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North American P-51D Mustang "early version"

"Lou IV" - ein früher Mustang

von Alexander Jost (1:48 Hasegawa)

North American P-51D Mustang "early version"

Das Original:

Die P-51D Mustang unterschied sich von der P-51C neben der Bewaffnung (sechs an Stelle von vier cal.50 MGs) vor allem durch das blasenförmige "Bubble"-Canopy, welches eine schlankere hintere Rumpfform zur Folge hatte. Die hier vorliegende "frühe" Ausführung der P-51D war noch nicht mit der keilförmigen Verlängerung des Seitenleitwerks ausgestattet, die zu einem späteren Zeitpunkt eingeführt wurde und zu einer besseren Flugstabilität führte.

Dargestellt ist die Maschine P-51D, Ser.No. 44-13410 mit der Kennung "E2-C" (Rufzeichen: 'Easy Two-Charlie'), stationiert in Bottisham, Cambridgeshire im August 1944. Die "Lou IV"  gehörte zur 375th Fighter Squadron, 361th Fighter Group, genannt "Yellow Jackets", der 8. US Army Airforce und wurde vom Gruppenkommandeur der "361igsten", Oberstleutnant (LtCol) Thomas J. J. Christian, geflogen. Der 28-jährige West Point Absolvent, Vater von zwei Kindern, wurde am 12. August beim Angriff auf Bodenziele bei Boisleux au Mont/Arras abgeschossen und kam nach einer Bruchlandung um.

North American P-51D Mustang "early version"

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Das Modell:

Der Hasegawa-Bausatz (Nr. SP58)  ermöglicht ein fein detailliertes Replik des Orignals und nennt realistische, akkurate Oberflächenstrukturen und recht gute Passung sein Eigen. Da es sich um die Bausatzform eines späten "D"-Mustangs handelt, müssen an beiden Rumpfhälften lediglich die besagte Finne des Querruders abgetrennt, verspachtelt und die entstandenen Lücken nachgraviert werden.

Der Hasegawa-Bausatz hat leider, wie übrigens alle Angebote in 1:48, falsch wiedergegebene Fahrwerkschächte. Im vorliegenden Fall sind sie etwa einen halben Zentimeter zu flach und, wie die der anderen Hersteller auch, im hinteren Bereich nicht entsprechend dem Original mit "überlappenden" Querrippen ausgebildet. Ich habe die Radabdeckungen zu etwa vier fünftel geschlossen dargestellt, um das unrealistische Innere vor neugieriegen Blicken zu schützen. Dies entspricht übrigens dem Original, bei dem sich die Klappen der Radschächte nach dem Abschalten des Motors wegen nachlassendem Hydraulikdruck langsam absenkten.

Die Anpassung der Windschutzscheibe ist ebenfalls eine fieselige Geschichte, da das Klarsichtteil keinen unteren Rahmen hat, so dass es bündig an den Rumpf geklebt werden muss. Hier ist genaues Anpassen notwendig, entstehende Spalten schloss ich mit transparentem Bondic-Kleber. Die durch das Canopy verlaufende Drahtantenne stellte ich mit dünnem Kupferkabel dar, welches ich durch eine winzige Bohrung in das Innere des Cockpits zog. Außerdem ergänzte ich die beim Bausatz nicht vorhandenen Spritleitungen an den Unterflügeltanks mit Draht. Die beiden Piloten stammen aus dem ICM- (48083) bzw. Preiser- (67003) Figurenset.

North American P-51D Mustang "early version"

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Die Farbgebung:

Während ich die Decals des Hasegawa-Bausatzes benutzte, hielt ich mich allerdings nicht an die Bemalungshinweise des Kitherstellers. Mittlerweile scheint klar zu sein, dass es sich beim Tarnschema nicht, wie oftmals interpretiert, um eine blaue (!), und entsprechend exotische Oberseitentartung aus "Intermediate Blue" handelte. Gemäß Aussagen von Crew Chiefs der 361. Fighter Group verfügte die Gruppe niemals über blau lackierte Mustangs. Stattdessen hatte Lou IV "blanke" Naturmetallseiten und in Grüntönen lackierte Oberflächen. Entsprechend habe ich das durch die USAAF regelmäßig verwendete "Olive Drab" und Britisches "Medium Green" (andere Quellen sprechen von "Dark Green") als Oberseitenlackierung gewählt und mich somit der Interpretation von Barracuda Decals angeschlossen (siehe Quellennachweis). Auf dem Höhenleitwerk ist jeweils ein "Invasionsstreifen" in Olive Drab angedeutet. Die Ziffern des Rufzeichens sind silberfarben eingefasst. Es macht viel Spaß, diese ca. 0,8mm breite Umrandung im Maßstab 1:48 freihändig mit dem Pinsel zu malen. Wer das nicht möchte, sollte auf den Decalbogen von Barracuda ausweichen, wo die Umrandung bereits vorgegeben ist. Weitere Kennzeichen sind ein fast schwarzes "breather plate" (Lüftungsgitter seitlich der Cowling), und ein halbrunder Rückspiegel an der Steuerbordseite der Windschutzscheibe.

Die Beschriftung "LOU IV" war nach dem Namen der kleinen Tochter des Piloten gewählt worden. Zudem soll es auf der rechten Seite den Schriftzug "ATHELENE" gegeben haben, der auf den Namen der Frau/Freundin des Crew Chiefs (Chef des Bodenpersonals) hindeutete. Den Schriftzug ließ ich mangels Fotonachweis weg.

Beachte die beiden nur ansatzweise geöffneten Radabdeckungen des Hauptfahrwerks.
Beachte die beiden nur ansatzweise geöffneten Radabdeckungen des Hauptfahrwerks.

North American P-51D Mustang "early version"

Fazit:

Der Umbau des Hasegawa-Bausatzes in eine frühe P-51D ging erfreulich unproblematisch von statten. Ich fand insbesondere die Kombination des mehrfarbigen Sichtschutzes in Verbindung mit der gelben "Schnauze" des Mustangs interessant.

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Quellenverzeichnis:

  • Squadron/ Signal Publications, P-51 Mustang in Action und P-51 Walkaround;
  • Green/Swanborough, US Army Air Force Fighters, Part Two, London 1978 - gut aufbereitete Infos zu verschiedenen US-Klassikern;
  • Die Lou IV in ganzer Pracht bei littlefreinds.co.uk
  • Weitere Bilder des Originals bei hellohistoria.tumblr.com
  • Hintergundinfos zur Geschichte und ein interessanter Baubericht im Forum bei ipms.ch
  • Passende Decals und Bemalungshinweise von Barracuda Cals.

Juli 2013

Weitere Bilder

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North American P-51D Mustang "early version"North American P-51D Mustang "early version"North American P-51D Mustang "early version"North American P-51D Mustang "early version"North American P-51D Mustang "early version"Nach dem Preshading lackierte ich die metallfarbenen Oberflächen mt Alclad- und ModelMaster-Farben, deckte einige Stellen davon im Bereich der Flügelwurzeln mit Maskol ab (Lackabplatzer) und trug die erste Schicht Olivgrün auf.Die schwarzen Invasionsstreifen entstanden aus Decalresten. Dort wo Lücken waren, lackierte ich mit dem Airbrush nach.
Decal zu kurz? Kein Problem: Abkleben, Airbrush aufmunitionieren......fertig!Die silberfarbene Umrandung der Hoheitszeichen am Rumpf entstand in Eigenarbeit......und sieht nun so aus.

North American P-51D Mustang "early version"

 

Alexander Jost

Publiziert am 15. August 2013

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