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Henschel Hs 123

von Roland Sachsenhofer (1:48 Revell)

Henschel Hs 123

Ich möchte euch ein Modell vorstellen, das als vermeintlich einfacher Bau begonnen hat und schließlich als eines meiner aufwendigsten Projekte beendet worden ist. Irgendwie hat mich hier der Ehrgeiz gepackt, doch noch ein einigermaßen ansehnliches Stück Plastik hinzukriegen...

Eigentlich wollte ich ja nur einen „Erprobungsträger" für meine ersten Wintertarnungsversuch, nach dem dieser Bausatz dann aber doch einigermaßen gemuckt hat und ich einzelne zu grob geratene Teile einfach nicht verbauen wollte, hat die Sache einen etwas aufwendigeren Verlauf genommen...

Henschel Hs 123

Begonnen habe ich dieses Projekt mit zwei formgleichen Bausätzen von Italeri und Revell.

Von wem die Formen ursprünglich stammen, entzieht sich meiner Kenntnis, die Entstehungszeit dagegen lässt sich recht gut schätzen: sie muss wohl jenem Jahrzehnt entstammen, in dem erhabene Strukturen, eine nur rudimentär angedeutet Cockpitgestaltung und insgesamt recht grob-spielzeughafte Formen den Mainstream der Modellbausätze bestimmt haben.

Henschel Hs 123

Der Italeri Bausatz hat die für mich interessante Variante mit Wintertarnung geboten, während ich aus dem reichen Revell-Decalsatz die diesbezüglich magere Ausstattung an Markierungen und vor allem an Wartungsbeschriftungen ergänzen konnte.

Auf die überalterten Formen habe ich mit einer für mich eher ungewohnten Selbstbau- und Improvisieroffensive geantwortet. Als erstes ist das Cockpit mit Gurtzeug aus Tamiya-Maskierband und einer aus dem Materialfundus stammenden Instrumentierung ausgestattet worden.

Henschel Hs 123

Einige Teile habe ich gleich verworfen: so mussten die viel zu dicken Streben des Zusatztanks genauso wie das Staudruckrohr schon zu Beginn dran glauben, diese wurden aus Blumendraht beziehungsweise aus zwei ineinander geschobenen Spritzenkanülen ersetzt. Weiters habe ich die Bombenracks, die ich leer darstellen wollte, verworfen und durch selbstgeschnitzte Konstruktionen aus einem Kunststoffkern und detaillierendem Ätzteilblech neu gefertigt.

Henschel Hs 123

Unbedingt ergänzen wollte ich auch die gut einsehbare Verkabelung des Motors, dies bedeutete zusätzlich auch ein Auswechseln jener zu dick gegossenen dreieckigen Konstruktion, die der Befestigung der Verkleidungsbleche dient, diese wurde ebenfalls aus Draht nachgeformt.

Die Stutzen des Außentanks sind im Modell etwas einfach angelegt, auch sie habe ich mit Draht dem Vorbild anzunähern versucht. Viel Klarsichtteile weist dieses Muster ohnehin nicht auf; was der Bausatz hier liefert, wollte ich auch nicht verbauen... Abhilfe brachte hier ein entsprechend gebogenes und bemaltes Stück Klarsichtfolie, die ich - vorsichtig! - mit Cyanacryladkleber befestigte.

Henschel Hs 123

Jetzt sind eigentlich nur mehr die Neugestaltung der vier Auspuffrohre aus hohlen Plastiklitzen unterschiedlicher Stärke, die Ergänzung der drei Trimmklappen-Anlenkungen an Höhen- und Seitenruder sowie die ausgesägten und neu angelenkten Höhenruder zu nennen, um diese Aufzählung zu komplettieren.

Henschel Hs 123

Die erhabenen Strukturen störten mich dagegen in keiner Weise. Gerade bei einem so robusten und verwitterten Modell, wie es meine Hs 123 werden sollte, sowie mit einem Blick auf‘s Original kommen sie meiner Meinung einer realistischen Gestaltung sogar sehr entgegen.

Die Tarnung habe in mehreren Schichten aufgebaut, wobei zwischen dem Untergrund aus einem kompletten Farbauftrag aus RLM 70/ 71/ 65 und dem Weiß eine Schicht Maskierflüssigkeit liegt. Dies sollte den spezifisch hartkantigen Abrieb, den Flug- und Wartungsbetrieb erzeugen, imitieren. Weiters wurde das Weiß noch angeschliffen, mehrfach in Teilen neu aufgetragen und nach dem Aufbringen der Decals natürlich noch mit Lagen „Dreck und Schmodder" aus unterschiedlichen Pastellkreidetönen behandelt.

Henschel Hs 123

Wer sich die einzelnen, in diesem Fall durchaus komplexen Bau- und Bemalungsschritte genauer ansehen will, kann dies gern hier im Werkstattbereich des JAM Forums machen.

Dargestellt wird eine an der Ostfront eingesetzte Maschine der 5/Sch.G 1 aus dem Winter 1941/42. Die Decals sind, wie oben schon angesprochen, eine Mischung aus den Italeri- und Revell Bögen.

Wie immer stehe ich für Anregungen und Fragen offen! Ro punkt sachsenhofer at gmx punkt at

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Roland Sachsenhofer

Publiziert am 11. Oktober 2012

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