den Stufen und dem Geländer wurden diese vermisst. Aber der Nervenaufwand hat sich gelohnt. Deutlich einfacher gestaltete sich hingegen die Anfertigung der VERLINDEN EPU tractors, deren genaue Bezeichnung lautet NC-2A / NC-8A mobile electric power plant (MEPP). Details dazu finden sich in meinem Beitrag vom 31. Januar 2014.

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Erst danach folgte der Bau des Cockpits, das mit vielen Kleinteilen aufwartet, denn so müssen selbst noch die Konsolen angepasst, plangeschliffen und verklebt werden, bevor die Zubehörteile zum Einsatz kommen. Leider zeigt sich hierbei wiederholt, dass die Fotoätzteile doch nicht exakt mit den Bausatzgruppen harmonieren, und so müssen einige Schritte mehrfach nachgebessert werden. Pures Unverständnis lösen zusätzlich Ätzteile im Nanobereich aus (Beispiele: 58 und 59 Eduard 73231), die nicht nur fixiert sondern vorher noch in Hufeisenform oder ähnliches gebogen werden sollen. Meines Erachtens nur noch von Uhrmachermeistern oder Goldschmieden erfolgreich zu bewerkstelligen.

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Dann folgte der Zusammenbau der Rumpfhälften, nicht ohne vorher noch 20 Gramm Blei unterzubringen und die Durchsichten beim Bugfahrwerk und den Triebwerkeinlässen zu beseitigen.

Dazu wurden zwei General Electric J79 jet engine blades ausgedruckt, gefaltet und verklebt. Weiter mit leichten Spachtelarbeiten - dann der Schock: das vordere Klarsichtteil schließt nicht mit dem Rumpf ab, es verbleibt ein großer Spalt, der dazu zwingt, das aufwendig gestaltete HUD (headup display) wieder zu entfernen und obendrein mit viel Druck zu kleben. Dabei gerät leider zu viel transparenter Kleber an die Scheibe und ruiniert diese. Schon wieder eine Maschine für den Modellbaufriedhof ? Fazit: NEIN - nicht verzagen und einfach weitermachen mit...

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...der Lackierung der Triebwerke, des Radoms und der Flügelkanten, danach das erste Maskieren und anschließend wurde alles weiß grundiert. Danach folgten die Fertigstellung des Fahrwerks, der beiden flasher pods für die Tragflächen und des multi-sensor reconnaissance pack unter dem Rumpf. Als nächstes wurde einmal mit Klarlack gesichert und wieder maskiert, bevor mit Light Gull Grey lackiert wurde. Dabei fiel im letzten Augenblick auf, dass die Bemalungsanleitung noch Schwächen aufweist, was den weißen Bereich auf der Tragflächenoberseite betrifft. Also wurde noch einmal Weiß in die Airbrush gefüllt und an Hand von diversen Fotos aus der Epoche nachgebessert.

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Weiter ging es mit dem vollständigen Demaskieren und einem Aufatmen, dass dabei kein Schaden angerichtet wurde. Jedoch war trotz REVELL Colour Stop vereinzelt Sprühnebel auf den schwarzen Cockpitrahmen gelangt. Da aber auch noch die Innenseiten der Kanzeln lackiert werden mussten, konnte beides zusammen abgearbeitet werden. Nun mussten noch die letzten Kleinstteile in Sekundenschnelle verklebt werden, wobei wieder Zweifel aufkamen, ob der Aufwand gerechtfertigt ist, denn misslingt eine Aktion , ist der Schaden größer als der Mehrwert wenn alles klappt. Mittels eines Pinsels 5/0 konnten die glänzenden Ränder des Sekundenklebers wieder übermalt werden.

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Anschließend wurden die Nassschiebebilder positioniert, was sich als die größte Herausforderung dieses Projekts entpuppte. Nicht nur, dass der falsche Schriftzug für die linke Leitwerkseite zerschnitten werden musste, die hauchdünnen Decals lösten sich binnen Sekunden vom Träger, um sich dann wie ein Igel zusammenzurollen. Wenig hilfreich war auch die spärliche Anleitung von PRINTSCALE, die immer wieder einen Blick in die Referenzen erforderte. Danach erfolgte die Montage des Fahrwerks, sämtlicher Auftriebshilfen und Klappen, Objektive, der beiden flasher pods und der Spiegel an der Pilotenkanzel. Beeindruckend ist der Unterschied der Antenne an der Bugnase zwischen der vom Bausatz und dem Zubehörmarkt. Zum Ende habe ich alles ausschließlich mit mattem Klarlack fixiert.

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Ein altes Hi-Fi Regalbrett wurde als beidseitige Diorama-Grundplatte umlackiert und stellt die Bereiche „corral" und „elevator 2" starboard side auf dem carrier flight deck dar. Leider bringt selbst Google keine befriedigenden Ergebnisse zu konkreten Aufmaßen / Bauplänen der CVN 65 Enterprise und Farbgebung der Markings je Epoche, so dass es hier bei einer individuellen Lösung blieb. Die Signallinien wurden in Leuchtgelb und Rot, die Lastenaufzüge in Panzergrau und das Flugdeck in Geschützgrau nacheinander gebrusht und zwischendurch immer fleißig maskiert. Danach folgten je Seite 410 carrier tie downs, diese wurden jedoch ob der Gesamtmenge von 820 nicht noch gebohrt und durch Fotoätzteile vom aftermarkt (J'S WORK 1:72 JW-PPA3031 o.ä.) detailliert, sondern lediglich mit einem Bleistift 6B von FABER CASTELL aufgemalt. Zum Schluss wurden noch die Spalten schattiert und zuerst mit Bodenpflege und danach mit schmuddeldunklem matten Klarlack gegen Hausstaub gesichert.

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Fazit:

Die Bauzeit für das Flugzeug betrug neun Wochen und für das Diorama noch einmal 14 Tage, vor allem weil die Recherchen sehr langwierig waren - dennoch eine unbeschreibbar tolle Zeit. Das Endergebnis ist diese Galerie mit dem CVN 65 USS Enterprise flight deck und einer startbereiten RA-5C Vigilante RVAH-13 „Bats" im Bereich corral.

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Oliver Zwiener

Publiziert am 29. November 2014

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