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Focke-Wulf Ta 152 H-0

mit JUMO 222 und Laminarflügel

von Falko Bormann (1:72 Verschiedene Hersteller)

Focke-Wulf Ta 152 H-0

Teilscratchbau auf Basis Revell

Die Luftlage über Deutschland hatte spätestens seit 1943 gezeigt, dass die vorhandenen Mittel weder zahlenmäßig noch qualitativ ausreichten, um eine Wende im Luftkrieg herbeizuführen. Da sich immer deutlicher abzeichnete, dass der Entwicklung hochwertiger neuer Waffen die Zeit wegrannte, blieb als am schnellsten realisierbare Möglichkeit nur die Modifikation vorhandener und bewährter Modelle. Die Überlegung, ein Bombertriebwerk in einen Jäger einzubauen, hatte im Falle der Fw 190 D durchschlagenden Erfolg gezeigt. Auf der Suche nach mehr Leistung wurde auch die Vereinigung des Bomber-B-Motors JUMO 222 mit der Zelle der Tank 152 H ins Kalkül gezogen. Für die optimale Umsetzung der Motor- in Flugleistung waren Laminarflügel vorgesehen.

Als Basismodell für den Umbau hatte ich gerade die Tank 152 H von REVELL zur Hand. Leider ist dieser Bausatz aufgrund des Alters von unglaublich schlechter Qualität und Detaillierung. Ich kann nur ein besseres Basismodell empfehlen, da mehr Zeit in die Überarbeitung des Grundbausatzes als in den eigentlichen Umbau floss.

Die Veränderungen beschränkten sich auf den Vorderrumpf und die Tragflügel. Der Rumpf musste vor dem Leitwerk um etwa 3 mm gekürzt werden (A). Auf einer ebenen Unterlage wurden dann beide Rumpfhälften separat aufgebaut. Die Nachbildung der Bugsektion erfolgte in Spantenbauweise. Nach Abtrennen der vorhandenen Motorverkleidung vor der Flügelvorderkante wurde zunächst an jede Rumpfhälfte eine Grundplatte (B) in der Kontur des Rumpfes angeklebt. Auf diese kamen dann die halbierten Spanten (C) und die Auspuffkästen (D). Nach dem Durchtrocknen und der zwischenzeitlichen Detaillierung der Kabine konnte der Rumpf montiert werden. Den Ringkühler (E) am Bug spendierte eine Fw 190 D-9 von TAMYA.

Focke-Wulf Ta 152 H-0

Die Zwischenräume der Spanten erhielten eine Füllung aus mit Epoxidharz getränktem Balsaholz. Für den Kühlluftaustritt hinter dem Kühler wurde eine umlaufende Kerbe eingearbeitet. Ein Problem von Modellen der FW-190 Familie ist immer wieder die Nachbildung der Kabinenhaube, die im Original als Ganzes zu verschieben war. Dem REVELL-Bausatz lagen nur die durchsichtigen Kanzelbereiche als separate und im Übrigen viel zu dicke Spritzgussteile bei. Dies hätte lediglich die geschlossene Darstellung zugelassen. Also blieb nur das Abtrennen des am Rumpf angespritzten hinteren Kanzelteiles und das Selberziehen der Haube.

Focke-Wulf Ta 152 H-0

Die Tragflächen des Höhenjägerprojektes unterschieden sich von denen der „normalen“ Ta-152 H in der Trapezkontur und im Profil. Die Flügel wurden zunächst zusammengebaut und dann auf die neue Kontur gestutzt und profiliert.

Focke-Wulf Ta 152 H-0

Erst jetzt wurden die Ruder herausgetrennt, weiter verfeinert und angelenkt montiert. Der weitere Zusammenbau des Modells erforderte bausatzbedingt noch reichlich Spachteln und Schleifen. Das Modell wurde komplett neu graviert. Einige Kleinteile mussten vor dem Spritzen angebaut werden, so die geöffneten Kühlerklappen aus dünnen gebogenen Plasteplättchen. Die beidseitigen Lufthutzen stammten von einer Me 609 (HUMA). Unter die Tragflächen kamen Aufhängungen und Bordraketen Kramer X-4 von Revells Me P.1101.

Focke-Wulf Ta 152 H-0

Als Farbgebung für dieses Reißbrettprojekt wählte ich das für die Tank 152 - Einheiten typische Muster: Unterseite RLM 76, Oberseite RLM 81/82 gefleckt. Die Farben mischte ich aus dem Revell-Sortiment. Das (gespritzte) rot-gelbe Rumpfband verweist auf das JG 301. Die Markierungen als Stabsmaschine stammten von TAMYAS D-9, das Fahrwerk von Revells neuer FW 190 A-8.

Focke-Wulf Ta 152 H-0

Nach den üblichen Ritualen von Trockenmalen, Klarlackieren, Altern usw. konnte das Modell komplettiert werden. Der Vierblattpropeller entstand aus den Teilen des Bausatzes und aus einem neuen selbst gefeilten Blatt.

Als Ergebnis der Umbauten entstand ein wirkliches Unikat, dessen Original zwar kampfkräftig gewesen wäre, das den bereits verlorenen Krieg aber nicht gewonnen hätte.

Focke-Wulf Ta 152 H-0

Ganz in Familie: im Vordergrund die FW 190 V-19 (Scrach auf Basis TAMYA), oben eine FW 190 A-8 (ITALIERI), rechts die Ta 152 mit JUMO 222.

Der voluminöse JUMO 222 verleiht der ansonsten weitgehend gleichen Zelle eine bullige Erscheinung.
Der voluminöse JUMO 222 verleiht der ansonsten weitgehend gleichen Zelle eine bullige Erscheinung.

Literatur

  • Walter Schick/Ingolf Meyer, Geheimprojekte der Luftwaffe. Jagdflugzeuge 1939-1945, Motor-buchverlag Stuttgart, 1994
  • Heinz J. Nowarra, Die deutsche Luftrüstung 1933-1945, Bernard & Graefe Verlag Koblenz, 1993
  • Heinz J. Nowarra, Focke-Wulf Fw 190. Das Flugzeug, das Jäger, Bomber und Schlachtflugzeug war. Band 95, Podzun-Pallas-Verlag Friedberg 1985
  • www.luft46.com

Falko Bormann

Publiziert am 15. Januar 2006

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