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Hawker Hurricane "Kings Cup" 1950

von Roland Sachsenhofer (1:48 Hasegawa)

Hawker Hurricane "Kings Cup" 1950

Die Hawker Hurricane darf ohne Zweifel beanspruchen, eine wahre Flugzeug-Legende zu sein. Nun gibt es innerhalb der gewaltigen Zahl von 14 533 gebauten Exemplaren dieses Musters natürlich einige herausragende und besonders berühmte Maschinen. Das Vorbild des hier vorgestellten Modells darf man ganz sicher dazu zählen- denn auf welche Hurricane treffen sonst noch folgende Stichworte zu: Letztes gebautes Exemplar, Umbau und Einsatz als Rennflugzeug beim „Kings Cup“, Teil einer unglücklich verlaufenden Liebesgeschichte, Filmdarsteller, eines der letzten noch fliegenden Exemplare….?

Hawker Hurricane "Kings Cup" 1950

Hurricane PZ 865 „G-AMAU“ hat also Einiges erlebt, doch bevor ich auf diese interessanten Geschichten eingehe, möchte ich noch kurz ein paar Worte zu den Formen von Hasegawa verlieren.

Hasegawa hat diesen Bausatz 2012 auf Grundlage ihrer Hurricane-Ausgabe aus dem Jahr 1997 herausgebracht.

Hawker Hurricane "Kings Cup" 1950

Dieser Umstand zeigt sich zum einen in der guten Qualität der Teile und einer Passgenauigkeit, die nur als hervorragend bezeichnet werden kann. Zum anderen, wie bei diesem Hersteller und Bausätzen jener Zeit zu erwarten, sind Detailformen zwar großteils schön ausgeprägt, aber in ihrer Gesamtwirkung nicht überragend. Die dargestellten Blechstöße und andere Strukturen erscheinen mir etwa als viel zu tief beziehungsweise wirken sie wie ausgewaschen.

Hawker Hurricane "Kings Cup" 1950

Beim Nachdetailieren des Cockpits haben mir Gurte und Ätzteile von Eduard geholfen. Die Kanzel kann ohne Sägearbeiten nicht geöffnet dargestellt werden, was mir aber bei diesem Projekt kein Problem war.

Hawker Hurricane "Kings Cup" 1950

Der einzige größere Umbau für eine zivile Version der Hurricane war mit dem Einpassen neuer Auspuff-Formen verbunden. Diese an eine Spitfire-Auspuffanlage erinnernden Teile sind als schön geformte Weißmetallstücke dem Bausatz beigelegt. Zu deren Einbau muss ein Teil der Motorverkleidung mit einem Stück Plastikstreifen, Spachtelmasse und dem Einsatz von Schleifmitteln verkleinert werden. Dies lässt sich aber recht gut und problemfrei bewerkstelligen, da die Auspuffrohre erst in den letzten Bauschritten montiert werden müssen.

Hawker Hurricane "Kings Cup" 1950

Allgemein lässt sich sagen, dass die qualitätvollen Bauteile sich sehr rasch zu den schönen Formen einer Hurricane addieren; insgesamt weist  das Ganze keine Tendenz zu einem ausuferndem Projekt auf. Der weitere Umbau wie das „De-militarisieren“ der Flächen und der Umstellung der Antennenanlage  auf eine am Rücken montierte Peitschenantenne  ist problemfrei zu erreichen.

Hawker Hurricane "Kings Cup" 1950

Eine gewisse Sorge haben mir im Vorfeld die Decals bereitet. Nebst ihrer Größe und des Hasegawa-typisch dicken Trägerfilms war für mich vor allem spannend, wie sich deren Goldton bewähren würde. Aber, um es kurz zu machen, alles ließ sich sehr schön verwenden und mit einer als Basis verwendeten Klarlackschicht sowie einer weiteren, welche die Decals schön versiegeln und einebnen half, ist das Ergebnis aus meiner Sicht recht ansehnlich ausgefallen.

Hawker Hurricane "Kings Cup" 1950

Wie kommt es nun zu einer dunkelblauen Hurricane-Rennmaschine? PZ 865 ist tatsächlich das im Jahr 1944 gefertigte allerletzte Exemplar einer Hurricane, eben tatsächlich „the last oft he many“. Die Maschine verblieb bei Hawker und wurde 1950 in deren Wappenfarben Dunkelblau und Gold lackiert. Als „G-AMAU“ registriert und von Prinzessin Margaret gesponsert trat sie 1950 erstmals beim Kings Cup- Rennen an und erflog dabei auch den zweiten Platz. Im Cockpit befand sich der bekannte Hurricane-Jagdflieger Peter Townsend.

Hawker Hurricane "Kings Cup" 1950

Zwischen Ihrer königlichen Hoheit und Townsend entspann sich im Folgenden eine zuerst geheim gehaltene und später öffentlich gemachte Beziehung, die aber schlussendlich als allzu skandalträchtig beendet werden musste.

Hawker Hurricane "Kings Cup" 1950

PZ 865 firmierte in den Sechzigerjahren in der bekannten Filmproduktion „Battle of Britain“. Wenig später wurde sie von Hawker an den „Battle of Britain Memorial Flight“ gegeben, in deren fliegender Ausstattung sie nach wie vorvertreten ist. Ihr Äußeres hat seit 1950 mehrmals gewechselt: sie trägt heute die Farben einer Hurricane Mk IIC, HW840, mit dem Code  '“EG-S“ der 34 Squadron, die 1944 in Südostasien eingesetzt worden war.

Hawker Hurricane "Kings Cup" 1950

PZ 865 ist also wahrhaft ein Flugzeug mit Geschichte(n)! Gemeinsam mit dem qualitätvollen Bausatz hat mir dieser Hintergrund das Projekt zu einem recht kurzweiligen und erfreulichen Modellbauerlebnis werden lassen.

Hawker Hurricane "Kings Cup" 1950

Wenn Ihr Euch nach dieser Vorrede selbst ein Bild vom Bausatz und dem Bauprozess machen möchtet, kommt Ihr hier zum Baubericht auf Scalemates. Wie immer stehe ich für Anregungen und Fragen offen: ro.sachsenhofer@gmx.at

Roland Sachsenhofer

Publiziert am 18. Juni 2019

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