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Blohm & Voss BV 222 "Wiking"

von Roland Sachsenhofer (1:72 Revell)

Blohm & Voss BV 222 "Wiking"

Mit 46 Metern Spannweite und 37 Metern Länge kann die Bv 222 Wiking den Titel des größten in Serie gebauten Flugzeuges aller kriegsteilnehmenden Mächte beanspruchen. Die gigantischen Ausmaße gehen auf die geplante Verwendung der Wiking zurück: Ausgeschrieben wurde das Projekt von der Deutschen Lufthansa im Jahr 1937. Gefordert wurde ein großes, für den Transatlantik-Flug geeignetes Flugboot für 16 bis 24 Passagiere. Nach dem Erstflug im Kriegsjahr 1940 wurden die acht Prototypen und die kleine Zahl der sich als C-Reihe anschließenden Serienmaschinen von der Luftwaffe übernommen. Die unterschiedlichen Bv 222 wurden in Norwegen, am Atlantik sowie im Mittelmeerraum als Transporter und Seeaufklärer intensiv eingesetzt.

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Die neun Prototypen und die vier ausgelieferten Serienmaschinen erlitten unterschiedliche Schicksale: V6 und V8 wurden über dem Mittelmeer abgeschossen und V5 und V3 fielen Luftangriffen zum Opfer während sie vor Anker lagen. Die überlebenden Prototypen und die wenigen Serienmaschinen wurden, so sie nicht von den eigenen Besatzungen gesprengt wurden, nach Kriegsende von den Alliierten übernommen.

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Die mit meinem Modell dargestellte V1 hatte eine besondere Einsatzgeschichte: ab Sommer 1941 flog sie Versorgungsflüge für das Afrika-Korps, zuerst noch unbewaffnet, dann, nach einem Umbau im Winter 41/42 in Hamburg, mit schwerer Bewaffnung. Drei 20mm Mg 151 in Drehtürmen wurden durch vier 13mm Mg 131 in Positionen im Rumpf ergänzt. Besonders spektakulär wirken dabei die Waffentürme in den Tragflächen. Die Schützen mussten sich durch einen runden Kriechtunnel in der Fläche zu ihren Gefechtsstationen begeben - nichts für Klaustrophiker!

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Im Mai 1942 wurde die V1 zum Kern der Lufttransportstaffel (See) 222 mit Basis in Athen. Das Ende für die V1 kam in Form eines Landeunfalls im Februar 1943: die V1 lief auf ein unerkanntes Unterwasser-Hindernis und wurde so schwer beschädigt, dass sie teilweise sank. Im Modell ist die V1 im Zustand des Jahres 1942 zu sehen.

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Revell hat sich meiner Meinung nach mit dem Bausatz dieses Riesen selbst übertroffen. Die Bausatzformen stammen aus dem Jahr 2003, können aber auch heute noch als „state of the art“ gelten. Das Cockpit ist angemessen detailliert und die Motoren können mit geöffneten Wartungsklappen gezeigt werden. Die in der Dunkelheit des Rumpfes versinkenden voluminösen Frachtträume sind mit den wesentlichen Decks und deren Strukturen vordetailliert. Freunde der Innendetaillierung können hier eine prächtige Spielwiese finden! Der Aufbau der Teile sorgt für eine stabile und gut zu handhabende Konstruktion, kein unwichtiger Punkt bei einem Modell dieser Größe!

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Möchte man die Motorklappen öffnen, müsste man noch etwas Eigenarbeit investieren. Ähnliches empfiehlt sich bei der Ausgestaltung des Cockpits. In meinem Fall kamen Gurte von Eduard und ein paar Ätzteile aus der Restekiste zum Einsatz, um das gut einsehbare Cockpit zu beleben. Die Bauteile für die seitlichen Fenster wurden von mir durch selbstgefertigte Teile aus Klarsichtfolie ersetzt. So konnte ich sie in geöffnetem Zustand darstellen. Ansonsten ist das Modell aus der Schachtel gebaut.

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Die Passgenauigkeit weiß vom ersten Moment an zu überzeugen, angenehm sind auch der durchdacht wirkende Aufbau und die Abfolge der Bauschritte. Hier kann man sich getrost der in bester Revell-Manier gut gemachten Anleitung anvertrauen. Was mir an den Bauteilen selbst sehr gut gefallen hat, ist der durchwegs feine Guss und ein Sinn für den kleinen Maßstab. So finde ich etwa die Tiefe der Panellinien recht angemessen.

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Die beiden für die deutsche Seefliegerei jener Jahre typischen Farbtöne RLM 72 und RLM 73 sind als Gunze-Farben leider nicht zu beschaffen, sodass ich auf die Vallejo Acrylfarben ausweichen musste. Vom Ergebnis her bin ich recht zufrieden, sodass ich nun öfter zu dieser Marke greifen werde.

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Die beiden im Bausatz angebotenen Markierungs-Varianten wählen aus den verfügbaren Vorbildern zwei attraktive und recht unterschiedliche Maschinen aus. Neben der von mir beschriebenen V1 kann mit der V2 eine zu Kriegsende in Norwegen stationierte Bv222 der SAGr-130 gebaut werden. Die Decals sind, wie bei Revell gewöhnt, von allererster Güte und lassen sich problemlos verarbeiten.

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Der „Dockwagen“, auf dem die Bv 222 in manchen Fotos steht, stammt übrigens von CMK. Der Resin–Bausatz und der kurze Bauprozess werden hier in einem eigenen Modellversium-Artikel beschrieben.

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Abschließend kann ich sagen: Hier hat Revell wieder einmal alles richtig gemacht! Wen immer es zu wirklich Großem zieht und wer die Frage „size matters?“ mit ja beantworten kann, dem sei dieser Bausatz und das daran zu gewinnende Bau-Erlebnis wärmstens empfohlen!

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Einen Baubericht sowie eine Übersicht über die Bausatzteile gibt es hier bei Scalemates. Wie immer stehe ich für Anregungen und Fragen offen: ro.sachsenhofer@gmx.at

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Blohm & Voss BV 222 "Wiking"

 

Roland Sachsenhofer

Publiziert am 14. Mai 2018

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