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Junkers Ju 88 V8

von Enrico Friedel-Treptow (1:72 Italeri)

Junkers Ju 88 V8

Geschichte

1935 wurde die Forderung nach einem Schnellbomber mit drei Mann Besatzung und einer Bombenlast von 700 – 800 kg aufgestellt. Für die Konstruktion eines solchen Flugzeuges holten sich die Junkers-Werke zwei amerikanische Konstrukteure, W.H. Evers und A. Gassner. Sie begannen am 15. Januar 1936 ihre Arbeit. Am 21.12.1936 erfolgte bereits der Erstflug der V1 und damit begann die Karriere eines der erfolgreichsten und vielseitigsten Flugzeuge der deutschen Luftwaffe. Da es nicht in das deutsche Propaganda-Konzept passte, wurden die beiden Amerikaner später nicht mehr erwähnt und ihre Arbeit entsprechend nicht gewürdigt.

Junkers Ju 88 V8

Das Flugzeug

Im Laufe der Entwicklung der Junkers Ju 88 entstanden mehr als 100 Prototypen. In vielen Publikationen erwähnt und damit zu den bekanntesten gehören die Maschinen V1 bis V6. Alle anderen V-Muster werden in der Literatur recht stiefmütterlich behandelt. Die V8 flog erstmals am 03. Oktober 1938. Ohne Anstrich flog sie mit der zivilen Kennung D-ASCY, später erhielt sie die Werkskennung DG+BF und wahrscheinlich die vorschriftsmäßige Segmenttarnung. Ausgestattet war sie mit einem Jumo 211 A und einem Vierblatt-VDM-Metall-Propeller. Sie sah der A-0 recht ähnlich, jedoch hatte die Rumpfwanne kein Bombenzielfenster im Bug und sie flog ohne Bewaffnung. Interessant bei der Maschine ist die unvorschriftsmäßige Bemalung des Leitwerks. Während der rote Streifen exakt den vorgegebenen Maßen entspricht, ist der weiße Kreis viel zu klein und nicht mittig angebracht. Normalerweise hätte er in der Leitwerksmitte aufgespritzt sein müssen und der Durchmesser sollte 6/8 der Größe des roten Streifens betragen. Mit der V8 wurden umfangreiche Tests der Sturzflugbremsen durchgeführt.

Junkers Ju 88 V8

Das Modell

Das Modell entstand aus einem Italeri-Bausatz der Junkers Ju 88. Um aus einer A-4-Version den Prototyp V8 zu machen, waren einige Veränderungen notwendig. So musste das Leitwerk verändert werden. Außerdem musste der VS-11 Dreiblatt-Holzpropeller der A-4 gegen einen Vierblatt-Metallpropeller getauscht werden. Diese sehr schönen Propeller fertigte dankenswerter Weise H. Dähne. An den Triebwerken musste die untere Öffnung in der Stirnseite verschwinden und durch einen Steg ersetzt werden. Ein weiteres auffälliges Unterscheidungsmerkmal sind die kürzeren Tragflächen. Da ich keinen Umbausatz auftreiben konnte, verkürzte ich die vorhandenen Flächen entsprechenden. Anschließend wurde verspachtelt und verschliffen. Ich finde das Ergebnis recht ansprechend. Die Rumpfgondel wurde ebenfalls entsprechend geschliffen und die Bugsektion abgerundet. Die A-4-Kanzel mit dem bauchigen B-Stand musste gegen eine mit einfachem B-Stand ausgetauscht werden. Hier verwendete ich die tiefgezogene Kanzel aus dem Umbausatz zur A-1 von LF Models. Der Bausatz hat in der Rumpfbugverglasung eine Öffnung für ein MG. Die V8 flog jedoch ohne diese Bewaffnung, also musste hier das Loch beseitigt werden. Die gesamte Scheibe wurde heraus gefeilt und durch eine neue Scheibe ersetzt. Da ich nur Fotos der V8 kenne, auf denen sie keinen Anstrich trägt und weil ich schon einige Maschinen mit Segmenttarnungen habe, entschied ich mich für die Aluminium-Maschine. Gespritzt wurde mit Aluminium und Dark Aluminium von Alclad, nachdem eine Grundierung mit Mikrofiller von Alclad aufgebracht worden war. Ich habe mich von guten Ratschlägen leiten lassen, doch leider ist das Ergebnis nicht so glänzend, wie ich es gern gehabt hätte. Nur die Propeller, die ich nicht grundiert habe, zeigen einen schönen metallischen Glanz. Da auf Fotos der V8 farbliche Unterschiede einzelner Sektionen erkennbar sind, wurden für die Gestaltung zwei unterschiedliche Aluminiumfarben gewählt. Leider sind im Gesamtbild beide Farbtöne kaum zu unterscheiden. Die Decals sind eine Anfertigung von Peddinghaus-Decals. (Die Figur auf den Fotos stammt von Preiser, das Arbeitspodest von airmodel products – siehe auch meine Kit-Besprechung)

 

Quellen

1 – Junkers Ju 88 in action Part 1; squadron / signal publications; 1991

2 – K.A. Merrick, Jürgen Kiroff; Luftwaffe Camouflage and Markings 1933-1945 Volume Two; Classic Colours 2005

3 – Krzysztof Janowicz; Junkers Ju88 Vol. I; Kagero 2005

 

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Weitere Bilder

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Enrico Friedel-Treptow

Publiziert am 14. Dezember 2011

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