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Semper Fi...

von Stefan Szymanski (1:72 Armo)

Semper Fi...

…“Immer treu“, aus dem lateinischen „Semper Fidelies“ abgeleitet, ist einer der Leitsprüche der U.S. Marines. Nicht umsonst genießt diese amerikanische Waffengattung einen sagenhaften Ruf in der Kriegsgeschichte. So wäre eine erfolgreiche Durchführung des Pazifikkrieges mit dem so genannten „Inselspringen“ ohne die Marines nicht möglich gewesen. Dabei wurde den bis dahin sehr expandierten Japanern nach und nach eine Insel nach der anderen, meist unter großen Verlusten auf beiden Seiten abgerungen. Ein Ziel unter anderem war, in „Sprungweite“ des japanischen Festlandes zu kommen. So sind auf diesem Wege Namen wie „Iwo Jima“, „Tarawa“, „Saipan“ und „Peleliu“ ein großer Bestandteil der amerikanischen Geschichte geworden. Trotz großer materieller Überlegenheit auf amerikanischer Seite, die sich zum Teil durch tagelangen Beschuss mit schwersten Waffen an den geplanten Anlandungsstränden bemerkbar machte, entfiel die Hauptlast mit der eigentlichen Anlandung und Säuberung der Inseln auf die Marines. Durch die taktisch geschickt angelegten Bunker und Verteidigungsstellungen der Japaner, waren diese trotz vorherigen Dauerbeschusses meist noch so gut wie unbeschädigt. In Verbindung mit der aufopferungsvollen Kampfeinstellung der japanischen Soldaten gestalteten sich die Kämpfe für die Marines sehr verlustreich.

Für amphibische Anlandungen wurde und wird immer ein spezielles Gerät benötigt. So diente der „Water Buffalo“ L(anding)V(ehicle)T(racked)-4 als schwimmfähiger Transportpanzer, um die Marines einigermaßen geschützt an Land zu bringen. Auch bei den weiteren Kämpfen in Landesinneren spielten die LVTs als Unterstützungseinheit noch eine große Rolle. So gab es im laufe des Krieges auch etlichen, zweckmäßige Veränderungen und Umbauten mit Haubitzen, Panzertürmen des M5A1 Stuart, Flammenwerfern und auch Salvenraketengeschützen. Nichts war undenkbar, wenn es dem Erfolg diente.

Auch lange nach dem zweiten Weltkrieg waren diese Fahrzeuge bei einigen ehemaligen Verbündeten, wie zum Beispiel der englischen und französischen Armee im Einsatz.

Obwohl es sich bei dem LVT um ein sehr interessantes, schwimmfähiges Fahrzeug handelt, wird dieses von den Herstellern doch sehr stiefmütterlich behandelt. So genießt das über 30 Jahre alte Airfix-Modell bisher eine Art Monopolstellung. Der polnische Kleinserienhersteller Armo hat diese Lücke sehr gut erkannt und dem Modellbauer eine ganze Reihe sehr interessanter LVTs zugänglich gemacht. Bei dem “Water Buffalo” handelt es sich um einen reinen Resinbausatz, der auf Grund einer gut durchdachten Anordnung mit sehr wenigen Bauteilen auskommt. Da stellt dann auch die skizzenhafte Explosionszeichnung beim Zusammenbau keinerlei Probleme dar.

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Da ich für die Fertigstellung des Buffalos gerade mal drei Wochen brauchte, kann man schnell daraus schließen, dass eine passende Präsentation auf einer passenden Vignette/ Dioramenplatte durchaus mehr Zeit in Anspruch nehmen kann, als der eigentliche Bau des Modells. Natürlich wollte ich den LVT mit einer Anlandungsszene in Verbindung bringen. Ebenso war es ein Ziel, dass es sich eher um eine anonyme Szenerie handeln sollte, die nicht einen bestimmten Anlandungsort zugeordnet werden konnte.

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Bei den Palmen griff ich auf das Sortiment von Preiser zurück. Meiner Meinung nach die besten Palmen, die man in diesem Maßstab erhalten kann. Da mir die Stämme doch ein wenig zu lang erschienen, kürzte ich diese jeweils 2 - 3 cm ein und verpasste den Stämmen zu dem mit Hilfe eines Föns eine leichte Biegung.

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Bei der Gestaltung des Wassers spielten Glanzklarlack, Holzleim und ein Strukturgel zur Wassergestaltung die Hauptrollen.

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Für die Gestaltung der Gezeiten und des Unterholzes verwendete ich Gewürze wie Dillspitzen und Thymian, die ich stark zerbröselt auf den gewünschten Stellen des Dioramas verteilte und vorsichtig mit Klarlack fixierte.

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Nun begann eins der größten Probleme mit der richtigen Auswahl der Figuren. Während ich bei der amerikanischen Marineinfanterie auf die Figurensets von Italeri und Revell zurückgreifen konnte, war die Auswahl an japanischen Figuren doch stark beschränkt. Entweder sind die erhältlichen Sets von sehr schlechter Qualität, oder gar nicht mehr erhältlich. Doch ein alter Bekannter konnte mir helfen und ließ mir einige alte Matschbox-Figuren zukommen. Das nächste Problem waren die jeweiligen Haltungen, die sich nicht ganz mit meinen Wunschdenken für das Diorama vertragen wollten. Nun kam der nächste gute Freund zum Einsatz, der wohl im Gegensatz zu mir ein großes Talent für den Umbau von Figuren besitzt. Nach einigen Gesprächen, in denen ich meine genaueren Vorstellungen zum Vorschein brachte, hatte ich in kürzester Zeit die gewünschten Figuren in meinen Händen. Als kleine Zugabe erhielt ich dazu noch eine passende Besatzung für den LVT.

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Es soll ein typische Szenerie bei einer Anlandung dargestellt werden. Zwar hat es einige Schäden durch den vorherigen Beschuss gegeben, was man an der gefällten Palme und dem beschädigten Hinderniswall erkennen kann, doch ist der Bunker intakt geblieben. Während die Marines unter dem Feuerschutz des LVTs vorgehen, zieht ein Japaner gegenüber seiner toten Kameraden im Bunker die Aufgabe als Alternative zum “Opfertod” vor. Eine Szene, die viel zu selten vorkam. So waren die meisten japanischen Soldaten auf Grund des “Bushido” (Eine alte japanische Samurai-Tradition) zum “Kampf bis in den Tod” verpflichtet.

Eine Szenerie, die fiktiv und anonym ist, aber durchaus in den langen Wirren des Pazifikkrieges vorgekommen sein kann.

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Rückblickend kann man die Arbeit als einen sehr mühseligen Weg bezeichnen. So war es das erste mal, dass ich mich genauer mit der tropischen Vegetation auseinander setzte. So standen immer wieder viele offene Fragen im Raum. In der Gestaltung musste immer wieder neues ausprobiert und/ oder korrigiert werden. Während der Bau des Buffalos relativ schnell abgeschlossen war, zog sich der Bau des Dioramas über drei Monate hin.

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Mein besonderer Dank gelten dabei Dirk Scherlatzik, der mir schnell und unkompliziert die gesuchten Figuren zukommen ließ, sowie Stefan Hannen, ein nicht nur sehr talentierter Figurengestalter, der mir in kürzester Zeit die gewünschten Posen einiger Figuren gestaltete und mir auch mit diversen Ratschlägen zur Seite stand, wenn ich mal wieder den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen konnte

Semper Fi...

Stefan Szymanski

Publiziert am 28. Februar 2010

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