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F-16C CAS Viper

422nd TES Nellis AFB 1988

von Oliver Zwiener (1:72 Revell)

F-16C CAS Viper

Das Original:

Die F-16 Fighting Falcon, von den Piloten aber „Viper" genannt, hatte den Erstflug bereits am 2. Februar 1974 und war die Studie einer Ausschreibung der USAF aus 1971 nach einem Light Weight Fighter (LWF). Dieser Leichtbaujäger sollte zum einen die F-104 Starfighter ablösen und zum anderen möglichst viele Erkenntnisse aus dem Luftkrieg über Vietnam als Eigenschaften umsetzen. Nicht größer, schwerer und immer schneller war die Doktrin, sondern kleiner, leichter und wendiger. Dazu setzten die Ingenieure erstmals auf eine völlig instabile Konstruktion, die nicht mehr alleine vom Piloten sondern nur noch mittels der neuen Technologie „fly-by-wire" zu beherrschen war. Dabei übernahm ein Bordcomputer nun die Kontrolle mittels elektronischer Steuersignale und ermöglichte somit erst das Fliegen. Große Reichweite, starke Beschleunigung und überlegende Manövriereigenschaften sind bis heute der Grund für den aktiven Dienst in circa 25 Nationen und über 4.500 produzierte Einheiten in unterschiedlichsten Versionen. Eine davon konnte sich jedoch nicht durchsetzen, denn als die USAF Ende der 80er Jahre versuchte, die als zu langsam geltende Fairchild-Republic A-10A Thunderbolt II außer Dienst zu stellen, war neben der Vought YA-7F "Strikefighter" auch eine A-16 im Gespräch. Dafür wurde ein General Electric GPU-5/A Pave Claw gun pod mit einer vierläufigen GAU-13/A 30mm Maschinenkanone mittelrumpfs (centerline station) montiert sowie zusätzliche Ausrüstung für die Luftnahunterstütung CAS (close Air Support) und die Gefechtsfeldabriegelung BAI (Battlefield Air Interdiction). Diverse Testreihen und die Erkenntnisse aus Desert Storm waren jedoch derart enttäuschend, dass dieses Projekt umgehend eingestellt wurde und die A-10 in der C-Version auch zukünftig die beschriebenen Aufgaben wahrnimmt.

Technische Daten:

  • Länge 14,52 m
  • Spannweite 9,45 m
  • Höhe 5,09 m
  • Das Mantelstromtriebwerke General Electric F110-GE-100 ermöglicht eine Höchstgeschwindigkeit von 2.142 km/h bei einen Einsatzradius von 925 km.

Farben:

Charcoal Lizard camouflage scheme mit European Green (FS34092), Medium Green (FS34102), and European Gray (FS36081).

Sehr gute Referenzen:

  • www.f-16.net
  • Sammelwerk AERO 22 und 169
  • Fachbuch "Kampfflugzeuge", Jim Winchester
  • Buck Danny 40

F-16C CAS Viper

Modellbausatz: Revell 1:72

Aus Nostalgiegründen suchte ich eigentlich eine Revell F-16A von 1980, die ich als Kind mit meinen damaligen Möglichkeiten gebastelt hatte. Aber ein Blick in die Bauanleitung von damals genügte der Erkenntnis, dass die Bauform meinen heutigen Ansprüchen nicht mehr gerecht wird. Nach einem kurzen Online-Vergleich mit Academy, Hasegawa und HobbyBoss suchte ich den neuen Bausatz und wurde durch Zufall für nur 7,00 € bei TeddyToys fündig, weil mein Sohn dort bei 50 % Sale herumstöberte :-)) Eine Besprechung des Bausatzes findet sich auf MV von Thorsten Wieking bereits seit dem 08. Oktober 2005. Als Zubehör wurde neben HASEGAWA X72-3 aircraft weapons III, CARACAL MODELS CM72031 F-16 CAS Vipers, eine EDUARD 72493 F-16 ladder und von PJ PRODUCTION die Piloten 721125 gekauft. 

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F-16C CAS Viper

 

Bau/ Lackierung:

Der Start erfolgte mit dem airbase tarmac, wobei dieses Mal die Rückseite eines schon gelb lackierten Hi-Fi Regalbretts als Diorama-Grundplatte umlackiert wurde. Diese stellt nun die parking ramp des 422d Test and Evaluation Squadron (422 TES) Nellis AFB dar. Die Nellis Air Force Base ist einer der größten amerikanischen Militärflughäfen und nahe Las Vegas im Bundesstaat Nevada gelegen. Dort ist das USAF Warfare Center, das Trainingszentrum für Kampfpiloten der US-Luftwaffe, Spitzname „Home of the Fighter Pilot", und somit das Gegenstück zu TOP GUN. Für die NATO ist es zudem jährlich der Ausgangspunkt für die seit 1975 stattfindenden Gefechtsübung RED FLAG, um in möglichst realitätsnahen Szenarien Luftkämpfe und Luftangriffe zu üben. Darüberhinaus sind die Thunderbirds, die Showstaffel der USAF, auch hier mit ihren F-16 stationiert. Innerhalb des großen Luftwaffenübungsgeländes Nellis Range befindet sich die Area 51 (Groom Lake), ein bis heute noch absolut streng geheimes, militärisches Sperrgebiet. 

Danach folgte der für mich anspruchsvollste Teil, nämlich der Bau der Einstiegsleiter mit Hilfe einer neuen Biegehilfe von der Euro Model Expo 2015 und das Modellieren der beiden Pilotenfiguren.

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Weiter ging es mit dem Bausatz und dem Zusammenbau von Cockpit und Rumpf. Erfreulich realistisch ist die Pilotenfigur, aber das Fehlen jeglicher Decals für das Cockpit ist nicht mehr zeitgemäß und EDUARD Fotoätzteile passen leider nicht. Revell hat zudem immer noch die Probleme, dass manche Bauteile nicht sauber bzw. formtreu gegossen sind – siehe die Fischhaut als Beispiel rund um die Bauteile 20, 34 und 37 und beide Navigationslichter am Lufteinlauf. 

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Als Bewaffnung führt meine CAS-Viper neben dem GPU-5/A Pave Claw gun pod noch zwei weitere SUU-20/A practice bomb and rocket dispenser mit sich, die bei Trainingsflügen auch von F-15, F/A-18 und F-117 mitgeführt wurden/ werden. Verzichtet habe ich auf die Installation eines „Pave Penny pod" Lockheed Martin AN/AAS-35(V), dem passiven Vorgänger von LANTIRN (Low Altitude Navigation and Targeting Infrared for Night), die ab F-16C Block 40/42 zum Einsatz kommen. Die beiden Luft-Luft-Raketen sind AIM-9J Sidewinder (AIM = Air Intercept Missile) für die Nahdistanz zur Bekämpfung von Kampfhubschraubern.

F-16C CAS Viper

Ein ärgerlicher Fehler in der Bauanleitung ergibt sich für den Einbau der Trennstrebe im Lufteinlaufkanal, dank AERO 169 konnte dieser jedoch noch rechtzeitig beseitigt werden. Nach dem kompletten Zusammenbau von Rumpf und Waffen und nur noch kleineren Spachtelarbeiten erfolgte dann die Grundierung und anschließend die mehrschrittige Lackierung. Beim erstmaligen Einsatz der LIFECOLOR Farben zeigte sich, dass diese sich mit Isopropanol nur sehr eingeschränkt mischen und verwenden lassen. Da mir die reine Wasserbasis zu unsicher war, wurde bereits vor dem ersten Maskieren eine Schicht Mattklarlack aufgebracht.

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Nach dem Demaskieren dann die Ernüchterung, dass durch die Kapillarwirkung die Wasserfarbe doch an vielen Stellen eingelaufen war. Nach dem Retuschieren wurden noch die Positionslichter aufgemalt und die Nassschiebebilder positioniert. Danach erfolgte die Montage des Fahrwerks samt Klappen, Bewaffnung mit Zusatztanks sowie die Pilotenkanzel und das Staurohr. 

Zum Schluss wurden noch ein paar Antennen, die schon am Grat fehlten, ersetzt und noch ein paar „Remove before flight" tags platziert, bevor Maschine, Pilot und ground crew ihren Platz auf der Diorama-Grundplatte einnehmen konnten.

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F-16C CAS Viper

 

Die Bauzeit bis zur Fertigstellung von Modell und Diorama betrug durch Familienzuwachs und den damit verbundenen Schlafmangel drei Monate, weshalb manche Bauschritte auch nicht so gelingen wollten, wie eigentlich geplant , am besten sichtbar bei der Lackierung des Tarnschemas und den Decals. Allein 3 Versuche waren notwendig, um die mit Blitzlicht gemachten und regengrauen Fotos gegen solche, in der Mittagssonne entstandenen, auszutauschen – gut Ding will halt Weile haben.

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F-16C CAS Viper

 

Das Triebwerk samt Dolly und Zugmaschine stammen von einer Revell F-16A aus meiner Kindheit und sind 30 Jahre alt ! Daher wurde die damals aufgepinselte Emailfarbe mit Acrylfarbe übergebrusht und die Details neu hervorgehoben. Zum Schluss Nachbildung und Original der parking ramp des 422d Test and Evaluation Squadron (422 TES) auf der Nellis AFB im meist sonnigen Nevada in den USA.

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F-16C CAS Viper

 

Oliver Zwiener

Publiziert am 03. Oktober 2015

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