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Jakowlew Jak-3

von Steffen Erwerth (1:72 HobbyBoss)

Jakowlew Jak-3

Etwas Geschichte:

Alexander Sergejewitsch Jakowlew hatte am Ende des Jahres 1942 die Idee, das perfekte Jagdflugzeug zu schaffen. Dies wollte er nicht durch den Einbau immer stärkerer und damit auch kraftstoffverbrauchsintensiverer Motoren erreichen, sondern durch konsequenten Leichtbau. In Anbetracht der Erfordernisse einer kriegsbedingten Massenproduktion entwickelte er kein gänzlich neues Flugzeug, vielmehr nahm er als Basis die Jak-1M, die er in Hinsicht auf Gewicht und Aerodynamik überarbeitete. Das Gewicht der Jak-1M wurde um etwa 300 kg reduziert und die Flügelfläche von rund 17,5 m² auf rund 14,5 m² verringert, außerdem wurde der Wasser- und Ölkühler ins Rumpfinnere bzw. in die Tragflügelwurzel verlegt, das Spornrad einziehbar gestaltet und eine strömungsgünstigere Kabinenhaube verbaut. Letztendlich war sie damals mit einer Startmasse von nur 2660 kg das leichteste Jagdflugzeug auf dem europäischen Kriegsschauplatz. Angetrieben wurde sie von einem Zwölfzylinder-V-Motor Klimow Wk-105PF-2, der eine Startleistung von 1300 PS entwickelte. Sie erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 655 km/h und kam auf eine Reichweite von 900 km. Bewaffnet war sie mit zwei 12,7 mm MG UBS.

Jakowlew Jak-3

Die „gelbe 15" war die Maschine von Kapitan Semjon Iwanowitsch Rogowoj. In der Modellwelt scheint dieses Flugzeug recht populär zu sein, wie mir jetzt so bei meinen Nachforschungen im Internet auffiel. Wäre mir das eher aufgefallen hätte ich mich wohl für eine andere Maschine entschieden, zumal es für die Jak-3 auch ein paar sehr schöne Decalsätze gibt. Kapitan Rogowoj jedenfalls war Staffelführer der ersten Staffel vom 64. GIAP, 4. GIAD an der 2. baltischen Front im Herbst 1944. Er erzielte insgesamt fünf Luftsiege, allesamt Fw-190.

Quelle: Wikipedia, Begemot

Jakowlew Jak-3

Zum Modell:

Der Bausatz von Hobby Boss ist wieder ein typischer Vertreter der Easy Assembly Reihe, der Rumpf und die Flügel bestehen schon aus einem kompletten Teil. Allerdings ist diesmal das Cockpit nicht komplett fertig sondern besteht immerhin aus drei Einzelteilen, Bodenplatte, Steuerknüppel und Sitzlehne. Diese Baugruppe muss dann auf die Oberseite des Flügelmittelstücks geklebt werden. Ein Instrumentenbrett ist wieder nicht vorhanden, dafür nahm ich diesmal ein Decal aus der Restekiste. Insgesamt besteht der Bausatz aus gerade einmal 22 Teilen. Die Bausatzbesprechung findet ihr hier auf MV. Spachtelarbeiten fielen nur an den Flügel- und Höhenruderübergängen bzw. an der Klebenaht der hinteren Rumpfunterseite an, die mit am Flügelteil ist. Die besagte Rumpfunterseite fällt außerdem etwas kantig aus, ich hab die Kanten etwas runder geschliffen.

Jakowlew Jak-3

Für die Bemalung hielt ich mich mehr an den Plan eines Jak-3 Decalsatzes von Begemot, da mir diese Angaben als realistischer erschienen. Die Auswahl der Farben war so eine Sache. Nachdem ich mir Bilder und Farbrisse im Aircraft of the Aces Band 64 „Yakovlev Aces of World War 2" angesehen hatte bin ich zu dem Schluss gekommen, dass die Farben, die Hobby Boss angibt, wohl zu hell sind und mit den Farbangaben von Begemot konnte ich irgendwie überhaupt nichts anfangen. Ich hab mich dann nach etwas Hin- und Herüberlegen für die Revell Aqua Farben Panzergrau 78 und Grau 57 für die Oberseitentarnung entschieden. Den dunkleren Grauton meine ich ganz gut getroffen zu haben, der hellere passt nicht so gut. Aber nach über 70 Jahren dürfte es eh schwierig werden noch nach zu vollziehen, wie die Farben wirklich aussahen. Für die Unterseite wollte ich eigentlich Revell 49 nehmen, da ich diese Farbe aber auf die Schnelle nicht auftreiben konnte verwendete ich eine Mischfarbe bestehend aus Weiß 301, Blau 56 und etwas Humbrol Grün 30. Anschließend zog ich diesmal die Blechstöße und Leitwerke mit einem Bleistift nach, was einen ganz guten Effekt erzeugt.

Jakowlew Jak-3

Vor dem Anbringen der Decals brachte ich eine Schicht glänzenden Klarlack auf. Die paar Decals ließen sich mit etwas Weichmacher problemlos anbringen, die gelben Streifen am Seitenruder stellte ich aus Decalstreifen her. Hier hielt ich mich auch an die Angaben von Begemot, die auf zwei schmale parallel verlaufende Streifen verweisen, Hobby Boss hingegen gibt einen breiten Streifen an. Nach den Decals versiegelte ich das ganze Modell mit mattem Klarlack. Den Antennendraht aus gezogenem Gussast brachte ich im Inneren des Cockpits an und bohrte in die Cockpithaube ein 0,5 mm Loch wo ich den Antennendraht durchfädelte und dann erst mal die Cockpithaube anklebte. Anschließend habe ich die Antenne gespannt und mit Sekundenkleber am Leitwerk fixiert. Nun brauchte ich nur noch das Fahrwerk zu montieren.

Jakowlew Jak-3

Einen Fehler hat das Modell doch, das Pitotrohr ist auf der falschen Seite und es ist zu lang. Ich habe das nicht korrigiert, da das Modell komplett fertig bemalt war, als mir das auffiel. Auch das Fahrwerksgestänge fällt etwas grobschlächtig aus, was aber auch erst am fertigen Modell so richtig auffällt.

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Jakowlew Jak-3

 

Mein Modell entstand Anfang letzten Jahres in einem Zeitraum von etwa neun Wochen. Allerdings war das meiste innerhalb von zwei Nachmittagen schon erledigt, der Rest zog sich dann halt so hin. Gleichzeitig mit der Jak-3 habe ich mal versucht ein einfaches Diorama zu bauen, das jetzt aber nicht unbedingt ausschließlich für die Jak-3 bestimmt ist.

Jakowlew Jak-3

Steffen Erwerth

Publiziert am 13. Oktober 2015

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