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DFW C.V

Galizien 1916

von Sebastian Rosenboom (1:48 Karaya)

DFW C.V

Parallel zu den Arbeiten an einer Publikation über den Luftkrieg an der Ostfront im Ersten Weltkrieg kam mir die Idee, dieses Thema einmal zum Gegenstand eines Dioramas zu machen. Die Planungen und Basteleien zogen sich insgesamt über rund ein dreiviertel Jahr hin, wobei mir immer wieder neue Ideen zu kleinen Details kamen. Dioramen waren bislang nicht unbedingt mein Fachgebiet, mit dem hierbei erzielten Ergebnis bin ich aber durchaus zufrieden. Abseits der ja bekanntlich sehr oft dargestellten Jagdstaffeln mit ihren bunt bemalten Maschinen wollte ich eine Szene aus dem Alltag einer einfachen Feldfliegerabteilung darstellen. Diese Einheiten bildeten das Rückgrat der deutschen Fliegertruppe im Ersten Weltkrieg. Sie umfassten bis zu 160 Mann an Besatzungen und Bodenpersonal und waren in der Regel mit sechs Mehrzweckflugzeugen sowie einigen Ersatzmaschinen ausgestattet. Mit den doppelsitzigen Flugzeugen vom Typ „C" musste eine breite Palette möglicher Einsatzformen abgedeckt werden. Neben der Luftaufklärung flogen die Feldfliegerabteilungen Einsätze zur Luftnahunterstützung, Bombenangriffe auf Ziele im feindlichen Hinterland oder Missionen zur Lenkung des eigenen Artilleriefeuers per Funk.

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Aus Platzgründen konnte ich keine vollständige Abteilung, sondern nur einen Teil davon darstellen. Ich entschied mich daher für eine Albatros C. III und eine DFW C. V im Maßstab 1:48. Als kleine Ergänzung sollte noch ein Jagdeinsitzer hinzukommen. An der Ostfront gab es mangels Bedrohung durch russische Luftstreitkräfte bis zum Sommer 1917 keine eigenständigen Jagdstaffeln wie an der Westfront. Stattdessen wurden den Abteilungen bei Bedarf einzelne oder mehrere Jagdflugzeuge zugeteilt, die dann in dem jeweiligen Sektor patrouillierten.

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Nach einigem Suchen kaufte ich mir verschiedene Bausätze von Maschinen, die 1916 zur gleichen Zeit im Osten eingesetzt wurden. Als Vorlage dienten hierzu verschiedene Originalaufnahmen. Die Albatros C. III in der Mitte des Dioramas stammt von Special Hobby und wurde von mir bereits auf Modellversium als Bericht vorgestellt. Der Fokker E. III am von vorn aus gesehen rechten Rand stammt von Eduard und begeisterte mich beim Bau durch seine Detailliertheit. Für einen fairen Preis erhält der Käufer hier ein echtes Schmuckstück, das je nach Geschmack noch weiter durch Ätzteile aufgewertet werden kann. Die DFW C. V am linken Rand des Dioramas ist ein Resinbausatz von Karaya. Der Bausatz selbst erfordert leider einiges an Nacharbeit und Recherchen, um hieraus ein originalgetreues Modell einer frühen DFW C. V zu basteln. Insbesondere die Anleitung lässt den Modellbauer oft im Ungewissen, doch finden sich glücklicherweise genug Hinweise zum Original im Internet.

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Neben diesen Bausätzen beschaffte ich diverse Figuren verschiedener Hersteller wie Eduard oder Hecker & Goros, deren Figuren ich erstmals verwendete und die mich auf Anhieb überzeugten. Auch ein Hund durfte natürlich nicht fehlen, da laut alten Fotos viele Abteilungen vierbeinige Begleiter als Maskottchen hatten. Ergänzt wurde das Diorama letztendlich durch ein Fahrzeug und verschiedene Kleinteile als Zubehör.

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Beim Bau der einzelnen Modelle erforderten vor allem die Drahtverspannungen der Maschinen viel Geduld. Die aus hauchdünnen Nylonfäden erstellten Verspannungen versah ich zusätzlich mit kleinen Spannschlössern aus Ätzteilen bzw. dünnem Draht. Die Bausätze selbst waren bereits mit Ätzteilen ausgestattet, lediglich geätzte Maschinengewehre der Firma Karaya ergänzte ich noch. Aus übrig gebliebenen Teilen und der Restekiste entnahm ich diverse Kleinteile, um die Szenerie noch etwas zu beleben.

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Die fertigen Modelle wurden gemäß den typischen Bedingungen an der Ostfront etwas verdreckt dargestellt und auf einer stabilen Sperrholzplatte angebracht, auf der ich zuvor mit Vogelsand und Streugras den Untergrund vorbereitet hatte. Dargestellt sind Wartungsarbeiten an den Maschinen, wobei die Besatzung der DFW C. V kurz vor ihrem Abflug steht. Ihr Flugzeug wird gerade aufmunitioniert während sich der Beobachter bereits auf dem Cockpitrand sitzend den Fliegeranzug zuknöpft. Mehrere Mechaniker und Waffenwarte tummeln sich rund um die Flugzeuge und sind beschäftigt. Vor der abgestellten Albatros C. III stehen drei Abteilungsangehörige, die scheinbar ein vorbei fliegendes Flugzeug beobachten. Weitere Warte haben soeben ihre Arbeit am Fokker E. III beendet, wobei einer von ihnen noch die Motorabdeckung aus Metall poliert.

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Das gesamte Diorama hat ein Ausmaß von etwa 90 x 30 cm. Zum Schluss brachte ich noch das Titelschild mit der Aufschrift „Galizien 1916" an. Gerade in diesem heute zur Ukraine gehörenden Teil der Ostfront spielten sich 1916 heftige Kämpfe ab, bei denen Luftstreitkräfte auf Seiten der Mittelmächte unentbehrlich wurden. Links und rechts vom Titelschild befinden sich Miniaturen eines Eisernen Kreuzes und des preußischen Flugzeugführerabzeichens.

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Sebastian Rosenboom

Publiziert am 04. Mai 2013

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