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Nissan R390 GT1

24 Stunden-Rennen von Le Mans 1997

von Deun Yu (1:24 Tamiya)

Nissan R390 GT1

Beim legendären 24 Stunden-Rennen von Le Mans trat Nissan 1997 mit dem neuen R390 GT1 an, einem schnittigen, geschlossenen GT1-Rennwagen. Drei dieser ca. 600 PS starken Mittelmotorboliden traten an, jedoch beendete der einzige Wagen, der durchhielt, das Rennen auf Rang 12, die anderen beiden fielen aus. Ein Jahr später, 1998, ging Nissan mit einem überarbeiteten Modell an den Start. Nach 24 Stunden kamen alle 4 Wagen unter die Top 10, sie belegten die Ränge 3, 5, 6 und 10.

Das Tamiya-Modell repräsentiert das 97er Modell. Wie es sich für Tamiya gehört ist der Bausatz von hoher Qualität, es gibt eine Menge Details und alle Teile haben fast kein Grat. Insgesamt sind es 121 Teile, davon 14 mit Aluminium bedampfte, 17 Klarsichtteile und 4 Gummireifen. Mit dem zweiteiligen Abziehbilderbogen können alle 3 Autos nachgebaut werden. Außerdem liegen dem Bausatz noch ein Abklebebogen, womit die zu lackierenden Fensterrahmen abgeklebt werden können, und ein Stück Gitter für die Lüftungskiemen über den Vorderrädern bei.

Der Zusammenbau beginnt mit reichlich Lackierarbeit, zunächst halbmatt-schwarz. Damit werden Radaufhängungen, Cockpit und der Unterboden bemalt. In Wirklichkeit sind einige dieser Flächen, vor allem im Cockpit, unlackierte Kohlefaserteile, bei denen man die Struktur sehen kann. Leider gibt es im Bausatz keine entsprechenden Abziehbilder.

Bei den vielen genau nachgebildeten Teilen gibt es nach dem Anstrich viele Details anzumalen. Die Anleitung gibt dazu gute Angaben, außerdem sind die 4-Seiten-Ansichten auf der Packung sehr nützlich. In paralleler Arbeit wurden so die Cockpit-, Fahrwerks- und Motorteile bemalt. Diese Einzelteile wurden dann zu noch voneinander unabhängigen größeren Baugruppen zusammengesetzt.

Die erste Baugruppe ist das Monocoque (also die Cockpitwanne) mit vorderen Radaufhängungen. Der Deatailierungsgrad des Cockpits ist gut, alle wichtigen Systeme sind vorhanden. Sowohl Instrumente als auch Sicherheitsgurte werden durch Abziehbilder dargestellt. Die schön gemachte vordere Radaufhängung bleibt auch nachher von unten sichtbar. Allerdings fehlen hier die Luftröhren, die die Luft u.a. zu den vorderen Bremsen leiten. Die am feinsten detaillierte Baugruppe, der Motorraum, befindet sich hinter dem Cockpit. Hier müssen viele Details, zum Teil ganz fein bemalt werden. Hauptteil ist der Motor mit transversalen Getriebe.

Nissan R390 GT1

Um diese Teile werden Radaufhängung, Abgasrohre und Turbolader herumgebaut. Auch hier fehlen die Bremslüftungen. Im Motorraum sämtliche Kabel nachzubauen würde zu einer Lebensaufgabe ausarten.

Nissan R390 GT1

Nissan R390 GT1

Die 4 Gummireifen wurden auf der Lauffläche mit 280er Sandpapier geschliffen, um ihnen ein angefahrenes Aussehen zu verleihen und, um die feine Naht in der Mitte der Lauffläche zu eliminieren. Auch die Felgen sollten durch Bremsstaub strapaziert aussehen. Mit schwarzer Farbe wurden sie trockengepinselt, vorne etwas mehr als hinten.

Nissan R390 GT1

Der letzte Bauabschnitt widmet sich der Karosserie und den dazu gehörigen Teilen. Die Karosserieteile wurden zuerst rot, dann schwarz lackiert. Die Glasteile wurden mit einer Schicht Sofix-Glänzer überzogen, bevor die Ränder schwarz lackiert wurden. Das Trocknen des schwarzen Glanzlackes (Revell) dauerte sehr lange. Daher ging es zunächst mit den Zusatzteilen wie Scheinwerfer, Rückleuchten, Rückspiegel und dem Heckflügel weiter. Die Klarsichtteile der Scheinwerfer und auch der fertige Heckflügel wurden mit Sofix überzogen. Nach 12 Tagen war der Lack (nicht zuletzt dank Sonneneinstrahlung) endlich trocken und die Abziehbilder wurden angebracht. Ich hatte mich schon lange für die #23 entschieden, dem zwölftplatzierten Wagen von Hoshino/Comas/Kageyama. Die Anleitung trennt sorgfältig die 3 möglichen Wagen. Die Decals machten eigentlich keine Probleme, aber an der Stelle, wo die Wagennummer an der Seite auf die Motorabdeckung übergeht ist ein genauer Schnitt erforderlich. Außerdem mussten teilweise viele Decals übereinander gelegt werden. Allerdings sind so versetzt gedruckte Decals kein Thema mehr.

Bevor die Karosserie mit Sofix versiegelt werden konnte, mussten noch einige Details bemalt werden, außerdem wurden einige Abziehbilder an den Rändern mit Klarlack behandelt.

Nissan R390 GT1

Die Endmontage ging recht zügig voran. Fenster, Scheinwerfer, Lufteinlauf und Gitter wurden von Innen an die Karosserie geklebt. Diese wurde dann auf das Chassis gesteckt - etwas fummelig, aber passt, hält, kein kleben nötig. Dann wurden die Räder vorsichtig aufgesteckt und die restlichen Kleinteile angeklebt.

Nissan R390 GT1

Bedauerlicherweise ging das winzige Licht auf dem Dach verloren und ich musste mir eines aus Klarlack bauen. Die Antenne muss selbst gezogen werden, ich machte sie aus Kupferdraht.

Nissan R390 GT1

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Abschließend lassen sich eigentlich fast nur positive Worte finden. Die ausgezeichnete Qualität des Bausatzes macht den Zusammenbau reibungslos und liefert ein großartiges Ergebnis. Allerdings könnten Unerfahrenere wegen der Komplexität des Bausatzes leicht überfordert sein. Nur zwei kleine Schwächen hat er meinen Informationen nach: die Lüftungsrohre der Bremsen fehlen und die Treibstoffleitung hat blaue, nicht wie nach Anleitung rote Streifen, was ich zu spät bemerkte. Eigentlich der beste Bausatz, den ich bislang gebaut habe! Großes Lob an:

Nissan R390 GT1

Deun Yu

Publiziert am 09. Mai 2003

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