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Graf Zeppelin

von Frank Mennigke (1:720 Revell)

Graf Zeppelin

Öffnet man den Karton ist man erst einmal beeindruckt von der Vielzahl der Teile und der Größe des Modells. Es ist offensichtlich alles vorhanden: Bordgeschwader, Waffen usw., um das Schiff in fertigem Zustand bauen zu können. Da dieses Schiff aber nie fertig wurde, wollte ich es auch in dem vermeintlich letzten Bauzustand bauen.

Graf Zeppelin

Von Graf Zeppelin gibt es etliche Bilder aus der Zeit vor 43, also vor dem letzten Versuch den Träger noch fertigzustellen. Vor dem entgültigen Baustop für Großkampfschiffe konnten noch Torpedowulste angebaut werden, die die Stabilität erhöhen sollten. Außerdem kamen noch Masten und vermutlich auch schwere Waffen von Bord. Der Rumpf des Modells stellt diesen Zustand da, also muß man damit arbeiten, weil der Rumpf sonst nicht zu gebrauchen wäre. Bilder aus der Zeit nach dem Baustop existieren nicht so viele, aber mit den wenigen lässt sich einiges anfangen.

Graf Zeppelin

Aus diesen Gründen entschloss ich mich das Schiff im letzten Baustadium darzustellen. Zuerst trennte ich das Unterwasserschiff ab und bohrte die Bullaugen auf. Die Kasematten für die Artillerie verschloss ich mit Resten aus Ätzteilen, weil im Orginal die Waffen fehlten. Die Davits für die Beiboote usw. wurden eingebaut um die Lücken in den Nischen zu füllen, die Boote setzte ich jedoch nicht ein. Vor diese Nischen sowie an Bug und Heck montierte ich Relings. Weil auch an diesem Modell die Schanzkleider und Plattformen zu dick sind, schliff ich sie dünner.

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Auf dem Flugdeck setzte ich die Aufzüge in der oberen Position ein und ergänzte eine Menge Unterzüge an den Catwalks und den Waffenständen. Aus einem Ätzsatz ergänzte ich noch viele Grätings an den Waffenständen, damit das riesige Flugdeck nicht so eintönig aussieht. Nun konnte das Deck eingepasst werden, und auch hier brachte ich Unterzüge nach Vorbildfotos an. Das Katapult und die Schienen waren mit großen Platten abgedeckt, diese stellte ich aus Plastiksheet her. Bei den Aufbauten wurde es dann schwierig. Es gibt jede Menge Fotos mit Zeitangaben, die aber anscheinend nicht zueinander passen, oder mal so, mal so beschriftet sind. Ich entschied mich einige “letzte” Fotos als Grundlage zu nehmen. Dort sind weder Masten, Bewaffnung oder Meßgeräte zu sehen. Der Schornstein ist mit einer Art Platte abgedeckt, was ich am Modell mit Sheetstreifen darstellte.

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Die Fundamente für die E-Meßgeräte entstanden ebenfalls aus Sheetstreifen und wurden auch abgedeckt. An den Seiten der Aufbauten ergänzte ich noch Türen aus einem Ätzteilbogen und bohrte die Bullaugen auf. Die Plattformen schliff ich auch hier dünner und ergänzte Unterzüge und Reeling. Die Lackierung erfolgte mittels Airbrush und fertigen Revell Farben, die sehr stark verdünnt wurden. Nach der Trocknung brachte ich die Decals für die Schienen des Katapultes auf. Jetzt war es an der Zeit das Schiff ordentlich zu “vergammeln”.

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Wenn ein Schiff jahrelang halbfertig auf dem Wasser liegt, muß es zwangsläufig wie eine Ruine aussehen. Eine Menge Rost, Schmutz und verschiedene Grautöne wurden aufgebracht. Unterschiedliche Grautöne deshalb, weil auch im Original an den Torpedowulsten, Aufbauten und Rumpf mehrere Farben erkennbar sind. Das Flugdeck wurde zwar nie als solches genutzt, war aber doch der Witterung ausgesetzt.

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Das Deck bekam eine Farbgebung aus dunklen und helleren Brauntönen. Belegt ist, dass die Schrauben des Trägers auf dem Heck des Flugdecks mitgeführt wurden, ich klebte sie nach der Lackierung fest und zurrte sie mit feinem Draht gegen Verrutschen. Auch belegt ist eine leichte Flakbewaffnung. Mit Zurüstteilen von WSW wurde diese dargestellt. Das Wasser entstand aus Silikon, die Platte ist eine Pinwand. Fazit: Ein schöner Bausatz, der auch Anfängern keine Probleme bereiten dürfte. Leider ist der Bausatz nicht im aktuellen Revellprogramm, so dass man wohl nur bei Ebay noch fündig wird. 

Frank Mennigke

Publiziert am 06. März 2006

Die Bilder stammen von Martin Kohring.

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