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PzKpfw. IV Ausf. D

Die polnische Heimatarmee schlägt zurück!

von Theo Peter (1:72 verschiedene Hersteller)

Ein von der polnischen Heimatarmee abgeschossener deutscher Panzer IV.
Ein von der polnischen Heimatarmee abgeschossener deutscher Panzer IV.

Zum Modell:

Der Panzer IV (auch als Panzerkampfwagen PzKpfw. IV oder Sd.Kfz. 161 bezeichnet) war ein mittlerer Kampfpanzer der deutschen Wehrmacht, der ab dem Jahre 1937 an die deutschen Panzereinheiten ausgeliefert wurde. Der Panzer IV stellte die unmittelbare Weiterentwicklung des PzKpfw. III dar und wurde mit fast 8.500 Stück zum am meist produzierten deutschen Panzer während des Zweiten Weltkriegs. Zwar erreichte der Panzer nie die Berühmtheit eines Tigers oder Panthers, war aber dennoch das Rückgrat der deutschen Panzertruppen. Außerdem diente der Panzer IV als Basis für zahlreiche Umbauten (z.B. Jagdpanzer IV, Sturmpanzer IV, Munitionsschlepper IV, Sturmgeschütz IV, Pz.Sfl. IV, Bergepanzer IV, Flakpanzer IV, Panzerfähre IV, Brückenlegepanzer IV, Panzerjäger Nashorn, Panzerjäger Hornisse, Panzerhaubitze Hummel, Panzerhaubitze Heuschrecke, Geschützwagen IV, uvm.).

Die deutsche Panzerbesatzung hat sich gerade noch retten können,...
Die deutsche Panzerbesatzung hat sich gerade noch retten können,...

Die ersten Versionen des Panzer IV gleichen dem Panzer III in Hinsicht auf Aussehen und Technik noch sehr stark. Der hier gezeigte Panzer besitzt noch die anfangs verbaute kurze Kanone, die bei späteren Versionen durch eine größere Kanone 7,5cm-Kwk ersetzt wurde. Erst mit Einsatz der Langkanone war der Panzer dem russischen T-34 wieder überlegen. Mit Einsatz der neuen Kanone änderte sich auch der Einsatz des Panzers als Unterstützungsfahrzeug zu einem wirklichen Kampfpanzer, der aufgrund seiner einfachen Technik, seiner Geschwindigkeit, seiner Zuverlässigkeit und seiner Geländegängigkeit bei den Deutschen sehr beliebt und bei den Feinden äußerst gefürchtet war. Ebenso wurde der Panzer bei späteren Versionen mit Seiten- und Turmschürzen versehen, um noch besser geschützt zu werden. Um den Panzer zu bedienen wurden fünf Mann Besatzung benötigt.

...bevor die Kämpfer der polnischen Heimatarmee den Panzer erreichen!
...bevor die Kämpfer der polnischen Heimatarmee den Panzer erreichen!

Zum Bau:

Dargestellt werden sollte ein von der polnischen Heimatarmee abgeschossener deutscher Panzer IV. Das bedeutet, dass der Panzer beschädigt dargestellt werden soll. Der Panzer besteht aus dem Oberteil des Armourfast-Kits (Turm und Oberteil der Panzerwanne) und dem Unterteil des Trumpeter Brummbär-Bausatzes (Unterteil der Panzerwanne). Außerdem wurden einige Teile aus der Restekiste (Abschleppösen, Feuerlöscher, Ersatzketten, Wagenheber usw.) verbaut. Da die Ketten und Laufrollen des Armourfast Bausatzes als komplettes Einzelteil beiliegen, konnte die geplante Beschädigung an der Kette bzw. den Laufrollen nicht dargestellt werden. Daher wurden kurzer Hand die Lauf- und Antriebsrollen, die Panzerketten, die Auspuffanlage und der Unterteil der Panzerwanne durch Teile des hervorragend detaillierten Trumpeter Bausatzes ersetzt.

Zahlreiche Kampfspuren zeichnen die Kirchenmauer, auf die das Armia Krajowa-Symbol gezeichnet wurde!
Zahlreiche Kampfspuren zeichnen die Kirchenmauer, auf die das Armia Krajowa-Symbol gezeichnet wurde!

Erstaunlicherweise passten die Teile der unterschiedlichen Hersteller sehr gut zusammen. Es mussten nur einige Details des Trumpeter-Bauteils entfernt werden. Anschließend wurden zwei der zuvor montierten Laufrollen entfernt und die Gummikette in geworfenem Zustand am Modell angebracht. Den hinteren Teil der Panzerwanne ziert nun eine Plane aus Papiertaschentuch und Weißleim.

Der Schutt entstand aus Styrodur, Steinen und Teilen (Kreuz, Möbel, Fässer ...) aus der Restekiste.
Der Schutt entstand aus Styrodur, Steinen und Teilen (Kreuz, Möbel, Fässer ...) aus der Restekiste.

Bemalt wurde der Panzer mit matten Revellfarben und dem Pinsel. Anschließend wurde das Ganze mit hellgrauer Revellfarbe und einem dicken Pinsel trockenbemalt. Ebenso folgte ein Washing mit stark verdünnter Revellfarbe. Der Rost an der Auspuffanlage wurde mit vier verschiedenen Brauntönen dargestellt. In die noch nasse Farbe wurde fein zerriebene echte Erde gestreut. Die Abziehbilder stammen aus der Restekiste. Abschließend wurde das Kanonenrohr aufgebohrt.

Die 1:72 Figuren stammen von Caesar Miniatures und wurden mit Fotoätzteilen von ACE aufgewertet.
Die 1:72 Figuren stammen von Caesar Miniatures und wurden mit Fotoätzteilen von ACE aufgewertet.

Das Diorama:

Die Armia Krajowa (abgekürzt = AK), was auf Deutsch so viel heißt wie Heimat- oder Landesarmee, war die größte Widerstandsbewegung im von Deutschland besetzten Gebiet Polens. Die Freiwilligenarmee hatte das Ziel das von den Deutschen besetzte Polen zu befreien. Die AK führte hauptsächlich Sabotageakte (wie beispielsweise Zugentgleisungen, Brückenspregungen, Fabriksprengungen, Gefangenenbefreiungen, Fahrzeugentführungen, Sprengfallen, Hinterhaltangriffe, Abfangen von Geheimnachrichten usw.) durch. Als Erkennungsmerkmal verwendeten die Soldaten der polnischen Heimatarmee eine weiß-rote Arm- und/oder Kopfbinde. Den Höhepunkt erreichte der Widerstand 1944 mit dem sogenannten "Warschauer Aufstand". Anfangs waren die ca. 45.000 AK-Kämpfer noch nicht einmal alle bewaffnet. Ebenso besaßen die AK-Truppen keinerlei schwere Waffen. Nach und nach überfielen die Widerstandskämpfer deutsche Munitionsdepots und bewaffneten mit den erbeuteten Waffen ihre Anhänger. Weitere größere Partisanengruppen und auch die Rote Armee schlossen sich den Kämpfen um Warschau an. Dennoch gelang es den Deutschen den Aufstand niederzuschlagen und anschließend fast komplett Warschau zu zerstören. Im Anschluss wurde die polnische Heimatarmee fast komplett zerschlagen.

Blick auf das riesige, fotogeätzte PTRD "Degtjaryov" Anti-Tank-Gewehr der Widerstandskämpferin.
Blick auf das riesige, fotogeätzte PTRD "Degtjaryov" Anti-Tank-Gewehr der Widerstandskämpferin.

Die Grundplatte besteht aus einem ca. 20x15cm großen Karton. Die Kirchenruine stammt aus dem hervorragend detaillierten 1:72 Resin-Bausatz der Firma RealityInScale. Der Bausatz besteht aus fünf Resinteilen und einer bedruckten Kirchenfenster-Folie. Im Gegensatz zur Anleitung wurden die Teile nicht übers Eck, sondern in einer Reihe auf dem Displayboden angebracht. Die Straße besteht aus Strukturpapier von Faller. Die Steintrümmer wurden mit Styrodur, Sand, Splitt und echten Kieselsteinen dargestellt. Diese wurden, wie auch die Resinruine, mit matten Revellfarben und dem Pinsel bemalt und anschließend im Trockenmalverfahren nachbehandelt. Die Holzbalken wurden aus angezündeten Streichhölzern dargestellt. Die nicht verbrannten Stellen wurden mit Holzbeize abgedunkelt. Zahlreiche Gegenstände in den Schutthaufen (wie beispielsweise das Resinkreuz, die Ölfässer oder auch die Möbel) lassen die Trümmerberge um einiges realistischer wirken.

Einige Kettenglieder wurden beim Beschuss des Panzers aus der Kette gerissen.
Einige Kettenglieder wurden beim Beschuss des Panzers aus der Kette gerissen.

Die Figuren stammen aus dem 1:72 Bausatz "WWII Underground Resisters (Partisans)" von Caesar Miniatures und sind von guter Qualität. Bemalt wurden die Figuren mit Revellfarben und dem Pinsel und anschließend mit Waffen aus dem ACE Bausatz "1:72 photo-etched accessory set - WWII soviet hand weapons set 1" ausgerüstet. Die Fotoätzteile sind von hervorragender Qualität und werten die Figuren enorm auf. Allerdings sollte man bereits Fotoätzteile verarbeitet haben, ansonsten ist die Handhabung doch sehr schwer. Bei einigen Figuren wurden die Posen durch Tauschen von verschiedenen Figurensets geändert. Die Armbinden wurden aus weißen und roten Nassschiebebildern aus der Restekiste an den Figuren angebracht. Die Maria Statue stammt aus dem 1:72 Resin-Kit "Roadside Memorials" von TP Models, der bei keinem Dioramabauer fehlen darf. Alles in allem ergibt sich aus dem Mix der verschiedenen Hersteller und Materialien ein stimmiges und hoffentlich zum Nachdenken anregendes Gesamtdiorama.

Die Kämpfer der Heimatarmee nehmen ihre Trophäe genauer unter die Lupe.
Die Kämpfer der Heimatarmee nehmen ihre Trophäe genauer unter die Lupe.

Fazit:

Das Computerspiel "Enemy Front" brachte mich auf die Idee, den Kampf um die Stadt Warschau als Grundlage für ein kleines Diorama zu verwenden. Der Bau des Kits, des Displays sowie die Recherche im Internet machte wieder sehr viel Spaß. Das nächste Diorama über den französischen Wiederstand ist bereits in Planung und wird euch sicherlich nicht vorenthalten. Vielleicht kann dieser Beitrag den ein oder anderen von euch begeistern, ebenfalls ein Projekt über das Thema "Partisanenkampf, Widerstand und Heimatarmee" zu planen. Ich hoffe es gefällt!

Immer mehr Kämpfer kommen aus ihren Verstecken.Die meisten Teile des Panzers stammen aus dem 1:72 Kit von Armourfast.Einige Dioramadetails - Man beachte den Motorradrahmen in den Trümmerbergen.Nach etlichen Bombenangriffen verteilt sich der frühere Kirchendachstuhl auf der Straße.Die Maria-Statue von TP Models aus Resin wertet das Display zusätzlich auf.Durch die bedruckte Folie wirkt das Kirchenfenster auf den Fotos sehr originalgetreu.Die AK-Kämpfer besitzen alle unterschiedliche Waffen, von der deutschen MP40 bis zur StenMP.

Immer mehr Kämpfer kommen aus ihren Verstecken.

Immer mehr Kämpfer kommen aus ihren Verstecken. 

Theo Peter

Publiziert am 22. April 2016

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