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U-Boot Klasse 206A

U 22

von Mathias Carl (1:350 OKB Grigorov)

U-Boot Klasse 206A

Das Original:

Als sich die Notwendigkeit für einen Ersatz der Boote der Klasse 205 abzeichnete, begann man mit der Entwicklungsarbeit an der Nachfolgerklasse 206. Zunächst unterlag man hier aufgrund der Pariser-Verträge noch dem Limit von 350ts für U-Boote, allerdings wurde dieses 1962 auf 1000ts angehoben, so dass auch der Entwurf der neuen Klasse angepasst werden konnte.

U-Boot Klasse 206A

Man ging auf eine Verdrängung von 450ts↑ / 498ts↓. Somit konnte man die Reichweite, durch Vergrößerung der Batterie, als auch die Feuerleittechnik verbessern. Hinzu kamen das erste Mal drahtgelenkte Torpedos. Auch war es, durch die Verwendung eines Minengürtels, möglich bis zu 24 Minen einzusetzen, ohne die Torpedokapazität einzuschränken. Die Torpedos wurden, analog der Klasse 205, in acht Bugrohren geführt. Hier befand sich auch das Sonar unter seiner für diese Klasse typischen Verkleidung. Desweiteren wurden die insgesamt 18 Boote, die bei HDW und RNSW gefertigt wurden, aus a-magnetischem Stahl gefertigt, um so die Erfassbarkeit durch MAD-Sensoren und die Gefährdung durch Minen mit Magnetzünder zu reduzieren.

U-Boot Klasse 206A

Zwischen 1988 bis 1991 wurden zwölf der Boote einer Kampfwertsteigerung unterzogen und so zur Klasse 206A. Im Zuge dieser Umrüstung bekamen sie ein leistungstärkeres Sonar, ein neues Feuerleitsystem, Periskop und neue Torpedos. Sie bildeten lange Jahre den Kern der U-Boot-Komponente der deutschen Marine.

Als mit Beginn der Transformation der Bundeswehr auch die Umstrukturierung der Marine zu greifen begann, wurde die Zahl der Boote auf sechs reduziert und diese im 1. U-Geschwader zusammengefasst. Mit Zulauf der Boote der Klasse 212A wurden bis 2010 auch die letzten Boote dieses Typs ausgesondert.

U-Boot Klasse 206A

Bei dem hier gezeigten U 22 (S 171) handelt es sich um das dritte Boot dieses Namens in einer deutschen Marine. Die Indienststellung erfolgte im Juli 1974. Die Patenschaft übernahm die Stadt Trossingen. Der Umbau des Bootes zum Typ 206A erfolgte von Januar 1989 bis September 1990. Die Außerdienststellung erfolgte 2008, als der Austausch der Batterie anstand, dieser aber als zu teuer erachtet wurde. Im April 2012 wurden ex U 22 und ex U 29 zur Verschrottung in die Türkei verbracht.

U-Boot Klasse 206A

Der Bausatz:

Als Grundlage für den Bau diente mir der Resin-Bausatz von OKB-Grigorov. Mein Exemplar war, bis auf den Bereich des Kiels, an dem sich der Anguss befand, blasenfrei. Die Details waren sauber und scharf ausgeführt. Allerdings ist dieser Bausatz, bestehend aus grade einmal fünf Teilen, für einen Preis von 25€ garantiert nicht jedermanns Sache. Aber er ist zurzeit der Einzige, der es ermöglicht ein Boot dieses Typs in diesem Maßstab zu erstellen.

U-Boot Klasse 206A

Das Modell:

Zunächst galt es, nachdem der Anguss abgetrennt war, die Bläschen in diesem Bereich zu verspachteln, wie auch im Heck-Bereich, da die Teile dort nicht wirklich passgenau waren. Bei einer Gesamtlänge von grade einmal 14cm ist das aber alles kein großes Problem.

Da das Modell später auf seinem Ständer befestigt werden soll, wurden zwei Bohrungen mit M3-Gewinde eingebracht. Dies erleichtert dann auch die Handhabung während des Baus an sich.

U-Boot Klasse 206A

Da mittlerweile alle Teile verbaut waren, kam der mir liebste Teil unseres Hobbies: Eigenbau.

Die Ausfahrgeräte am Turm wurden im Zustand während der Überwasserfahrt dargestellt. Da dem Bausatz nichts beilag, wurden sie aus Rundstäben, Draht, Sheet, Tamiyatape und Teelicht-Alu gefertigt. Als Vorlage dienten mir hierzu Bilder aus dem Kreise ehemaliger Besatzungsangehöriger. Standardmäßig sind Signalmast, Flaggenstock, Sehrohr, Funk- und Radarmast sowie Schnorchel ausgefahren. Auch der Wasserabweiser am Fahrstand wurde aus Teelicht-Alu gefertigt, während Handläufe und Steigeisen aus Draht entstanden.

Die Flagge und die Ahminge sind aus der Restekiste, während die Turmkennung selbst gepinselt wurde, da ich keine passenden Decals hatte.

U-Boot Klasse 206A

Am Heck wurde die Propellernabe aus Rundmaterial gefeilt. Die dem Bausatz beiliegenden PE-Popellerblätter wurden ausgeglüht und über einer Schablone in Form gebogen, bevor sie angebracht wurden. Der Eisschutz entstand aus doppellagigem Teelicht-Alu. Auch die Tiefenruder wurden abgetrennt und durch Eigenbauten aus Sheet ersetzt. Die Bausatzversionen waren zu klein und an der falschen Position.

Am Bug wurde die Steuerfläche an Bb-Seite aus Alu gefertigt und angebracht. Auch die Poller und die noch ausstehende Sensorik wurde hinzugefügt. Der Stander entstand aus gezogenem Gussast, während die Figur von L‘Arsenal stammt.

U-Boot Klasse 206A

Lackiert wurde das Modell schlussendlich mit einer Mischung aus Revelll-Farben, die Schritt für Schritt angepasst wurde, bis das Ergebnis den Aussagen ehemaliger Besatzungsangehöriger entsprach. Verwendet habe ich dazu Matt 09, Matt 84, Matt 75 für den Rumpf und Matt 06, Matt 78 für die Flächen des Rutschfesten Belages an Oberdeck.

In den Ständer des Modells wurde eine Seekarte der Eckernförder Bucht, zusammen mit dem Wappen des 1. U-Geschwaders und von U 22, untergebracht.

U-Boot Klasse 206A

Quellen:

  • marine.de
  • Faszination See: 50 Jahre Marine der Bundesrepublik Deutschland
  • Jane's Fighting Ships 2009
  • Weyer's Flottentaschenbuch 2008 / 2010
  • Archiv M. Carl

Mathias Carl

Publiziert am 21. Juni 2013

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