Du bist hier: Home > Galerie > Militärfahrzeuge bis 1945 > PzKpfw. VI (früh)

PzKpfw. VI (früh)

"Der Tiger von Eschnapur" - Italien 1944

von Philipp Gross (1:35 Rye Field Model)

PzKpfw. VI (früh)

Es besteht wohl kein Zweifel, dass der Tiger I der weltweit bekannteste deutsche Panzer ist. Schon zu Kriegszeiten zur unbesiegbaren Wunderwaffe stilisiert, blieb die übergewichtige Raubkatze doch meistens hinter den übersteigerten Erwartungen zurück, was dem späteren zweifelhaften Ruhm aber keinen Abbruch tat.

PzKpfw. VI (früh)

Ein deutscher Abenteuerfilm von 1938 war der Namenspate für diesen Tiger, welcher im Frühjahr 1944 mit der schweren Panzerabteilung 508 zwischen Anzio und Rom ziemlich erfolglos zum Einsatz kam. Durch das unwegsame Terrain verlor die Abteilung regelmäßig einen Großteil ihrer Panzer, die mit Getriebe- und Fahrwerksschäden liegenblieben und nicht rechtzeitig geborgen werden konnten, so dass nur die Vernichtung durch Sprengung blieb. Entsprechend verheerend fiel die Bilanz aus, bis Kriegsende wurden nur knapp 100 feindliche Panzer vernichtet, bei 78 eigenen Verlusten, die wenigsten davon durch Feindeinwirkung.

PzKpfw. VI (früh)

Der etwas absurde Name dieses speziellen Tigers verleitete mich vor fast zehn Jahren dazu, einen kleinen Decalbogen von Bison mit einer Selektion verschiedener früher Tiger zu kaufen. Im letzten Jahr folge dann auch endlich der passende Bausatz dazu, namentlich Nr. RM-5005 "Tiger I Gruppe Fehrmann" von Rye Field Model, welcher 2016 auf den Markt kam. Die noch recht junge Firma hat als Erstlingswerk eine Reihe von wirklich hervorragenden Tigerbausätzen herausgebracht, die man uneingeschränkt empfehlen kann. Zwar soll dieser spezielle Bausatz die recht einzigartigen Hybrid-Versionen der Kampfgruppe Fehrmann von 1945 darstellen, doch finden sich in der Schachtel eine gewaltige Menge optionaler Teile, mit denen man praktisch jeden frühen Tiger aus dem Produktionszeitraum von Januar bis Juli 1943 darstellen kann. Einziges Problem sind die beiliegenden späten Ketten, doch wie es der Zufall so will war "mein" Tiger genau damit ausgerüstet - Problem gelöst!

PzKpfw. VI (früh)

Der Bau ging recht unspektakulär vonstatten, die nötigen optionalen Teile habe ich anhand diverser Quellen im Internet recherchieren können. Durch die Arbeit von zahllosen Experten ist inzwischen so ziemlich jedes Produktionsdetail bestens erforscht. Der "Tiger von Eschnapur" stellt einen der letzten produzierten frühen Tiger vom Juli 1943 dar, kurz vor dem Wechsel zum verbesserten Turm mit neuer Kommandantenkuppel. Kleinere Anpassungen erforderten die hinteren Kettenbleche und die abmontierten S-Minen-Werfer und Feifel-Luftfilter, auch musste die minimal zu schmal geratene Frontplatte mit etwas Plastiksheet verbreitert werden. An Zutaten habe ich geätzte Kettenbleche und Auspuffschilde von Eduard verwendet (35976), dazu noch das seitlich montierte Stahlseil zum Aufziehen der Ketten durch ein Kupferkabel von Eureka XXL ersetzt (ER-3502). Obendrauf noch eine gedrehte Messingantenne von RB-Model (35A02), alles andere entstand direkt aus der Schachtel.

PzKpfw. VI (früh)PzKpfw. VI (früh)PzKpfw. VI (früh)PzKpfw. VI (früh)PzKpfw. VI (früh)PzKpfw. VI (früh)PzKpfw. VI (früh)

PzKpfw. VI (früh)

 

Bemalt wurde der Tiger wie üblich mit Tamiya-Farben. Nach einem Ölwashing kam diesmal "North Africa Dust" von AK Interactive zum Einsatz, was sich erheblich feiner verteilen ließ als das bei Produkten aus dem Künstlerbedarf möglich ist. Die Markierungen stammen, wie schon erwähnt, von Bison Decals (35023).

PzKpfw. VI (früh)

Das dazugehörige kleine Diorama stellt ein seit langer Zeit verfallenes Bauernhaus dar, wie man sie heute noch in der italienischen Landschaft zuhauf finden kann. Die Grundlage bildet eine Sperrholzplatte, auf die in mehreren Lagen mit dünnem Sperrholz und Spachtel das Terrain aufgebaut wurde. Die Ruine besteht aus einzeln aufgemauerten Korkquadern, die ich selbst aus größeren Platten zurechtgeschnitten habe. Der ehemalige Fußboden besteht aus kleinen 1x1 cm großen Mosaiksteinchen aus dem Bastelbedarf, die einfach umgedreht aufgeklebt wurden. Aufgefüllt wurde das Ganze mit fein gemörserter heimischer Erde, die durch verdünnten Weißleim in Position gehalten wurde. Die Grasbüschel werden von Fredericus-Rex hergestellt, der Strauch in der Ecke entstand aus getrocknetem heimischem Grünzeug und wurde Stück für Stück mit selbst ausgestanzten Blättern beklebt. Die beiden Figuren stammen von Tamiya (35201) und Tristar (35007) und wurden mit Citadel- und Revell-Farben bemalt.

PzKpfw. VI (früh)PzKpfw. VI (früh)PzKpfw. VI (früh)PzKpfw. VI (früh)PzKpfw. VI (früh)PzKpfw. VI (früh)PzKpfw. VI (früh)

PzKpfw. VI (früh)

 

Mit Pausen war ich knapp ein halbes Jahr an dem Projekt beschäftigt. Der Bausatz von Rye Field war äußerst angenehm zu bauen und ich hoffe sehr, dass noch viele weitere Versionen folgen werden. Inzwischen habe ich schon wieder zwei neue auf Lager...

PzKpfw. VI (früh)PzKpfw. VI (früh)PzKpfw. VI (früh)PzKpfw. VI (früh)PzKpfw. VI (früh)PzKpfw. VI (früh)PzKpfw. VI (früh)

PzKpfw. VI (früh)

 

Philipp Gross

Publiziert am 12. Juli 2017

Du bist hier: Home > Galerie > Militärfahrzeuge bis 1945 > PzKpfw. VI (früh)

© 2001-2019 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links | Blog