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McDonnell F3H-2N Demon

Der Urvater der Phantom II

von Christian Bruer (1:48 Grand Phoenix)

McDonnell F3H-2N Demon

Geschichtlicher Hintergrund

Die Entstehung der Demon geht auf eine Ausschreibung der U.S. Navy aus dem Jahr 1949 zurück. Im Zuge der Ausschreibung wurde bei McDonnell ein neuartiges Konzept eines trägergestützten düsengetriebenen Jagdflugzeuges mit gepfeilten Tragflächen angefragt. Das von McDonnell ausgearbeitete Konzept sah ein einsitziges Flugzeug mit 45° nach hinten gepfeilten Trag- und Steuerflächen vor. Der Antrieb erfolgte durch ein Westinghouse J40 Turbine mit Nachbrenner. Die Bewaffnung bestand aus vier 20mm Kanonen, als Radar war ein APG-51 Radar vorgesehen. Der Erstflug fand am 07. August 1951 statt, bereits im März 1951 hat die U.S. Navy bei McDonnell 150 Maschinen in der Konfiguration F3H-1N als Allwetterjäger geordert. Bei der Erprobung der Maschinen stellten sich wiederholt Probleme ein und innerhalb weniger Wochen stürzten 11 Maschinen ab. Die U.S. U.S. Navy erteilte ein sofortiges Startverbot und stoppte die Produktion. Bei der Untersuchung stellte sich das Westinghouse Triebwerk als Problemstelle heraus. Um das Programm zu retten wurde beschlossen die Produktion auf das Allison J71 Triebwerk umzustellen. Die Änderungen zur Aufnahme des neuen Triebwerks waren jedoch vielfältig und so dauerte es bis die Produktion wieder anlief.

McDonnell F3H-2N Demon

Die ersten Einheiten wurden ab 1956 mit dem Muster ausgerüstet. Die Demon hatte eine vergleichsweise kurze Einsatzzeit, bereits 1964 wurden die Produktion nach 519 Einheiten eingestellt. Das lag vornehmlich daran, dass das Muster mit dem damals vorhandenen Triebwerk nie die Leistung erbrachte für die es ausgelegt war. Heute gilt die Demon als das erste moderne strahlgetriebene Jagdflugzeug der U.S. Navy und sozusagen als der Urvater der F4 Phantom.

McDonnell F3H-2N Demon

Das Modell

Die Demon von Grand Phoenix ist ein typischer Short Run Kit in vergleichsweise guter Qualität und Passgenauigkeit. Der Bausatz besteht aus Spritzgussteilen für Rumpf, Tragflächen und diverse Kleinteile sowie aus Resinteilen für Cockpit, Fahrwerk incl. Schächten usw. Die Resinteile stammen aus dem Hause Aires was für sich selber spricht. Zusätzlich liegt dem Bausatz eine kleine Ätzteilplatine mit Teilen für das Cockpit und für die Grenzschichtzäune bei. Die Decals stammen von Eagle Strike und sind ebenso wie die Resinteile erste Sahne. Neben den etwas dicken Klarsichteilen stört das fehlen der Flügelpylonen samt Sidewinder Raketen.

McDonnell F3H-2N Demon

Vor dem eigentlichen Zusammenbau habe ich alle Bauteile vom Gussast getrennt versäubert und verschliffen. Meine anfängliche Befürchtung einer Schleiforgie zum Einpassen der Resinteile bestätigte sich nach der ersten Trockenmontage erfreulicherweise nicht. Nachdem ich das Cockpit soweit lackiert und zusammengebaut hatte, folgten die im Rumpf sitzenden Airbrakes sowie die Detaillierung und Zusammenbau der Federbeine. Bei der Positionierung einiger Teile der Federbeine gibt der Bauplan wenig Aufschluss, sodass ich Bilder des Originals zu Hilfe genommen habe. Am Bugradfederbein kann der Landescheinwerfer ergänzt werden was ohne großen Aufwand machbar ist. Die Montage der Tragflächen samt Fahrwerkschächten erfolgte im Anschluss und bereitete keine großen Probleme. Lediglich beim Einpassen der Fahrwerkschächte fällt etwas Spachtel- und Schleifarbeit an die sich aber in Grenzen hält. Bereits im Vorfeld habe ich alle später schlecht zugänglichen Bauteile lackiert und gealtert.

McDonnell F3H-2N Demon

Bei der folgenden Trockenmontage der Hauptkomponenten legte ich die Zusammenbaufolge fest. Da der Rumpf aus sechs Teilen besteht, Nase, Kanonenblenden und Hauptrumpf, ist eine klare Festlegung der Montagefolge äußerst wichtig um nachher keine unliebsame Überraschung zu erleben. Nach einigen Überlegungen habe ich mich dazu entschlossen, zuerst die Nase samt Cockpit zusammenzubauen und im zweiten Schritt den Hauptrumpfe mit den Kanonenblenden zu verbinden. Die montierte Nasenpartie habe ich anschließend mit einer Rumpfhälfte verbunden. Nach dem Überprüfen der Passung habe ich den Rumpf endgültig zusammengefügt. Wichtig, vor der endgültigen Rumpfmontage die diversen im Rumpf sitzenden Teile nicht zu vergessen sowie genügend Ballast in der Nase zu positionieren! Die Schubdüse lässt sich problemlos später montieren und kann daher vorerst beiseite gelegt werden. Die Nähte und Übergänge des Rumpfes habe ich, wo erforderlich gespachtelt und verschliffen. Anschließend folgte noch der Zusammenbau von Rumpf und Tragflächen. Hierbei ist der genaue Winkel der Flächen zu beachten, die beim Original leicht nach unten hängen.

McDonnell F3H-2N Demon

Die Demon weist den Typischen U.S. Navy Anstrich der frühen 60er Jahre auf, Oberseite FS36440 Light Gull Gray und Unterseite FS17875 White. Ich habe mich für die Demon mit der BuNo. 143410m entschieden die 1958 bei der VF-64 an Bord der CVA-41 USS Midway stationiert war. Die erforderlichen Decals finden sich auf dem Bogen „Deadly Demons Part I“ von Eagle Strike. Die Lackierung erfolgte mit Farben von Xtracolor. Vor dem eigentlichen Farbauftrag erfolgte das Preshading der Fugen mit Schwarz. Nach der Lackierung der Ober- und Unterseite erfolgte das Aufhellen der Beplankungsbleche mit aufgehellter Grundfarbe. Für die Lackierung von Blendschutz, Nase und Kanonenblenden sowie für die gelben Streifen am Seitenleitwerk und den Flügelspitzen habe ich die Bereiche in mehreren Durchgängen abgeklebt und lackiert. Die Decals ließen sich gut auftragen und passten sich dabei gut den Konturen an, wobei ich den üblichen Weichmacher verwendet habe. Die Alterung erfolgte nach dem Auftragen der Decals mittels Marabufarben und Pastellkreide. Ich mag abgenutzt aussehende Flugzeuge und so habe ich mich auch bei der Demon nicht zurückgehalten ohne es aber zu sehr zu übertreiben. Den Abschluss bildete die Montage der restlichen Kleinteile sowie die Versiegelung der Lackierung mit seidenmattem Klarlack.

McDonnell F3H-2N Demon

McDonnell F3H-2N Demon

Fazit

Der Bau der Demon hat eine Menge Spaß bereitet. Für ein Kleinserienmodell weist der Bausatz eine erstaunlich gute Passgenauigkeit auf. Die Bauteile sind allesamt gut detailliert und stimmig. Die Nachbesserungen halten sich in Grenzen. Neben den Bremsleitungen am Fahrwerk habe ich lediglich den Landescheinwerfer ergänzt. Unter dem Rumpf sitzen noch einige Antennen die ebenfalls ergänzt werden können. Ich hatte dies übersehen und werde es daher noch nachholen. Über die Position der Antennen geben Bilder des Originals Aufschluss. Aufgrund der Materialvielfalt und Komplexität des Bausatzes ist das Modell Einsteigern nicht zu empfehlen.

Christian Bruer

Publiziert am 13. Januar 2006

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