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Shaun das Schaf mit Traktor

von Frank Spahr (1:12 Airfix)

Shaun das Schaf mit Traktor

Wer ist eigentlich dieser Shaun?

Manche Kulturgüter des Vereinigten Königreichs sind größere Exportschlager als andere. Während Marmite und Black Pudding, um nur zwei zu nennen, außerhalb der britischen Insel eine eher begrenzte Anhängerschaft haben, kennt in einem Großteil der Erde fast jedes Kind (und viele Erwachsene) die Animationsfilme der Firma Aardman aus Bristol. Im Oscar-gekrönten A Close Shave von 1995 trat zum ersten Mal ein freches kleines Schaf auf, das den Namen Shaun erhielt, unter anderem, weil es in der Knit-O-Matic des Erfinders Wallace geschoren (=“shorn“) worden war und einen Pullover tragen musste. Dieses Schaf erwies sich als Publikumsliebling; es hatte 2002 einen kleinen Auftritt in der Kurzfilmserie Cracking Contraptions, und seit dem Jahr 2007 ist Shaun Held einer eigenen Fernsehserie. Bislang sind 40 Episoden von jeweils etwa sieben Minuten Länge gedreht worden. Die Serie wird in derzeit 73 Ländern ausgestrahlt; sie richtet sich stärker an Kinder als die Filme um Wallace und Gromit und kommt komplett ohne Dialoge aus. Schauplatz ist ein Bauernhof, auf dem Shaun mit seiner Herde lebt und allerlei kleine Abenteuer erlebt, von denen der Bauer sehr wenig mitbekommt.

Shaun das Schaf mit Traktor

Und warum gibt´s ihn aus Plastik?

Airfix hat schon mehrfach Bausätze nach Wallace und Gromit herausgebracht; da war es nur folgerichtig, dass Shaun ähnlich bedacht wurde. Es gibt zwei Geschenksets, die jeweils ein Fahrzeug und einige Figuren aus der Serie enthalten; zudem sind drei Pinsel, Klebstoff und die benötigten Acrylfarben enthalten. Für mich war es eine abgemachte Sache, mindestens einen der Bausätze zu erstehen, und so kam der Traktor–Kit in meinen Besitz.

Der große und stabile Karton enthält gut verpackte und sauber verarbeitete Spritzlinge; die Klarsichtteile sind einzeln in einer Tüte verpackt. Gummireifen und eine Hinterachse aus Metall liegen bei. Decals fehlen allerdings. Die Bauanleitung ist mustergültig klar und deutlich, sie enthält eine Liste der benötigten Farben sowie eine sehr gute Bemalungs- und Alterungsanleitung samt Farbfotos einer Studiominiatur.

Die Einzelteile sind logischer auf die Spritzlinge verteilt als zum Beispiel beim Severn- Rettungsboot, alles in allem zeigt sich ein sichtbarer Fortschritt gegenüber früheren Bausätzen. Im Gegensatz zum Bausatz des Anti-Pesto Vans bestehen die Figuren komplett aus Polystyrol. Die Passung ist größtenteils gut, nur einige Öffnungen müssen nachgebohrt werden. Ärgerlich sind die zahlreichen Auswerfermarken an später sichtbaren Stellen am Modell. Die beigelegten Pinsel sind gut zu gebrauchen, der Kunststoff ist jedoch flüssiger, als man ihn in einer Tube erwartet, und deshalb gerade für Anfänger eher ein Risiko. Die zahlreichen kleinen Farbnäpfchen habe ich nur teils ausprobiert und war nicht sehr glücklich damit. Die Farbe ließ sich schwer deckend verstreichen, und sie scheint auch bei einigen Tönen eher knapp bemessen zu sein.

Trotzdem alles in allem sehr gute Noten für den Bausatz. Besonders die Bemalungsanleitung halte ich für einen sehr guten Zug des Herstellers!

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Schafe bauen anstatt Schäfchen zählen ...

Beim Bau habe ich mit den Figuren begonnen. Neben der Titelfigur Shaun gibt es Timmy, das Babyschaf (das Wort „Lamm“ passt hier irgendwie nicht), und Bitzer, den Hofhund. Sie bestehen aus wenigen Teilen und lassen sich rasch zusammenbauen. Nur sehr wenig dünnfließende Spachtelmasse wurde benötigt, und die Nacharbeiten hielten sich in Grenzen.

Eine Minibohrmaschine mit einer Radfräse erwies sich als sehr praktisch, um die Strukturen des Schaffells entlang der Nähte anzugleichen. Während die Figuren von Timmy und Bitzer von selbst stehenbleiben, benötigt Shaun eine Basis; da er bei mir im Traktor untergebracht wurde, erübrigte sich dieser Arbeitsschritt. Im Unterschied zu der Studiofigur trägt Bitzer übrigens eine Tweedmütze anstelle einer gestrickten Kappe, und leider hat Timmy weder seinen geliebten Teddy noch seinen Schnuller.

Sehr angenehm fand ich die einzeln beiliegenden Augen der Schafe, so ließ sich die Bemalung deutlich erleichtern. Zur Bemalung wurden die Figuren zuerst mit Emailfarbe grundiert, um die Haftung auf dem sehr glatten Kunststoff zu verbessern, dann wurden Acrylfarben verschiedener Hersteller eingesetzt – so ist Hund Bitzer in Lufthansagelb lackiert. Für die Schaffelle wurde RAF White von JPS verwendet, ein etwas gebrochenes Weiß, das natürlicher wirkt als ein reines Weiß. Das Schwarz hingegen ist Revell Aqua Color Anthrazit, also ein sehr dunkles Grau, das ebenso für mich stimmiger wirkt als reines Schwarz. Nach Abschluß der Bemalung wurde Bitzer mit seidenmattem Klarlack von Xtracrylix versiegelt, während die Schafe ohne Versiegelung auskamen.

Shaun das Schaf mit TraktorIm Englischen würde man sagen 'He carved a leg of mutton'Vergessen Sie alles, was Sie bislang über Schafaugen gehört haben...Shaun das Schaf mit TraktorShaun das Schaf mit TraktorShaun das Schaf mit Traktor

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Trecker fahr´n!!!

Den Traktor zu bauen hat hauptsächlich Spaß gemacht. Nach mehreren 1:700er Schiffen genoss ich es, große und eher robuste Teile ohne viel Gewese verarbeiten zu können. Die Bauteile sind sehr durchdacht geformt, mit zahlreichen ineinandergreifenden Passhilfen, die meist auch sehr gut funktionierten. Mehraufwand bestand durch die zahlreichen Auswerfermarken, die weggeschliffen werden mussten. Spachtelmasse wurde nur in geringem Ausmaß benötigt, hauptsächlich an den Seitenteilen der Fahrerkabine.

Das Teil Nr. 6, das das Einpassen der Lenksäule in die Fahrerkabine erleichtern soll, konnte ich nicht verwenden, weil es die Passung störte. Ich habe es ohne Schaden weggelassen. Im Großen Ganzen folgte ich der Bauanleitung, lediglich die Fensterscheiben wurden erst ganz am Schluss eingebaut, um den Maskieraufwand in Grenzen zu halten. Aus diesem Grund wurde auch das Dach der Fahrerkabine als letztes Teil aufgesetzt.

Bei diesem Projekt gab es relativ wenige Baugruppen; der Auspuff konnte für sich gebaut, bemalt und gealtert werden, ebenso die Frontschaufel und die Räder. Ansonsten war das erste Ziel, die Karosserie zusammenzubauen, damit sie lackiert werden konnte. Nachdem alles gespachtelt und verschliffen war, konnte die Karosserie mit grauer Revell-Emailfarbe grundiert werden. Dabei zeigten sich noch ein paar verbesserungsbedürftige Stellen und übersehene Auswerfermarken; nachdem diese beseitigt waren, wurde der sichtbare Teil des Motorblocks mit Model Master Exhaust sowie Titanium Metalizer gespritzt. Ein Überzug mit klarem Acryllack sicherte die Oberfläche. Nun wurden die weißen Teile der Karosserie mit RAF White von JPS lackiert und maskiert. Schließlich konnte die Karosserie mit einem satten Blau von Vallejo gespritzt werden. Ein wenig Nacharbeit mit einem feinen Schleifvlies folgte, und ein Überzug mit seidenmattem Klarlack von Xtracrylix. Während dieser Arbeiten hatte ich auch die Frontschaufel mit verschiedenen Metalizer-Farben und den Ausleger mit dem erwähnten Blau gespritzt. Die Felgen wurden nach der Grundierung RAF White außen und mittelgrau innen gespritzt.

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Fabrikneu is´ nich´

Völliger Mangel an Erfahrung im Umgang mit den Reifen ließ mich diese erst mit einem Kunststoff-Haftvermittler aus dem Automobilzubehör spritzen und dann sachte mit Revell Aqua Color Afrikakorps-braun übernebeln, um Verschmutzungen zu imitieren. Die Laufflächen bzw. das Profil wurde daraufhin mit einem in Aqua Color–Reiniger getränkten Wattestäbchen von der Farbe befreit. Der ganze Reifen wurde schließlich mit mattem Klarlack versiegelt. Gestandene Militärfahrzeugbauer wissen es besser. Es ist übrigens ein guter Zug von Airfix, in der Bauanleitung beim Aufziehen der Reifen auf die Felgen anzumerken, dass jüngere Bastler hier erwachsene Hilfe benötigen könnten. Es ist etwa so, wie einen neuen Mantel am Fahrrad aufzuziehen, nur kleiner ...

Nachdem alle Teile nun in der Grundfarbe fabrikfrisch lackiert waren, konnte es an die Alterung gehen. Es ist sicherlich nicht falsch zu sagen, dass ich glücklich wie ein Schwein im Schlamm war, während ich den Traktor mit Ölfarbenwashings, der Airbrush sowie mit einer Mischung aus Gartendreck und Klarlack anging – Modellbau kann soo schön sein! Am Ende war mein Traktor noch nicht so schmutzig wie die Studiominiatur, aber mir reichte es.

Die Fensterscheiben wurden im Bereich der Wischerblätter mit selbst geschnittenen Maskierfolien überklebt und dann mit Vallejo Buff zart übernebelt. Der Effekt gefiel mir sehr, und rasch konnten die Scheiben mit Weißleim eingeklebt werden. Das ebenfalls gealterte Dach wurde nun auch angeklebt, nachdem ich die Passstifte abgetrennt hatte. Ganz zum Schluss hatte ich noch Schwierigkeiten mit dem Auspuff; irgendetwas im Innenleben war trotz Nachbohrens dem Teil im Wege, so musste ich das untere Ende kürzen. Eine Rostspur maskierte den Übergang.

Die Räder ließen sich nur schwer anbringen; hier sollte vorher trocken angepasst werden. Die Befestigung der Hinterräder an der Stahlachse habe ich mit Sekundenkleber bewerkstelligt – nun dreht sich zwar nicht mehr viel, aber das war auch nicht mein Ziel. Generell kann man sagen, dass die Funktionen des Modells nicht sein stärkster Punkt sind. Ich denke auch, dass die Stabilität besonders der Vorderradaufhängung nicht zum ernsthaften Bespielen reichen wird.

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Fazit

Dieser Bausatz macht Spaß und lässt sich einigermaßen rasch und unkompliziert bauen. Es ist nachher kein echtes Spielzeug, aber sicherlich stabiler als viele der beweglichen Teile an den Airfixkits meiner Jugend ... Für Fans von Aardman, Wallace und Shaun sehr empfehlenswert!

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Referenzen

Frank Spahr

Publiziert am 27. Mai 2010

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