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Messerschmitt Bf 109 G-6/W/Trop

Korrekturen, um einen gelungenen Bausatz perfekt abzurunden

von Oliver Peissl (1:48 Eduard)

Messerschmitt Bf 109 G-6/W/Trop

Einige Hersteller hatten sich bereits der Bf109 in 1:48 gewidmet, u.a Zvezda, Fujimi, Hasegawa, Revell oder gar ICM. Alle Modelle haben ihre speziellen Eigenarten, sodass die Erwartungen an die erste G-6 von eduard dementsprechend hoch waren. Natürlich waren die Erwartungen an den neuen Bausatz sehr hoch und man erhoffte sich ein, in allen Belangen, perfektes Modell. Zum Teil wurde das Modell nach Erscheinen hoch gepriesen aber auch teilweise (meiner Einschätzung nach) etwas zu scharf kritisiert. Sicherlich war der erste Bausatz nicht perfekt, jedoch hat es eine solche 109 in 48 mit dementsprechender Oberflächengüte, Details in Cockpit sowie Fahrwerk und entsprechender Kleinteilevielfalt im Zusammenspiel bisher noch nicht gegeben. Ich möchte die Fehler dieses Bausatzes allerdings auch nicht verheimlichen und im folgenden Baubericht explizit auf jene eingehen und zeigen, wie diese von mir, sofern machbar, behoben bzw. korrigiert wurden.

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Obwohl das Bausatzcockpit schon einiges hergibt, bin ich immer gewillt, viele Details an meinen Modellen ergänzend darzustellen, daher die Verwendung des Brassin Sets. Die Back- bzw. Steuerbordseiten lassen sich problemlos einsetzen und ermöglichen eine einfache Bemalung, vorausgesetzt man hat die richtigen Vorlagen. Ich kann hier nur empfehlen keine Bilder etwaiger Museumsmaschinen zu nutzen oder diese sehr genau unter die Lupe zu nehmen, denn oft wurden diese nachträglich mit Phantasiefarben bemalt.

Das Armaturenbrett kann wahlweise mittels Ätz- oder Resinteil eingebaut werden, wobei ich mich für letzteres entschloss, ergänzend jedoch noch den Schalterkasten der WGr.21 hinzufügte. Die beigefügten Gurte habe ich komplett durch Gurte des Gurtsets ersetzt, die Papiergurte der Fa. FABRIC sowie Ätzteileschlösser beinhalten. Es fanden diverse Kleinteile aus einem Cutting Edge Set Verwendung, welche von mir an der Zugangsklappe des Staufachs angebracht wurden.

Auch die Auspuffstutzen ersetzte ich durch jene der Brassin Reihe; diese sind einzeln einzukleben und von innen am Rumpf zu befestigen. Die Fahrwerksbeine ersetzte ich durch die der BRONZE legs Serie, um ihre Verwendung zu testen. Der Einsatz hat den Vorteil, dass man keinen Grat, wie bei Spritzguss, hat und die Beine daher stabiler sind.

Zum Schluss fanden noch die WGr.21 Verwendung, diese sind gegenüber der im Bausatz befindlichen Unterflügelwaffen um ein Vielfaches detailgetreuer, wobei auch hier Änderungen erforderlich sind. Die Wandstärke ist zu dick und der hintere Teil der Werferrohre muss aufgebohrt werden, um eine korrekte Darstellung zu ermöglichen. Hier liegt es an jedem selbst zu entscheiden, ob Brassin oder Bausatz, gleiches gilt natürlich auch für die restlichen Sets.

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Grundvoraussetzung für eine gute Lackierung sind saubere Oberflächen und gratfreie Kanten, welche im Vorfeld mittels Spachtelmasse verschliffen werden sollten. Danach ist es empfehlenswert mit einer dünnen Lackschicht zu überprüfen, ob sauber gearbeitet wurde. Nach Abschluss der Vorbereitungen verwende ich eine altbewährte Art zum Hervorheben der Blechstöße, das Pre-Shading. Hierbei werden die Flächen innerhalb jeglicher Blechstöße mit einer hellen, hier weißen Farbe, und entlang der Blechstöße bzw. Klappen mit einer dunklen, hier schwarzen Farbe lackiert. Die Untergrundfarbe besteht laut RLM bei der G-6 aus dem Farbton 76, Graublau oder auch Lichtblau genannt. Die Oberflächenfarben bestehen aus RLM74 Graugrün sowie RLM75 Grauviolett, welche von mir hauchdünn in mehreren Schichten aufgetragen und im Nachgang direkt an den Blechstößen nachbehandelt wurden.

Um Abnutzungsspuren darstellen zu können, nutzte ich das sogenannte Chipping-Verfahren, hierbei wird ein der Basisfarbe ähnlicher Ton mittels feinem Pinsel und/oder Schwamm an Stellen aufgetragen, welche oft durch das Wartungspersonal in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die Decals stammen aus dem Bausatz sowie diversen Bögen meines Fundus' und wurden mittels Weichmacher aus dem Hause Micro Sol/Set behandelt. Die Arbeiten, die auf dem Basislack ausgeführt wurden, sind natürlich auch an den Decals durchzuführen, da sonst der Eindruck entsteht, sie würden sich optisch vom restlichen Modell abheben.

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Abschließend habe ich das gesamte Modell noch mit Semi Matt von Alclad lackiert, um die Decals zu schützen, den unterschiedlichen Glanznuancen entgegen zu wirken und ferner dem Modell einen einheitlichen Glanzgrad zu verleihen. Diverse Ölschlieren wurden von mir noch mit Hilfe hochverdünnter Ölfarben, Faber Castell – artist pens, sowie MiG's Oil Stains an Wartungsklappen aufgetragen und mittels flachem Pinsel in Flugrichtung abgezogen. Nach Fertigstellung sowie Anbringen der Kleinteile wie Antennen, Haube, Fahrwerk und WGr.21 ist das Modell abgeschlossen und hat somit seinen wohlverdienten obersten Platz in meiner Vitrine eingenommen.

Oliver Peissl,
www.Erlawerke.de

Publiziert am 06. Mai 2016

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