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Focke-Wulf Fw 190 D-9

Der Sachsenbergschwarm - Die Platzschutzstaffel des JV 44

von Stefan Zimmermann (1:48 verschiedene Hersteller)

Focke-Wulf Fw 190 D-9

Mein besonderes Interesse an der Fw 190 D und speziell dem sogenannten "Sachsenbergschwarm" ist einigen vielleicht bekannt?! Nachdem ich den kompletten Schwarm in 1:32 gebaut habe und dieser nun bald in einer Museumsausstellung zu sehen sein wird, habe ich das Ganze nochmal in 1:48 neu aufgelegt. Diesmal für die heimische Vitrine.

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Hier kurz etwas zur Geschichte der Platzschutzstaffel des JV 44:

Der Jagdverband 44 ("JV 44") war eine mit Me 262 ausgerüstete Jagfliegereinheit, die von Februar bis April 1945 von München-Riem aus im Einsatz stand. Kommandiert von Adolf Galland und später Heinrich Bär, erzielte der JV 44 in seiner kurzen Einsatzzeit von nur elf Wochen 24 Siege im Luftkampf bei dem Verlust von drei eigenen Maschinen.

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Die Me 262 benötigte triebwerksbedingt lange Start- und Landestrecken und war in diesen Phasen recht schwerfällig und so äußerst verwundbar. Schnell machten sich alliierte Jagdflieger diesen Umstand zu nutze und fingen die Turbos bei Starts und Landungen ab.

Der Platzschutz sollte kurz vor dem Start oder Landung der Me 262 aufsteigen und den Luftraum um den Fliegerhorst von feindlichen Maschinen säubern, d.h. gegnerische Jagdflieger weglocken, abdrängen oder sogar abschießen. Die Kämpfe fanden meist in einer Höhe von 500m statt.

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Teile des JG 52 und 54 wurden für diese Aufgabe abgeordnet und Adolf Galland wählte persönlich die Flugzeugführer für seinen Platzschutz aus, den sogenannten "Sachsenbergschwarm", benannt nach Leutnant Heinz Sachsenberg, dem Schwarmführer.

Geflogen wurden Maschinen vom Typ Fw 190 D-9 und D-11.

Der Platzschutz bestand aus ursprünglich fünf Flugzeugen (2xD-11, 3xD-9), wobei nur vier als "Sachsenbergschwarm" bekannt sind.

Focke-Wulf Fw 190 D-9

Fw 190 D-9 "Rote 1", geflogen von Leutnant Heinz Sachsenberg, Fw 190 D-9 "Rote 3", geflogen von Hauptmann Waldemar Wübke, Fw 190 D-11 "Rote 4", geflogen von Leutnant Karl-Heinz Hoffmann, Fw 190 D-9 "Rote 13", geflogen von Oberleutnant Klaus Faber.

Die fünfte und auch kaum dokumentierte Maschine war eine Fw 190 D-11 "Rote 2", vermutlich geflogen von Feldwebel Bodo Dirschauer. Operiert wurde von München-Riem und später Ainring (Oberbayern).

Um bei ihren Einsätzen nicht irrtümlich von der eigenen Platzflak beschossen zu werden, erhielten die Doras der Platzschutzstaffel einen auffälligen Unterbodenanstrich. Dieser bestand aus einer ganzflächigen Bemalung in Rot, durchzogen von weißen Streifen. Die Lackierung erfolgte vor Ort per Hand durch die Wartungsmannschaften. Diesem Anstrich verdankt der Sachsenbergschwarm seinen Spitznamen "Papageistaffel", wobei diese Bezeichnung erst nach dem Krieg entstand.

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Eine weit verbreitete Angewohnheit aller Jagdflieger, ganz gleich welcher Nationalität, war die Verzierung ihrer Maschinen mit aufgemalten Figuren und/oder Sprüchen. Auch die Piloten des Sachsenbergschwarms frönten dieser Tradition.

Wegen der vorstoßenden alliierten Truppen musste der JV 44 Anfang Mai 1945 nach Salzburg-Maxglan verlegen, wobei die "Rote 1" und die "Rote 13" einsatzuntauglich zurückgelassen wurden. Die übrigen Doras wurden dann bei Kriegsende in Salzburg, kurz vor Eintreffen von US-Truppen. unbrauchbar gemacht.

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Als Quellen dienten mir Publikationen von Crandall, Forsyth, das Internet und viele Gespräche mit anderen Modellbauern und Luftfahrtinteressierten. So kamen im Laufe meiner Recherchen immer mal wieder auch Unstimmigkeiten zu Tage. Zum Beispiel, dass die Platzschutzstaffel aus weiteren Flugzeugen bestanden haben soll. Oder dass Sachsenbergs "Rote 1" auf der Unterseite schwarz mit weißen Streifen lackiert gewesen ist. Ganz genau wird man wohl nie die Umstände aufklären können, jedoch im Fall der "Roten 1" gibt es ein Farbfoto, auf dem ein US-Soldat vor der Maschine posiert. Und dort sind eindeutig weiße Streifen auf rotem Grund auf der Unterseite zu erkennen. Indentifizieren lässt sich das Flugzeug anhand der Balkenkreuze ohne weiße Winkel auf der Tragflächenunterseite. Meines Wissens nach war Sachsenbergs Dora das einzige Flugzeug mit dieser vereinfachten Markierung. Aber wie schon erwähnt, am Ende wird man nie 100% Informationssicherheit haben.

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Nun zu den Modellen: es kamen Bausätze von Tamiya, HobbyBoss und Revell (Dragon) zum Einsatz. Die Farben stammten von Humbrol, Vallejo, Gunze, ModelMaster und Revell. Gebaut wurde in der Hauptsache aus dem Kasten. Lediglich kam Gurtzeug von Airmodel, dehnbares Garn, bzw. gezogener Gussast für die Antennendrähte und Basteldraht für die Bremsschläuche, Kabel und Bowdenzüge zum Einsatz. Die Alterung erfolgte nach altbewährtem Rezept: komplettes "Washing" mit verdünnter Ölfarbe und Einsatz verschiedener Pastellkreiden. Endversiegelung dann mit mattem Klarlack von Vallejo.

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Zu sehen gibt es meinen "Sachsenbergschwarm" demnächst auf den "Stammheimer Modelltagen" am 08.07./09.07.17 in Stammheim am Main (Kolitzheim) im dortigen Militärmuseum. Ich kann diese Ausstellung nur wärmstens empfehlen, da alleine schon das Museum einen Besuch wert ist.

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Na,ja.....und ein "Protegé" des Sachsenbergschwarms gibt sich auch die Ehre. Es ist die Me 262 "Weiße 3" des ersten Kommandeurs des JV 44, Adolf Galland. Das Modell stammt von Tamiya, mit Farben von Vallejo und Revell. Ansonsten die gleiche Vorgehensweise beim Bau wie bei den Doras.

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Focke-Wulf Fw 190 D-9

Stefan Zimmermann,
www.zimmosflugwelten.de

Publiziert am 03. Juli 2017

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