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BAe Hawk T Mk.1

von Roy Puchtinger (1:48 Airfix)

BAe Hawk T Mk.1

Zum Original:

Es handelt sich um die „XX172“, welche auf der St. Athan Station Flight stationiert war. Ursprünglich flog diese Maschine in der Lackierung, wie sie hier am Modell dargestellt wird. Später wurde diese Maschine in Schwarz umlackiert und erhielt einen roten Drachen.

BAe Hawk T Mk.1

Das Modell:

Hersteller des Bausatzes ist Airfix. Die Qualität ist mittelmäßig einzustufen. Sehr grobe Gravuren, viel zu dicke Wandstärken aller Teile, was sich spätestens beim Anbringen der Fahrwerksklappen bemerkbar macht, und die Passung der meisten Teile ließen mich zu diesem Urteil kommen.

Um ein ansprechendes Modell zu erhalten, muss so gut wie jedes Teil überarbeitet werden. Im Cockpit habe ich nicht viel Zeit investiert, da ich die Kabinenhaube geschlossen anbringen wollte. Doch sollte man nicht unterschätzen, wie viel man hinterher noch sieht. So wurden zum Beispiel die Schleudersitze noch mit selbstgeschnittenen Gurten aus 0,25-mm-Plastik ergänzt.

BAe Hawk T Mk.1

Nach Fertigstellung des Cockpits wurden die beiden Rumpfschalen bearbeitet. Das heißt, es wurden einige Gravuren neu gezogen, Nieten und Schnellverschlüsse aufgebracht. Es mussten außerdem noch einige Macken (große Dellen, welche beim Entformen entstanden sein könnten) weg geschliffen und gespachtelt werden. Das Seitenruder wurde abgetrennt und die Anlenkung für das Trimmruder ergänzt.

BAe Hawk T Mk.1

Außerdem mussten die Lufteinläufe überarbeitet werden. Die Form der Einlässe ist nicht korrekt und, wer hätte es gedacht, eine Menge Spachtelarbeit war nötig, um einen perfekten Übergang zu gestalten. Anschließend wurden einige Öffnungen am Rumpf durchbohrt bzw. aufgefräst. Das Spritablass-Röhrchen wurde angebracht sowie ein Abgas-Auslass auf der rechten Seite.

Die Fahrwerksschächte wurden im Originalzustand belassen – was ich aber im Nachhinein bereue. Dafür wurden aber die Fahrwerksbeine stark umgebaut: Erstellen des Gelenks, Anbringen der Hydraulikleitungen, Neugestaltung der Schwinge etc...

BAe Hawk T Mk.1

Ebenfalls musste man die Reifen überarbeiten. Dabei war es ganz praktisch eine kleine Achse in das Rad einzukleben. Diese Achse wurde in eine Bohrmaschine eingespannt und man kann nun das Rad wie an einer Drehmaschine bearbeiten. Nachdem die Reifen die richtige Form und den richtigen Durchmesser hatten, wurde eine grobe Feile an das Rad gedrückt, die Riefen, die die Feile hinterlassen hat, sehen aus, wie das Profil des Reifens.

BAe Hawk T Mk.1

Um, wie im Vorwort erwähnt, das Problem der zu dick geratenen Wandstärke zu umgehen, wurden alle Fahrwerksklappen in Eigenregie neu erstellt. Dabei wurde 0,25- und 0,5-mm-Plastiksheet verwendet. Dabei wurde auf Detailtreue sehr viel Wert gelegt. Es wurden sämtliche Nieten aufgebracht und der Verriegelungsmechanismus wurde aus Alublech und 0,2-mm-Stahldraht dargestellt. Das alles wurde noch ein bisschen gealtert und danach konnte der Bau des Fahrwerks abgeschlossen werden.

BAe Hawk T Mk.1

Nachdem die beiden Tragflächenhälften verklebt waren, wurden die Landeklappen ausgeschnitten und in ausgefahrener Stellung angebracht. Dabei wurden nicht die vorgesehenen Teile von Airfix verwendet – es wurde wieder in Eigenregie gearbeitet. Der Mechanismus ist so ausgelegt, dass die Landeklappen nach Fertigstellung des Modells noch beweglich sind.

BAe Hawk T Mk.1

Alle Grenzschichtzäune auf der Tragflächenoberseite wurden abgeschnitten und die Oberfläche verschliffen. Denn die angegossenen „Klumpen“ ließen nicht erahnen, welche Funktion sie am Original haben – so wurde kurzerhand aus 0,25-mm-Plastiksheet (ich weiß, immer noch zu dick – aber besser als vorher) 16 neue Grenzschichtzäune geschnitten und mit Plastikkleber angebracht. Zusätzlich wurden die beiden großen Grenzschichtzäune scratch nachgebaut. Die silbernen Bleche an der Nasenleiste waren in der Bausatzversion auch nicht vorgesehen. Dabei mussten zahlreiche Vorbildfotos studiert werden, um die genaue Form, Farbe und Lage dieser Bleche in Erfahrung zu bringen...

BAe Hawk T Mk.1

Als sehr positiver Punkt sei an zu merken, dass die Kabinenhaube einwandfrei passte. Unter leichtem Druck wurde sie an Ort und Stelle gebracht und mit dünnflüssigem Sekundenkleber verklebt.

Um den Bau abzuschließen, mussten nun noch sämtliche Antennen zurecht geschnitten werden. Diese wurden aber wegen der Bruchgefahr erst nach der Lackierung angebracht.

BAe Hawk T Mk.1

Zur Lackierung:

Das Original ist in den Farben Roundel Blue, Signal Red, Gloss White und Light Aircraft Grey gehalten. Da sich aber bis auf das Weiß und das Grau keine fertig gemischten Farben auftreiben ließen, welche zudem auch meinen Ansprüchen gerecht wurden, musste das Rot und das Blau selbst gemischt werden. Ich kann nicht genau sagen, was länger gedauert hat, das richtige Mischen der Farbe incl. Probespritzung, oder die komplette Lackierung des Modells. Ich meinte im Vorfeld, dass die Lackierung nur eine Woche Zeit in Anspruch nehmen würde, doch weit gefehlt. Zum Schluss waren es dann dreieinhalb Wochen Lackiererei. Doch das Ziel war noch nicht erreicht!

BAe Hawk T Mk.1

Die Decals:

Meine Entscheidung fiel in punkto Decals auf das Set „Dragon Hawk“ (MAS-489001) von Model Alliance Decals. Auch hier ist die Qualität als mittelmäßig bis schlecht einzustufen. Doch hier dürfen keine voreiligen Rückschlüsse auf die Qualität der Decals von Model Alliance gezogen werden, denn es wurde zusätzlich der Satz „RAF BAe Hawk Stencils“ (MA-48116) verwendet, welcher mit dem Prädikat „wertvoll“ auszuzeichnen ist.

Beim Aufweichen der Drachen-Decals löste sich anscheinend nicht der komplette Kleber und hinterließ kleine, weiße Klümpchen, welche so gut wie nicht zu entfernen waren, ohne das Abziehbild zu beschädigen. Vielleicht habe ich da einfach nur einen „Montagsdruck“ erwischt...

Mir blieb nichts anderes übrig, als den Drachen nach dem Aufbringen zu maskieren und die (normalerweise durchsichtigen) überstehenden Ränder mit den Kleberrückständen, in der Rumpffarbe überzulackieren.

BAe Hawk T Mk.1

Geplant war, dass der Bau der Hawk in drei bis vier Wochen abgeschlossen sein sollte, doch mein Zeitplan wurde durch die ganzen Verbesserungsmaßnahmen total gesprengt und es war nicht möglich, das Modell bis zur geplanten Ausstellung fertig zu stellen. Da stand sie dann im Rohbau und teilweise grundiert erst einmal im Hintergrund. Und nun wartet sie darauf bei der nächsten Ausstellung ganz vorne „geparkt“ zu werden...

Roy Puchtinger

Publiziert am 11. August 2006

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