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North American Mustang Mk. III

von Stefan Zimmermann (1:72 Academy)

North American Mustang Mk. III

Zum Vorbild:

Die Karriere der P-51 beginnt im Januar 1940, als die britische Beschaffungskommission für amerikanische Waffen bei der "North American Aviation Company" anfragte, ob es möglich sei, die Curtiss P-40 in Lizenz zu produzieren. Die NAAC schlug jedoch den in der Entwicklung befindlichen Nachfolger vor, und so kam es, dass die Briten 620 Exemplare des Typs "NA-73" bestellten.

Das von der RAF "Mustang" genannte Flugzeug war mit seinen mäßigen Flugleistungen in mittleren und großen Höhen jedoch kaum besser als die P-40. Erst mit dem versuchsweisen Einbau von R-R Merlin-Motoren begann eine Erfolgsstory. Angetrieben von einem Packard-Merlin V-1650-Motor war die Mustang den deutschen und später auch den japanischen Mustern ein höchst gefährlicher Gegner. Diese Überlegenheit hatte ihre Wurzeln jedoch nicht alleine in den technischen Eigenschaften des Flugzeuges, sondern auch in der besseren Pilotenausbildung.

North American Mustang Mk. III

Eine gut geflogene Bf 109 G war durchaus in der Lage, gegen die Mustang zu bestehen, nur war ab 1944 die Pilotenausbildung bei der Luftwaffe primär darauf ausgelegt bzw. gezwungen, schnell Nachwuchs an die Front zu bringen. Die Qualität der Ausbildung war dadurch stark herunter gesetzt und viele junge, unerfahrene Piloten verloren schon bei ihren ersten Einsätzen das Leben.

Die Mustang bewährte sich in der Rolle des Höhen- und Begleitschutzjägers, der dank seiner großen Reichweite die alliierten Bomberströme bis zum Ziel und zurück begleiten konnte und so die P-38 und P-47 in dieser Rolle ablöste.

North American Mustang Mk. III

Auch als Jagdbomber war die P-51 erfolgreich. Mit einer Primärbewaffnung von vier 6 12,7mm-MGs und einer ansehnlichen Zuladung an Bomben und/oder Raketen unter den Flügeln, stellte die Mustang eine äußerst schlagkräftige Waffenplattform dar.

An allen Kriegsschauplätzen stellte die P-51 ihr Können unter Beweis und man kann mit Fug und Recht behaupten, dass sie zu den besten Kolbenmotorflugzeugen des II. Weltkrieges gehört.

North American Mustang Mk. III

Auf US-Seite wurde die Mustang noch im Korea-Krieg als JaBo eingesetzt und 50 andere Luftwaffen setzten die Mustangs bis weit in die 60er ein. Ebenso machte die P-51 im zivilen Bereich als Rennflugzeug von sich reden.

Heute gibt es noch viele flugfähig erhaltene Exemplare, die auf Airshows gezeigt werden. Meinem Wissen nach ist die "Old Crow" eine der populärsten Maschinen.

North American Mustang Mk. III

Zum Modell:

Academy hat hier einen wirklich tollen Bausatz auf den Markt gebracht. Mit schönen Oberflächendetails, einem ordentlichen Cockpit, guter Passform und der Option drei verschiedene Versionen bauen zu können, ist dieser Kit ein echtes Bastelhighlight. Allerdings gibt es leider auch einen Wermutstropfen, denn die Recherche in Bezug auf Lackierung der RAF-Version war nicht ganz korrekt, und so sind Bemalungshinweise unrichtig dargestellt. Später werde ich noch im Einzelnen darauf hinweisen.

Wie schon erwähnt, habe ich aus diesem Kit die RAF-Version mit Malcolm Hood-Canopy gebaut, natürlich OOB, nur die Plastik-MGs habe ich durch Kanülen ersetzt.

North American Mustang Mk. III

Mein Modell stellt eine P-51 B (Mustang III) der PK.G 315. Squadron, geflogen von Eugeniusz Horbaczewski, Anfang 1944 dar. Diese Einheit bestand aus polnischen Piloten, die nach der Besetzung ihrer Heimat durch die Deutschen fliehen konnten und auf britischer Seite weiter kämpften.

Der Zusammenbau war durch die gute Passform eine helle Freude und ging auch recht zügig von statten. Die Klebenähte und ein paar kleine Stellen auf der Unterseite habe ich mit TippEx (guter Flüssigspachtelersatz!) geschlossen und verspachtelt. Anschließend erhielt das Modell eine Grundierung mit Tamiya Primer.

North American Mustang Mk. III

Nachdem die Grundierung durchgetrocknet war, ging es ans Lackieren. Für die Unterseite nahm ich "Medium Sea Grey" von Vallejo. Für die Oberseite kamen "Ocean Grey" und "Dark Green" aus den RAF-Sets von Gunze zum Einsatz. Hier habe ich ein wenig experimentiert und das Tarnmuster nicht mit Schablonen, sondern frei Hand aufgebracht. Ich bin mit dem Ergebnis nicht unzufrieden. Für alle Pinselarbeiten benutzte ich die Aqua Colours aus dem Hause Revell.

North American Mustang Mk. III

Nun zu den bereits genannten Fehlern in den Bemalungshinweisen, die ich, ganz auf Academy vertrauend, ja auch prompt gemacht habe:

  1. Die weiße Spinnerfarbe hätte noch bis auf den vorderen Teil der Motorcowling gehen müssen und zwar bis zum Beginn der Motorabgasanlage.
  2. Die gelben Streifen an den Flügelvorderkanten fallen zu breit aus.
  3. Kurz vor den Flügelwurzeln der Tragflächen hätte noch ein weißes Band, parallel zum Rumpf verlaufend, um die Tragflächen herum lackiert werden müssen.
Punkt 1 und 3 werde ich noch ausbessern, aber die gelben Flügelvorderkanten lasse ich jetzt so. Dies ist wieder mal ein schönes Beispiel, sich nicht blind auf die Angaben des Herstellers zu verlassen, sondern eigene Referenzen ein zu holen. Das Internet ist dabei ja eine große Hilfe. Wobei ich jetzt nicht behaupte, alle Herstellerangaben seien grundsätzlich unkorrekt!

North American Mustang Mk. III

Nach einem Tag Trockenzeit erhielt meine Mustang eine Schicht Emsal Glänzer. Nun ging es an die Decals. Die Verarbeitung war eine recht heikle Angelegenheit, denn die Nassschiebebildchen neigten leicht zum Reißen oder rollten sich auf. Aber einmal aufs Modell gebracht, legten sie sich mit Hilfe von Decal Soft brav an die Oberfläche an.

Erneut gab es eine Lage Emsal Glänzer und es folgte das "Weathering". Verschmutzungen etc. habe ich mit Pastellkreide erstellt, Lackabplatzer per Drybrushing. Allerdings habe ich mich bei diesem Modell in Bezug auf die Alterung etwas zurück gehalten.

Als abschließende Versiegelung bekam die P-51 eine Schicht matten Klarlack aus der Dose (Humbrol).

North American Mustang Mk. III

Für das Display nahm ich einen kleinen Bilderrahmen und lackierte zuerst die Vorderseite der Rückwand grau (Autogrundierung aus der Sprühdose). Mit Bleistift und Lineal zog ich die Kanten zwischen den Betonplatten und malte diese dann mit einem Pinsel und Anthrazitfarbe frei Hand nach. Mit Pastellkreide und einem feuchten Zeigefinger wurde die "Betonpiste" noch ein wenig verschmutzt. Die Grünfläche besteht aus Streugras aus dem Modelleisenbahnzubehör. Der Pilot stammt aus dem RAF-Set von Revell, das Fass aus dem Fahrzeug- und Zubehörset von Academy.

Einen bebilderten Baubericht über dieses Projekt gibt es übrigens auf meiner neuen Homepage unter www.zimmosflugwelten.de zu sehen.

P.S.: Korrektur der Lackierung

An den erwähnten Bemalungsfehlern habe ich im Nachhinein noch gearbeitet und einiges ausgebessert. Die weißen Streifen auf den Tragflächen bestehen aus Decals, die laut Bauanleitung eigentlich für eine US-Version gedacht waren. Die Verarbeitung war sehr schwer, da die Decals leicht rissen. Das Weiß des Propellerspinners habe ich noch ein Stück auf die Motorcowling "gezogen".

So ist alles, bis auf die gelben Markierungen auf den Tragflächenvorderkanten, dem Original angepasst. Außerdem gab es noch ein leichtes Washing mit verdünnter Ölfarbe.

North American Mustang Mk. IIINorth American Mustang Mk. IIINorth American Mustang Mk. IIINorth American Mustang Mk. III

North American Mustang Mk. III

 

Stefan Zimmermann,
www.zimmosflugwelten.de

Publiziert am 02. Juni 2011

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