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Spad XIII

1917 - US Army Air Service in Europa

von Theo Peter (1:72 Academy)

Die farbenfrohe Flugzeugnase wurde aus Decals aus der Restekiste gestaltet.
Die farbenfrohe Flugzeugnase wurde aus Decals aus der Restekiste gestaltet.

Zum Original:

Die Spad XIII war ein schnelles französisches Doppeldecker-Jagdflugzeug, das ab 1917 in die alliierten Streitkräfte aufgenommen wurde. Als Vorläufer der Spad XIII galt die französische Nieuport. Doch das französische Fliegerass Guynemer forderte eine leistungsstärkere Version eines Jagdflugzeugs, da die bisherigen französischen Jäger den deutschen Fliegern (vor allem der Albatros D.III, der Fokker Dr.I sowie VII) unterlegen waren. Daraufhin wurde die Spad XIII entwickelt.

Die Spad besteht aus einer stoffbespannten Holzkonstruktion, welche im vorderen Teil auch mit Alublech verkleidet war. Ebenso besitzt der Jäger zwei nach vorne gerichtete 7,7mm Vickers-Maschinengewehre. Angetrieben wurde der Doppeldecker durch einen ca. 220 PS starken Hispano-Suiza-Motor.

Feldflugplatz des US Army Air Service an der europäischen Westfront im Jahre 1917.
Feldflugplatz des US Army Air Service an der europäischen Westfront im Jahre 1917.

Viele amerikanische Fliegerasse verwendeten die Flugzeuge, da die Amerikaner zwar in den Ersten Weltkrieg auf Seiten der Triple Entente eintraten, aber hauptsächlich Personal zur Verfügung stellten. Bis 1918 besaßen die Amerikaner noch nicht einmal eine eigene Luftwaffe und mussten so auf Fahrzeuge und Flugzeuge ihrer Verbündeten zurückgreifen.

Die hervorragend detaillierten 1:72 Piloten von Munich Kits lauschen dem scratch gebauten Grammophon.
Die hervorragend detaillierten 1:72 Piloten von Munich Kits lauschen dem scratch gebauten Grammophon.

Zum Bau der Spad:

Gebaut wurde die ca. drei Euro günstige Spad größtenteils aus der Kiste. Leider ist die Qualität und Detaillierung des Kits nicht besonders gut. Wenigstens ist die Passgenauigkeit der beiden Flugzeughälften einigermaßen in Ordnung. Im Vergleich mit dem Revell und auch dem Eduard Bausatz fällt auf, dass die obere und untere Tragfläche des Academy Kits ca. 1 cm zu kurz geraten ist. Ebenso ist der Abstand zwischen den beiden Flügeln etwas zu gering. Eigentlich war der Bausatz auch nur als Übungsobjekt gedacht - aber wie das halt immer so ist, hat der Bau so viel Spaß gemacht, dass er zu einem eigenen Projekt geworden ist.

Der nicht vorhandene Innenraum (Instrumente und spartanische Sitzbank sind bereits an den Flugzeugrümpfen angegossen) wurde allerdings nicht scratch aufgewertet und kurzer Hand durch eine Plane verdeckt, die über das Piloteneinstiegsloch gelegt wurde. Die Plane besteht aus in Weißleim und Wasser eingelegten Papiertaschentüchern. Die beiden sehr schlecht detaillierten Maschinengewehre erhielten jeweils einen Lauf aus gezogenen Gussästen.

Der komplette Kit wurde mit matten Revellfarben und ausschließlich mit dem Pinsel bemalt.
Der komplette Kit wurde mit matten Revellfarben und ausschließlich mit dem Pinsel bemalt.

Bemalt wurde der Bausatz mit matten Revellfarben und dem Pinsel. Da die mitgelieferten Decals sehr durchsichtig waren, wurden die Stellen der späteren Decalpositionen mit weißer Farbe grundiert. Allerdings wurden nicht alle im Kit enthaltenen Decals verwendet. Die restlichen Nassschiebebilder stammen aus der Restkiste und stellen eine rein fiktive amerikanische Maschine dar.

Die Verspannung erfolgte mit gezogenen Gussästen. Erst mit hellen Fäden, die aber kurzer Hand wieder entfernt wurden und durch schwarze Plastikfäden ersetzt wurden. Die Holzstruktur des Propellers wurde mit der Trockenmalmethode dargestellt. Ebenso erhielt die Maschine eine dünne, aus Gussästen hergestellten, Einstiegshilfe für den Piloten. Eigentlich wollte ich noch eine Windschutzscheibe aus dem Eduard Spad Kit am Flugzeug anbringen, aber der Abstand zwischen oberer Tragfläche und dem eigentlichen Flugzeugrumpf war hierfür zu gering. Abschließend wurde das komplette Modell mit einem mattem Klarlack versiegelt.

Die komplette Verspannung erfolgte mit gezogenen und anschließend schwarz gefärbten Gussästen.
Die komplette Verspannung erfolgte mit gezogenen und anschließend schwarz gefärbten Gussästen.

Zum Bau des Displays:

Im April 1917 erklärten die Amerikaner dem deutschen Kaiserreich den Krieg und traten hiermit auf Seiten der Triple Entente in den Ersten Weltkrieg ein. Die Amerikaner sendeten mit dem US Expeditionary Force (bestehend aus Angehörigen der US Marines und US Army) zahlreiche Soldaten nach Europa. Allerdings mangelte es den amerikanischen Truppen an Waffen, Fahrzeugen und Flugzeugen. Aus diesem Grunde griffen zahlreiche amerikanische Piloten auf die hervorragend zu fliegende französische Spad zurück. Diese wurden mit amerikanischen Kokarden (Rot-Blau-Weißen Hoheitszeichen auf den Flügelober- und Unterseiten) und amerikanisch-typischen Symbolen bemalt. Dennoch behielten fast alle amerikanischen Maschinen den französischen Grund-Dreifarben-Tarnanstrich.

Ein Jahr nach Kriegseintritt der USA gründeten die Amerikaner mit dem US Army Air Service im Jahre 1918 die Teilstreitkraft der "Luftwaffe". Der neu gegründete US Army Air Service USAAS war somit mit dem US Army Air Corps USAAC und der US Army Air Force USAAF ein Vorgänger der heutigen US Air Force USAF.

Blick auf das scratch erstellte Grammophon, den 1:72 RPM Ford T-Modell und die wirklich realistischen Resinfiguren.
Blick auf das scratch erstellte Grammophon, den 1:72 RPM Ford T-Modell und die wirklich realistischen Resinfiguren.

Das Diorama zeigt einen eilig errichteten Feldflugplatz des US Air Service unmittelbar hinter den Gräben der Westfront. Im Hintergrund sind zwei Baracken zu sehen. Eine davon dient als Schlafplatz und Einsatzbesprechungsraum der Jagdflieger, die andere als Werkstatt und Treibstofflager. Die Häuser sind Marke Eigenbau und entstanden aus Polystyrol und dünnen Holzstäbchen (aus einem bekannten Schnellrestaurant). Die 1:72 Fensterrahmen stammen von Auhagen, die Türen, Dachrinnen und eines der Dächer von MiniArt. Das andere Dach ist aus dünnem Lochblech gebogen und anschließend mit Pappmache beklebt worden. Bemalt wurden die Häuser mit matten Revellfarben und anschließend mit einem dicken Pinsel trockenbemalt. Abschließend wurden einige Details, wie beispielsweise der Propeller und die amerikanischen Propagandaplakate, an den Hauswänden angebracht.

Die Dioramaplatte wurde mit feiner echter Erde und einer Mischung aus mittlerem und langfasrigem Streugras von NOCH beklebt. Die NOCH Bäume im Hintergrund wurden in Herbstfarben (Rot, Gelb, Braun usw.) bemalt. Die restlichen Sträucher stammen aus der Natur. Der Holzstapel besteht aus echten, in kleine Stücke geschnittenen Ästen. Die hervorragend detaillierten 1:72 Figuren stammen von Munich Kits (Resinfiguren) und wurden ebenfalls mit matten Revellfarben und dem Pinsel bemalt. Der 1:72 Ford T-Modell stammt von RPM und wurde bereits auf Modellversium veröffentlicht. Das Grammophon wurde scratch gebaut und besteht aus Polystyrol, Kunststoffresten und Papier. Der Tisch besteht aus Balsaholz und wurde mit 1:72 Flaschen von Preiser, einer Plane von CMK und einer Luftkarte aus dem Drucker geschmückt.

Die beiden Hütten wurden aus Polystyrol erstellt und anschließend mit matten Revellfarben bemalt.
Die beiden Hütten wurden aus Polystyrol erstellt und anschließend mit matten Revellfarben bemalt.

Fazit:

Schon immer haben mich die kleinen und bunten Knatterkisten aus den Anfängen der Fliegerei begeistert. Meiner Meinung nach sicherlich die Königsdisziplin im 1:72 Modellbau aufgrund der filigranen Verspannungen, Kleinteile und feinen Oberflächenstrukturen der Winzlinge. Mit dem drei Euro teuren Bausatz kann man eigentlich nichts falsch machen. Dennoch ist der Bausatz, meiner Meinung nach, absolut nicht mit dem Eduard Kit zu vergleichen, aber dennoch für Bastler, die einfache Modelle weiter aufwerten wollen, extrem geeignet. Der Bau des Fliegers und auch des Dioramas machte wieder einmal sehr viel Spaß. Mit den Figuren des Herstellers Munich Kits wirken die Fotos extrem realistisch. Ich bin sehr dankbar, dass es einen Figurenhersteller gibt, der sich auch dem Thema "Erster Weltkrieg" im Maßstab 1:72 widmet. Ich hoffe, es gefällt!

Die Amerikaner, die überwiegend Personal nach Europa sendeten, mussten auf Flugzeuge der Verbündeten zurückgreifen.Viele Flugzeuge wurden im französischen Standardtarnanstrich belassen…...und nur mit amerikanischen Symbolen (wie den Kokarden und dem Indianerkopf) versehen!Blick auf den von den Amerikanern eingeschifften Ford T M.M.G.S (von RPM).Faszinierend, was aus einem drei Euro Bausatz mit ein paar Kniffen alles gezaubert werden kann!Gealtert kann das Foto fast als Originalbild durchgehen!Zahlreiche Details, wie die 1:72 Stühle von Preiser, lassen das Diorama extrem realistisch wirken!

Die Amerikaner, die überwiegend Personal nach Europa sendeten, mussten auf Flugzeuge der Verbündeten zurückgreifen.

Die Amerikaner, die überwiegend Personal nach Europa sendeten, mussten auf Flugzeuge der Verbündeten zurückgreifen. 

Theo Peter

Publiziert am 22. August 2016

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