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Skoda-Kauba Sk P.14.01

"Staustrahl-Kaulquappe"

von Thomas Brückelt (1:72 Bird Models)

Skoda-Kauba Sk P.14.01

Im Jahr 1944 begann Eugen Sänger damit, einen Abfangjäger mit Staustrahltriebwerk (Ramjet) zu entwickeln. Das riesige Triebwerk mit einem Jagdflugzeug zu vereinen war nicht ganz leicht und führte zu dem recht speziell aussehenden Entwurf Skoda Kauba SK P.14.01. Zur Fertigstellung eines Prototypen kam es nicht mehr. Das Flugzeug wäre von einem dreirädrigen Startwagen aus gestartet, den man mit vier Raketen-Treibsätzen versehen hätte. Während des Beschleunigens hätte der Pilot dann den Ramjet gezündet.

Als Bewaffnung war eine MK 108 vorgesehen, die direkt über dem liegenden Piloten angeordnet sein sollte.

Skoda-Kauba Sk P.14.01

Von Bird Models (siehe gleichnamiger ebay-Shop) gibt es einen Resinbausatz von diesem außergewöhnlichen Projektflugzeug. Außerdem befinden sich noch zwei weitere Skoda Kauba-Entwürfe dieser Reihe im Programm.

Um aus dem Bausatz ein ansehnliches Modell zu bauen muss man jedoch Einiges an Nacharbeit investieren, somit ist der Bausatz nur erfahrenen Modellbauern zu empfehlen.

Der Bausatz beinhaltet auch einen Startwagen.

Skoda-Kauba Sk P.14.01

Angefangen habe ich damit, die Teile des Staustrahltriebwerks aufzubohren. Denn durch das offene Rohr sollte man schon durchschauen können. Im Schubrohr ist ein sehr dicker Konus dargestellt, der gehört da sowieso nicht hin, da das geplante Staustrahltriebwerk keinen Konus besitzen sollte, und selbst wenn es eine Konstruktion mit Konus wäre, müsste dieser deutlich weiter vorne angebracht sein, da sich im Schubrohr der Schub ungestört entfalten soll. Im Inneren sollte sich weiter vorne ein Generator mit einer kleinen Luftschraube befinden, die die Treibstoffpumpe antreibt. Weiter hinten ist ein Rost angebracht, der aus mehreren Ringen besteht. Hier wird der Treibstoff eingespritzt und gezündet. Diese innenliegenden Teile stellte ich mir selbst her. Die Ringe für den Rost sägte ich mir von entsprechenden Aluröhrchen ab und klebte sie auf einen kreuzförmigen Halter aus Polystyrol.

Skoda-Kauba Sk P.14.01

Im Cockpit wollte ich einen Piloten haben. Den baute ich mir aus abgeformten Figurenteilen zusammen und passte ihn an. Den hinteren Bereich des Cockpits fräste ich noch etwas auf, damit man an der Stelle mehr Tiefe erhält. Dem Cockpit fügte ich noch ein kleines Visier hinzu, ansonsten bemalte ich die vorhandenen Konsolen und Bedienelemente. Um später den Lauf der MK 108 anbringen zu können klebte ich einen Klotz mit Ø0,8mm-Bohrung oben hinter den Haubenrand. Als das Cockpit fertig war, brachte ich die sauber tiefgezogene Haube mit 5-Minuten-Epoxydharz an. Danach klebte ich diese ab und überarbeitete den Rumpf. Hier gab es einige Unebenheiten, die ich mit Spachtelmasse ausglich. Da der Rumpf so etwas steril wirkte, gravierte ich noch ein paar Blechstöße ein.

Leitwerksflächen und Tragflächen waren schnell mit Sekundenkleber angebracht. Dann erfolgte der spannende Einbau des Laufs der Bordkanone, der durch die Haube geführt wird; wieder kam der 0,8mm-Bohrer zum Einsatz. Als Lauf nutzte ich die Kanüle einer aufgebrauchten Flasche Plastikkleber. Es wäre sicher nicht gerade materialschonend gewesen, wenn man den Lauf ohne Weiteres durch die Verglasung geführt hätte. Daher modellierte ich mit 5-Minuten-Epoxydharz eine Dichtlippe um den Lauf herum und lackierte diese mit einem dünnen Pinsel matt schwarz.

Aus gezogenen Gießästen erhielt der Abfangjäger eine Antenne und ein Staurohr.

Skoda-Kauba Sk P.14.01

Auch der Startwagen sollte etwas „gepimpt" werden. Die beiliegenden Raketentreibsätze sind recht grob gefertigt. Daher modifizierte ich vier übrige Bomben aus der Ersatzteilkiste. Auch gestaltete ich die Aufnahme des Flugzeugs um. Aus Polystyrolplatten bog ich mir der Rumpfform entsprechende Schalensegmente, auf die das Modell gelegt wird.

Lackiert habe ich alles mit dem Pinsel. Nassschiebebilder liegen nicht bei, auch hier bediente ich mich an meiner Restekiste. Zum Schluss versiegelte ich das Modell mit seidenmattem Klarlack.

Die Skoda Kauba SK P.14.01 zieht durch ihre auffällige Form zwischen meinen anderen Modellen sämtliche Aufmerksamkeit auf sich. Der Bau ging trotz der Nacharbeiten und Umbauten recht zügig voran, da er - gerade durch die erforderliche Eigeninitiative - viel Freude bereitet hat.

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Skoda-Kauba Sk P.14.01

 

Thomas Brückelt,
www.acrokit.com

Publiziert am 15. Januar 2016

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