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SU-76I

von Egbert Sellhorn-Timm (1:35 MR Models)

SU-76I

Nach ca. 26 Jahren Pause baue ich wieder Panzer aus dem Zweiten Weltkrieg in 1:35. Ich habe nun eine ganze Reihe von Modellen und stürze mich jetzt auf ein besonderes Modell: Den russischen Panzer SU-76 (I).

SU-76I

Zum Vorbild:

Die deutschen Landser staunten bestimmt nicht schlecht, als sie der SU-76i gegenüberstanden. Schließlich basierte sie auf dem Laufwerk des deutschen Panzer III. Aufgrund der vielen technischen Fehler der SU-76 und der sich nahenden Sommeroffensive wurde schnell Ersatz gefordert, bis die SU-76M in Produktion ging. Es wurde vorgeschlagen, das Laufwerk des Panzer III zu nehmen. Es wurde oft erbeutet, war mehr als geeignet und zeigte schon im SG-122 gute Leistungen. Es wurden 201 Panzer III erbeutet und später umgebaut. Die Probleme mit der 76,2-mm-ZiSsh-Kanone konnten durch die 76,2-mm-S1-Kanone, die speziell für Selbstfahrlafetten entwickelt wurde, behoben werden. In Sverdlovsk bestanden die Prototypen die Tests und wurden für gut befunden. Im Gegensatz zu den anderen SU-76 Modellen war das SU-76i nicht offen, was seine Überlebensfähigkeit steigerte. Viele wurden auch mit den Kommandantenkuppeln aus erbeuteten Panzer III ausgerüstet. Seinen ersten Einsatz erlebte die SU-76i bei Kursk und Anfang 1944 sollte sie schon wieder von der Front abgezogen werden, um zu Trainingseinheiten zu gehen. Die SU-76i hat mehrere Namen, so läuft sie auch unter dem Namen SU-76 (S-1) und SU S-1.

Quelle: www.panzer-archiv.de

Vorbildfotos finden sich hier.

SU-76I

Zum Modell:

Um diesen Panzer zu bauen, brauche ich einen Panzer III und einen Umbausatz. Den Panzer III von Tamiya habe ich mir bei ebay für ca. 30 Euro gekauft. Der Umbausatz stammt von der Firma MR Models. Der Umbausatz besteht aus Resin, einem gedrehtem Metallrohr und ein paar Zinnteilen und kostet ca. 37 Euro. Die Resinteile sind bei weitem nicht so fettig wie die Modelle von z. B. Forge World.

Das ist der erste Bausatz in dieser Größe, der nicht nach Bauplan sondern umgebaut wird. Die Resinteile habe ich nun von den doch sehr dicken Gussresten befreit. Ich musste teilweise mit dem Hammer beigehen. Klinge des Bastelmessers auf die Sollbruchstelle und mit dem Hammer oben vorsichtig auf die Klinge hauen. Das ist übrigens ein 100-gr-Hammer. Also ideal zum Basteln.

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Die Geschützmontage war ein wenig kniffelig, da ich das Geschütz gerne beweglich bauen möchte. Nur sind durch den etwas ungenauen Guss die Grate in den Halterungen (da wo die Zapfen eingesetzt werden) ziemlich heftig. Da reinzukommen, war schwierig. Entweder mit dem Dremelbohrer oder mit einem Messer mit langer schmaler Klinge. Da mir der Dremel keinen Fehler verzeiht, habe ich das Profi-Bastelmesser genommen.

Ich muss gestehen, dass ich davor echt Bammel hatte, denn ich liebe es, wenn Teile sich bewegen. Ein Misserfolg hätte mich frustig gemacht.

Der Aufbau (eigentlich Kassematte genannt) ist nun einbaufertig.

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Die Klappen mussten allesamt nachgearbeitet werden, da sie um ca. 1mm zu lang waren. Das Einkleben des Kanonenrohrs war problemlos. Die Zinnteile auf dem Dach mussten ebenfalls ein wenig nachgearbeitet werden. Leider ist das Teil, wo das Rohr reinkommt, etwas schief in der Kassematte, wobei nun die Kanone ein klein wenig nach rechts zeigt. Aber zum Glück nur ein wenig. Den Geschützverschluss innerhalb der Kassematte habe ich nicht eingeklebt, weil ich den nie wieder sehen werde.

Auch die Antennenaufnahme (sieht aus wie ein kleiner Becher) habe ich nicht an die Seitenwand geklebt, da es irgendwie unharmonisch aussah.

Leider ist die Geschützblende völlig nutzlos. Es hat sehr große Spaltmaße und auch die Erhebungen sehen komisch aus. Auch ist es viel zu groß. Das muss ich nachbauen.

Hier habe ich die fertige Kasematte auf die Rohoberwanne lose gesetzt.

Ich werde zuerst die Rohoberwanne für die Kasematte zurechtschneiden und dann erst den Panzer III bauen. Somit riskiere ich nicht, angebaute Teile zu verbiegen oder abzureißen.

Hier ist nun die Rohoberwanne gemäß Originalbildern entsprechend beschnitten worden und die Kasematte liegt locker drauf.

Leider habe ich mit dem Dremel ein wenig zu viel weggefräst. Ein großer Spalt auf der hinteren rechten Seite hat sich aufgetan. Auch sind die Schnittkanten leider etwas huckelig. Aber das ist nicht weiter tragisch, da ich Kasematte und Rohoberwanne mit Sekundenkleber verklebe und dieser sich beim Trocknen leicht ausdehnt. Beim Antrocknen kann ich die Klebestellen leicht verstreichen, damit es eben wird. Wie mit einem Spachtel und Spachtelmasse. Die großen Spalte werde ich mit Ausrüstungsteilen verdecken. Zwar nicht professionell, aber praktisch.

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Heute Abend habe ich nun die beiden Wannen zusammengefügt und Teile der deutschen Ausrüstung angebracht. Diese habe ich teilweise nicht nach Bauplan gemacht, sondern individuell gestaltet, da noch zwei russische Kisten und Benzinfässer draufkommen. Teile der Ausrüstung werde ich so anbringen, dass einige Spalten verdeckt werden.

Die Details sind dran und die Lücken zwischen Kasematte und Wanne sind auch geschlossen. Hier zum Beispiel habe ich vor einer großen Lücke einfach einen Behälter aus meiner Bitskiste genommen. Jetzt kommt noch die große Panzerblende am Geschütz und dann kommt Farbe drauf. Zum Schluss kommen noch Balkenkreuze der Wehrmacht dran.

Ich habe doch noch versucht, die originale Kanonenblende anzubauen, obwohl der Durchmesser für die Geschützaufnahme viel zu groß ist. Ich habe die Blende in der Mitte durchgeschnitten und versucht, sie dann mit dem Messer anzupassen. Den Dremel wollte ich nicht benutzen, da der Resinstaub krebserregend ist. Es ist mir misslungen. Nun baue ich aus den Schürzen des Panzer III eine Blende. Das Material reicht für acht Versuche.

Hier sieht man auch, wie ich durch ein langes Stück die Klebekante verdeckt habe. Sieht sehr dezent aus. Aber ich bin damit nicht zu 100% zufrieden. Da ich aber leider kein Handwerker bin, habe ich die Spalten nicht verspachtelt, weil es dann einfach sch**ße aussieht. Also lieber was Dezentes vorkleben.

Hier nun habe ich die Blende Stückchen für Stückchen mit dem Dremel innen geweitet, bis es passt. Leider ist die Front der Kanonenaufnahme etwas größer als der restliche Schaft, so dass die Blende innen so groß sein muss, dass sie mit Ach und Krach drüber passt. Das hat die Folge, dass sie - fertig übergestülpt - kleine Spaltmaße hat. Ich habe die Form des Kanonenschaftes eh nicht so besonders gut hinbekommen (wir erinnern uns: Ich bin kein Handwerker).

Nun habe ich die Blende (es ist der erste und einzige Versuch) mit gaaaanz viel Sekundenkleber auf den Schaft geklebt. Den überquellenden Kleber habe ich mit der Messerklinge wie mit einem Spachtel glatt gestrichen, um die Spalten zu dichten, was recht gut gelungen ist.

Wenn der Kleber getrocknet ist, werde ich dann entscheiden, ob die Spaltmaße zu groß sind oder nicht. Sie sind zu groß, werde ich als Reparaturteile durch Beschuss oder als Panzerungsverstärkung kleine Plastikteile draufkleben.

Der verspachtelte Kleber hat fast sämtliche Spalten abgedichtet. Zwei Spalten habe ich jetzt mit Sekundenkleber ebenfalls zugespachtelt. Die leicht unregelmäßige Form des Schutzschildes des Geschützes habe ich mit einer Nagelfeile nachgearbeitet. Leider ist das Gechütz leicht zur Seite geneigt. Das lässt sich leider nicht mehr korrigieren, ohne das komplette Modell zu zerpflücken.

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Hier nun zwei Bilder der gut gelungenen Grundierung. Es ist übrigens eine Spraydose von Army Painter. Kann ich sehr empfehlen!

Was mir nach der Grundierung aufgefallen ist: Die Klebespuren sehen gut aus und passen. Aber das Geschützschild hat eine Auswerfermarke! Das ist der Kreis rechts oben auf dem Schild. Mal sehen, ob ich den mit den farblichen Details wegbekomme.

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Übrigens: Mein Panzer hat Werkzeuge und Ersatzräder mit, was russische Panzer so normalerweise nicht mithaben. Aber mein Panzer ist von der Wehrmacht wieder zurückerobert worden und wurde daher wieder in Grau umbemalt und mit Werkzeugen und Ersatzteilen ausgerüstet.

SU-76I

Da ich ja nun nicht so der tolle Maler bin, habe ich lange darüber gegrübelt, wie ich das Modell akzentuieren soll, ohne es mit meinen begrenzten Malfähigkeiten zu verhunzen. Ich habe nur wenige Details leicht bemalt wie das Werkzeug und das Abschleppkabel. Den Panzer selber habe ich mit einem Schwamm und weißer Farbe darauf leicht betupft, um so einen leicht benutzten Eindruck zu verschaffen. Dafür, dass ich nicht malen kann, bin ich mit dem Ergebnis recht zufrieden.

Hier ist er nun: Der von den Sowjets erbeutete SU-76 (I), in Landsergrau bemalte und mit Wehrmachts-Abzeichen gekennzeichnete Jagdpanzer.

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Egbert Sellhorn-Timm

Publiziert am 27. September 2012

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