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Junkers Ju 88 A-17 10.S8

Ein deutsches Flugzeug bei der französischen Marine

von Enrico Friedel-Treptow (1:72 Hasegawa)

Junkers Ju 88 A-17 10.S8

Das Flugzeug

Nach Kriegsende befanden sich noch viele deutsche Flugzeuge, Ersatzteile und Material in Frankreich. Da das Land zu dieser Zeit nur über wenige eigene Flugzeuge verfügte, wurden die erbeuteten Maschinen weiterhin genutzt. Eine Reihe Junkers Ju 88 verwendete man zur militärischen Forschung und Erprobung. Es gab z.B. Ju 88 mit Raketenbewaffnung, als Lenkwaffenträger und zur Erprobung von Staustrahltriebwerken. Die Ju 88 A-17 „10.S8“ wurde zur Erprobung von Lufttorpedos verwendet. Ende April 1945 war sie in die französische Luftwaffe übernommen worden und bis September mit der Kennung F-YCJC bei der Marine-Luftwaffe in Dienst. Als „10.S8“ war die Maschine dann bis Anfang 1950 auf dem Flugplatz Le Luc bei Marseille stationiert. Im Herbst 1950 wurde sie überholt und erhielt eine neue Lackierung in Gelb und Schwarz. Für die folgenden Tropedoabwürfe verwendete man L.T.1/F5b – Torpedos aus deutscher Produktion. Ab Januar 1952 begann der Einsatz als Kartographie-Flugzeug. Anschließend diente sie noch bis März 1955 für Versuche mit Raketengeschossen. (Quelle: DPMV decal Nr.2, 2012; auch zu empfehlen: „Junkers 88 et 188 Francais“ von Pierre Dumollard, Avia-Verlag, 2005, Texte leider nur Französisch)

Junkers Ju 88 A-17 10.S8

Die Decals

Im Jahr 2012 gab es vom DPMV für seine Mitglieder den Decal-Bogen Nr.2. Enthalten waren Markierungen für Junkers Ju 88 A-17, 10.S8 (1950) 1:72; Airbus A320, DLR, A-ATRA und F-WWDB, 1:144; HMHS Britannic (1916), 1:400 und 1:1200; Panzerhaubitze 2000 A1, ISAF-Truppe der Bundeswehr, 1:72 und 1:35. Für mich interessant waren lediglich die Decals für die Ju 88, die ich dankenswerter Weise vom DPMV erhalten habe.

Junkers Ju 88 A-17 10.S8

Das Modell

Die Decals sind für den Bausatz der Junkers Ju 88 A-4 von Revell (neu) ausgelegt. Da die A-17 jedoch ohne Bodenwanne flog, war für mich der Umbauaufwand beim Revell-Bausatz zu hoch, denn hier ist die Bodenwanne in die Rumpfstruktur stark integriert. Einfacher war es, den Hasegawa-Bausatz zu verwenden. Hier kann durch einfaches Weglassen der Rumpfgondel der gewünschte Zustand hergestellt werden. Dafür musste ich dann feststellen, dass die Streifen am Seitenruder nicht ganz passten. Es musste etwas Farbe an den Rändern ergänzt werden. Dieser Aufwand war aber wesentlich geringer als der Rumpfumbau.

Junkers Ju 88 A-17 10.S8

Die Decals sind glänzend und ohne Versatz gedruckt. Sind ausreichend dünn und lassen sich problemlos verarbeiten. Es sind die Hoheitszeichen für Tragflächen, Rumpf und Leitwerk enthalten. Weiterhin die Kennung 10.S8 sowie der kleine Schriftzug für das Leitwerk.

Außerdem gibt es einen Bemalungsplan. Zeichnungen für den Antennenbau sowie für die Torpedo-Anbringung in 1:72 sind sehr hilfreich, denn beides ist in den Bausätzen (Revell, Hasegawa) nicht enthalten und muss selbst hergestellt werden. Torpedos hatte ich aus dem A-17-Bausatz von Italeri und aus dem A-17-Bausatz von Zvezda. Während die Italeri-Torpedos die richtige Länge, aber falsche Form aufwiesen, waren die Zvezda-Teile besser geformt, aber zu lang. So habe ich die Zvezda-Torpedos gekürzt. Außerdem erhielten sie noch ein zusätzliches Kastenleitwerk, das nach meinem Kenntnisstand aus Holz war. Die Antenne am Bug fertigte ich aus Insektennadeln. Bei der Bemalung griff ich dann wieder auf die Revell Aqua Color Farben und Lacke zurück.

Weitere Bilder

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Junkers Ju 88 A-17 10.S8

 

Enrico Friedel-Treptow

Publiziert am 16. November 2016

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