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Austin 8HP Tourer

von Christian Bruer (1:72 Ace)

Austin 8HP Tourer

Original und Bausatz

Der kleine Austin Zwei, bzw. Viersitzer wurde von 1939 bis 1948 in ca. 9.500 Exemplaren hergestellt. Das hier dargestellte Fahrzeug, ein Viersitzer Cabrio, fand als Stabs- und Verbindungsfahrzeug bei allen Britischen Teilstreitkräften Verwendung.

Der Bausatz aus dem Hause ACE ist meines Wissens der Einzige Bausatz dieses Typs im Maßstab 1:72. Die Proportionen des Fahrzeuges sind gut getroffen, allerdings muss der geneigte Modellbauer einige Abstriche in Punkto Detailtiefe und Qualität der Spritzgussteile machen.

Fangen wir mit der Bauteilqualität an. Die Spritzgussteile haben einen guten Short Run Standard, will heißen, Oberflächen und Details sind mehr oder weniger gut wiedergegeben und produziert. Erhabene oder versenkte Details treten recht ordentlich hervor. Weniger gefällt die teilweise sehr starke Materialdicke, was vor allem bei den Seitenteilen uns Auge fällt. Die Angüsse sind teils sehr klobig, hier ist Vorsicht bei dem Entfernen der Bauteile vom Spritzrahmen von Nöten.

Die Detaillierung ist auf den ersten Blick ordentlich, der zweite Blick offenbart dann aber viele fehlende Details. So fehlt eine Stirnwand als Abschluss zum Motorraum, Details im Interieur werden vermisste und es fehlen Blinker,  Außenspiegel, Tankstutzen, Wischermotor, profilierte Räder usw.

Unabhängig davon, liefert der Bausatz eine solide Basis, um mit wenigem extra Aufwand ein feines Modell des kleinen Cabrios zu erstellen. 

Der Bau

...beginnt mit dem Heraustrennen der Wesentlichen Bauteile aus dem Spritzrahmen und der Versäuberung selbiger. Anschließend folgten erste zusätzliche Details in Form der Querlenker am Fahrwerk. Nach dem Anbringen der Blattfedern konnten die Seitenteile angepasst werden. Hier offenbarten sich einige Lücken im Bereich der Schweller, sowie große Spalte im Übergang zum Kotflügel vorn. Diese mussten mittels Plastikplatten und Spachtelmaße verschlossen und anschließend verschliffen werden.

Danach wurden, ebenfalls aus Plastikplatten, eine Spritzwand, sowie eine Querversteifung im Motorraum eingesetzt. Der zu kurze Tunnel musste entsprechend verlängert werden. 

Nachdem das Grundgerüst des Fahrzeuges stand, konnte mit der Detaillierung des Innenraumes begonnen werden. Gas, - Brems,- und Kupplungspedal, eine Handbremse, Gangwahlhebel und einige Knöpfe und Schalter am Armaturenbrett wurden ergänzt. Neu aufgebaut wurden der Scheibenrahmen der Frontscheibe und eine neue Lenksäule in Form eines dünneren Rundstabes. 

Das Exterieur erhielt neu aufgebaute Stoßfänger, Halterungen für Nummernschilder, Tankstutzen, Blinker und Außenspiegel. 

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Bis hierher waren die Verfeinerungen recht einfach. Bei dem Verdeck wurde es schwieriger, sollte es doch heruntergeklappt dargestellt werden. Im Original bestand das Verdeck aus einer Tragstruktur bestehend aus Rechteck Profilen und entsprechenden Gelenken. Das Verdeck selber war augenscheinlich aus imprägniertem Stoff. Im Bausatz ist eine recht grobe Wiedergabe des geöffneten Verdecks enthalten die definitiv nicht verwendet werden sollte. Kurzum sollte ein neues Verdeck her, welches dem Original näher kommen sollte. Es sollten daher ebenso Rechteck Profile Anwendung finden, sowie eine aufgerollte Verdeckplane. Ein erster Versuch mit 0,3mm Styrene Profilen scheiterte, da sich das Material immer wieder aufgebogen hat. Eine 0,1mm dünne Folie zur Darstellung des Verdecks ließ sich ebenso wenig in Form bringen. Abhilfe schafften dann 0,3mm Aluminium Profile, sowie gute alte Bleifolie. Das Ergebnis ist nicht perfekt, für den Maßstab aber recht ansehnlich.

Nachdem der Bau soweit abgeschlossen war, konnte endlich Farbe ins Spiel kommen. Zur Anwendung kamen ausschließlich Farben aus dem Programm von Vallejo, sowie Ölfarben aus dem Künstlerbedarf. Dargestellt werden sollte ein Fahrzeug der Royal Air Force in der typisch blauen Lackierung. Zuerst erfolgte eine Grundierung in Grau, anschließend ein Mix aus Blau- und Grautönen, um den blauen Farbton, unter Berücksichtigung des späteren Washings mit Ölfarben, so gut wie möglich wieder zu geben. Die Lackierung erfolgt bis hier in mit der Airbrush. Die folgende Detailbemalung und gesamte Alterung erfolgt mit dem Pinsel.  

Den Abschluss bildete ein Überzug mit Future vor dem Auftragen der Decals. Diese ließen sich recht gut aufbringen. Die Kokarden und Gewichtskennungen sind einem Airfix Bausatz entnommen. Zum Schluss wurde das Modell mit einem seidenmatten Finish überzogen. Hier kam ein Produkt von Winsor & Newton zur Anwendung. 

 

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Das Modell ist auf einem kleinen Sockel, zusammen mit der Figur eines Britischen Luftwaffen Offiziers und seinem besten Freund präsentiert. Die kleine Landschaft entstand mittels Fimo Knete, Vogelsand und Streu und Pflanzen aus dem Modelleisenbahn Bedarf. Die Figuren habe ich auf einer Figurenmesse bei einem netten niederländischen Händler erstanden. Leider kann ich mich an den Namen des Herstellers nicht mehr erinnern. 

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Christian Bruer

Publiziert am 15. April 2019

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