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Lockheed T2V Sea Star

Eigenbau ohne Holz und Zurüstteile

von Wilfried Eck (1:48 Eigenbau)

Lockheed T2V Sea Star

Das Original:

Der Erfolg der T-33 bei der US Air Force und das Fehlen eines gleichwertigen Gegenstücks bei US Navy und Marine Corps verschaffte Lockheed den Auftrag zum Bau der Variante T2V-1 „Sea Star" (1962 umbenannt in T-1A). Augenfälligster Unterschied zur T-33 war der zur Verbesserung der Sicht des Lehrers bei Trägerlandungen erhöhte hintere Sitz, der anschließende „Buckel" sowie das deutlich größere Seitenleitwerk.

Lockheed T2V Sea Star

Das Modell:

Als ich mit dem Modell begann, gab es keinen Bausatz der Sea Star. In 1:72 ist nun einer von Sword erhältlich, in 1:48 fehlt er aber immer noch. Schließlich war dieser Fortgeschrittenentrainer nicht unattraktiv bemalt. Aber eine T-33 müsste sich doch mittels aufgesetztem Buckel und anderem Leitwerk entsprechend abändern lassen. Dachte ich und kaufte eine 1:48 T-33 von Academy.

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Ich hätte genauer hinsehen sollen. Es beginnt damit, dass die T2V-1 vor den Tragflächen um 26,6 inches, dahinter um 12 in. verlängert war. Wäre im Modell also anzustückeln. Nach Entfernen des Modell-Höhen- und Seitenleitwerks blieb wegen der gerundeten Übergänge hinten aber nur noch eine Halbschale. Die andere Hälfte wäre neu zu machen. Um die anderen Lufteinlässe der Sea Star unterzubringen, mussten die der T-33 weg, was sich in merklichen Löchern niederschlug, die auch irgendwie verschlossen werden mussten. Den Rumpf gleich selber zu machen erschien da die einfachere Lösung (Leitwerk und Cockpithaube war ohnehin klar). Dazu kam aber noch dies und das, was bei der T2V-1 anders war, so dass im Ergebnis von der Bausatz-T-33 nur noch die Flügel, die Tiptanks, der vordere Fahrwerksschacht nebst Klappen und die Hauptfahrwerksräder übrig blieben.

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Dass jemand das nachmachen will, bezweifle ich. Der Baubericht - siehe hierzu auch die entsprechenden Fotos - dient also eher als Anregung für die Herstellung eigener benötigter Teile. Es geht wirklich auch ohne Resin. Und Holzklötzchen zu schnitzen braucht man schon gar nicht. Wer's dennoch versuchen möchte, kommt allerdings ohne die Zeichnungen in Ginters „Naval Fighters" Nr. 42 nicht aus (Achtung, ein Höhenleitwerk ist unterschiedlich groß).

Am Anfang steht ein Plan und entsprechendes Poystyrol (0,3 mm Stärke finde ich am besten). Wer aber nur z.B. ein Radom selber machen will, nimmt am besten gleich Poyester-Spachtelkitt.

Lockheed T2V Sea Star

Form:

Ein Holzklötzchen zu schnitzen und mit diversen Tinkturen zu glätten stammt aus uralten, längst überholten Zeiten. Mit Polyester-Spachtelkitt geht es viel schneller und einfacher. Gibt es seit rund 50 Jahren im Baumarkt. Alternativ „FIMO", einer Knetmasse, die im Ofen hart wie Holz wird. Gibt's bei Spielwaren. Beides kann geschliffen und poliert werden. Ich habe dieses Mal Polyestermasse genommen, ein Leistchen (das diente für das spätere Formteil-Ziehen als Halterung) mit je einer Scheibe in Form des entsprechenden Querschnitts vorn und hinten versehen, dazwischen wurde zur Materialersparnis Schaumstoff gewickelt. Alles natürlich in Größe und Abstand entsprechend auf Materialstärke reduzierter Planabmessung. Spachtelmasse mit Härter versehen und aufgetragen. Nach ein paar Minuten beginnt das Material fest zu werden und kann schon grob geglättet werden. Letzte Unebenheiten werden mit einer zweiten Schicht und anschließendem Schleifen beseitigt. Die Scheiben konnten später gleich als Spanten verwendet werden.

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Zieh-Teile:

Plastik in Stärke von ca. 0,3 mm wurde über dem Toaster weich gemacht und dann mit gleichmäßigem Druck um die Form gelegt (nicht gezerrt!). Das überstehende Ende des zentralen Stabs diente dabei - unter der Arbeitsplatte eingeklemmt - der Fixierung der Form. Damit man das Ziehteil besser anfassen kann, vorab mit Leistchen versehen (bei in der Draufsicht gerundeter Kontur würde entsprechend profiliert). Dann gewünschte Kontur anzeichnen, Teil ausschneiden, fertig. Zweites Rumpfteil ebenso, dann oben und unten eine Lasche einkleben, damit das Zusammenfügen einfacher wird. Spanten falls erforderlich. Aus praktischen Gründen wurden Vorder- und Hinterrumpf getrennt gefertigt und dann zusammengefügt (die Kit-Seitenteile stehen zu lassen, war ein Fehler, wie sich später zeigen sollte). Für das Radom vorne wurde Klebeband um die Nase gelegt, dann Polyester-Spachtelkitt eingefüllt und nach dem Entfernen des Klebebands auf Form geschliffen.

Lufteinläufe:

Im Prinzip Ziehteile wie vor, da sie vorne leicht vom Rumpf abstanden, mit gesondertem Frontteil.

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Cockpithaube:

Auch hier kein aufwändig bearbeitetes Balsaholzklötzchen als Form, sondern Polyester, das Formteil aus Klarsichtmaterial, wobei, um eine durchgehende Kontur zu erhalten, für Haube und anschließenden „Buckel" nur eine Form gemacht wurde. Unten mit Sockel, damit die Hände beim Herumlegen des Plastiks Platz hatten. Die Windschutzscheibe ist für besseren Halt vorne mit einer spitz zulaufenden Zunge versehen und wird mittels Zweikomponentenkleber vorne in einem Schlitz, im Übrigen in einer Nut befestigt.

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Cockpit:

Cockpit:Für das Instrumentenbrett wurde ein Decal erzeugt. Geht wie folgt: Mit MS WORD/"Autoformen" Instrumente auf andersfarbigem Hintergrund erzeugen. Mit Taste „Druck" als Bild abspeichern. Mit MS „Photo Editor" aufrufen, Instrument markieren, ausschneiden, abspeichern. Erneut aufrufen und nach Wegblenden des Hintergrunds als GIF-Bild abspeichern. Sind alle beisammen, in farbig hinterlegte Tabelle einfügen. Dann wieder „Druck" etc. Ausdrucken auf Weiß beschichtetem Decal-Neutralbogen, natürlich auf das erforderliche Maß verkleinert. Die seitlichen Bedienfelder wurden aus dünnem Alublech, die Knöpfe von hinten eingeprägt, erzeugt. Rest aus dünn gezogenen Gießast- und Quarkbecherteilen.

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Leitwerk:

Seitenleitwerk beplankte Rippen (bei Tragflächen würde ich einen Balsaholzkern nehmen); hinten innen abgefasst, um eine dünne Hinterkante zu erhalten. Das Höhenleitwerk ist aus Vollmaterial geschliffen. Beides dann graviert.

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Fahrwerk:

Außer den Hauptfahrwerksrädern und den vorderen Fahrwerksklappen war nichts verwendbar, da die T2V-1 ein anderes (verstärktes) Fahrwerk hatte. Gefertigt aus Evergreen-Röhrchen und Quarkbecherteilen mit einer „Seele" aus Kupferdraht. Praktisch war, dass bei der TV2-1 im Stand mit der Zeit alles zusammen sank, also kein Hydraulikstempel mehr zu sehen war (andernfalls hätte ich für den Kern einen gekürzten Nagel verwendet, der gleich das reale Aussehen hat). Für die Rippen des zylindrischen Schwingungsdämpfers vorne links wurde dünne Kupferdrahtlitze verwendet.

Schleudersitz:

Martin-Baker Schleudersitze gibt es als Resinteile. Leider passten meine gekauften nicht in die Cockpitwanne. Also wieder selber machen. Hat den Vorteil, dass die Seitenwände nicht lehnsesselartig dick sind. Falls jemand doch mal Geld sparen will, siehe Baufoto. Weil aber auch bei Resin-Sitzen die Handgriffe selber gemacht werden müssen und die schwarzen Streifen nicht, wie meist zu sehen, abschnittsweise, sondern spiralig verlaufen, mache ich sie aus besagtem FIMO: Je eine Wurst aus gelbem und schwarzen Material werden miteinander verdreht und gleichzeitig sachte nach außen gezogen. Dies solange wiederholen, bis die gewünschte Dünne erreicht ist (im Falle eines Risses einfach mit dem Rest weitermachen). Dann brezelartig auf ein dünnes Blech legen und dieses über eine Kerzenflamme halten, bis das Fimo anfängt, zu dampfen. Dann ist es fertig und kann eingebaut werden.

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Lockheed T2V Sea Star

 

Farben:

Problematisch war „International Orange", FS 28913. Ich habe es nirgends gefunden. Revell 332 und 34 gemischt taten es zwar auch, aber ansonsten war die Farbe ein Graus, weil sich der Farbton mit dem Sprühabstand änderte und im Übrigen recht empfindlich war (man erspare mir Details). Anmerkung zur Bemalungsangabe von Sword: Auf dem Originalfoto ist klar zu erkennen, dass das „NAVY" nicht vollständig weiß hinterlegt war.

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Alterung:

„Nix „Lackabplatzer", sowas ist eher eine Modellbauererfindung, damit's schön interessant aussieht. Da im Original Grundierung und Farbe auch in die Blechstöße eindringen, sind sie nur aus allernächster Nähe zu erkennen. Ich kann mich deshalb nicht mit dem „Highlighten" von meist ohnehin übertriebenen Gräben anfreunden. Nur ein Hauch von Verschmutzung mittels Pastellkreide wurde mit einem Wattestäbchen dezent trocken aufgetragen (auf den Fotos kaum noch zu erkennen).

Lockheed T2V Sea Star

Summa summarum: Die Flugzeugzelle ging ratzfatz, die Kleinteile benötigten allerdings ihre Zeit. Einmal versuchen lohnt sich aber allemal.

Wilfried Eck

Publiziert am 09. November 2013

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