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Ramm-Tiger

Umbausatz auf Italeri Porsche Tiger VK 4501

von Matthias Simon (1:35 Airmodel Products)

Ramm-Tiger

Ein recht sonderbares Gefährt. Aus Erfahrungen beim Häuserkampf um Stalingrad entsprang die Idee mittels einer Rammhaube auf einem Panzerfahrgestell Gebäude oder Mauerteile einreißen zu können. Laut Walter J. Spielberger, Band 7 „Panzerkampfwagen Tiger und seine Abarten“ wurde am 05. Januar 1943 Adolf Hitler ein Fahrzeug mit Rammhaube für diesen Zweck vorgeschlagen und der Bau von drei Prototypen genehmigt. Als Basis dienten die Fahrgestelle von Porsche-Tigern. Ein Holzmodell wurde angefertigt. Zur Zeit aber existieren keine mir bekannten Fotos von den Prototypen. Somit ist deren Existenz momentan wohl nicht erwiesen…. Wer es besser weiß, kann mich gerne informieren.

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Wer Erfahrungen im Umgang mit Vakumodellbau sammeln möchte, dem sei dieser Bausatz von Airmodel wärmstens empfohlen. Der einfache Aufbau und die übersichtliche Anzahl der Teile prädestiniert diesen, um mit einfachen Mitteln und etwas Nacharbeit ein recht ansehnliches Modell auf den Tisch stellen zu können. Der Preis für den Umbausatz hält sich dabei in Grenzen und kleben kann man das ganze auch noch mit dem üblichen Plastikkleber. Die Haube und das dazugehörige Unterteil des Rammsporns sind schnell ausgeschnitten und vorbereitet. Kleine Dellen auf der Oberseite können entweder verspachtelt oder als Einsatzspuren  so belassen werden. Als Basisbausatz fand bei mir ein ITALERIE VK 4501 im Maßstab 1/35 Verwendung. Der Zusammenbau gestaltete sich der Bauanleitung folgend. Lediglich der Tigerturm wird nicht benötigt. Für Bemalungstechniken von Fahrzeug und Ketten musste ich das Internet bemühen. Als Flugzeugmodellbauer nutzt man dann doch etwas andere Methoden des Farbauftrages. Das Fahrzeug wurde gemäß Bauanleitung zusammengefügt und mit JPS-Colour Farbe Dunkelgelb II lackiert danach mit einem schwarzbraunen washing und hellem drybrushing versehen. Für mich unklar war aber, ob die Ketten vor dem Lackieren besser montiert werden, oder nicht. Ich entschied mich diese unmontiert zu lackieren. Da das Fahrzeug gebraucht, aber nicht verdreckt aussehen sollte, diente als Basislack Humbrol Rostbraun. Danach washing m it schwarzbraun und drybrushing mit Testors Silber. Etwas Staub wurde mit verschieden braunen Pastellkreiden auch am Fahrzeug selbst bewirkt. Da ich es nicht besser wusste, habe ich die Ketten umständlich mit Sekundenkleber auf die Laufrollen geklebt…. Mit Vinyl-Ketten habe ich mich schon vor 25 Jahren bei meinen letzten Panzermodellen herumgeärgert. Jetzt liegen sie aber sauber auf den Rollen und hängen realistisch durch. Damit die Rammhaube richtig passt, muss lediglich der Oberteil der Kettenschürzen angeschrägt werden. Wie schon erwähnt erfordert der Airmodel Umbausatz ansonsten nicht viel eigene Arbeit. Damit der Rammtiger aber etwas besser aussieht, habe ich eine Verzahnung in die Panzerplatten eingraviert und Schweißnähte mittels eines handelsüblichen Lötkolbens eingesenkt. Das ging schnell und ist wirkungsvoll. Damit man etwas mehr vom Porschetiger sehen kann wurde noch die hintere Klappe geöffnet dargestellt. Klappe und Scharniere wurden aus Plastik-sheet und Evergreen-Profilen selbst hergestellt. Fertig zum Lackieren.

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Bei der Farbgebung kann sich jeder nach eigenem „Gusto“ austoben. So lange es nicht klar ist, wie die Prototypen ausgesehen haben sollen, kann einem wohl keiner einen Vorwurf machen. Nachdem ich die Haube mit Grau grundiert hatte, folgte ein weiterer Farbauftrag mit JPS-Color Dunkelgelb II Farbe. Leider musste ich zu diesem Zeitpunkt feststellen, dass die Farbe nicht mehr ausreichte und Nachschub hatte ich nicht schnell genug zur Hand. Also alles wieder herunterschleifen.

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Der Zufall wollte es, dass am darauf folgenden Wochenende eine Modellbauausstellung in Gelnhausen stattfand. Ein dort gesehener rostbrauner Jagdtiger hat mich fasziniert (Kompliment an den unbekannten Erbauer) . Somit war klar, wie nun auch mein Rammtiger aussehen sollte. Ich benötigte 3 Lackierungen, bis ich endlich den orange/rot/braunen Farbauftrag zu meiner Zufriedenheit auf das Modell aufgetragen hatte. Werksmarkierungen und allerlei andere Notizen wurden mit weiß aufgetragen und mit gelben und braunen Pastellkreiden leichte Abnutzungserscheinungen dargestellt. Ich verzichtete bewusst auf weitere Beulen und Lackabsplitterungen. Direkt vom Werk mit wenigen Abnutzungen kam auch meiner Vorstellung entgegen.

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Letztlich kann ich sagen, dass es irre Spaß gemacht hat sich mit dieser Materie Vakumodelle für Fahrzeuge 1/35 zu beschäftigen und ich hoffe auch Euch hat mein Beitrag gefallen. 

Mail: info at airmodel punkt de

Matthias Simon

Publiziert am 04. April 2009

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