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English Electric Canberra PR.9

"343" Grupo 2. Fuerza Aerea de Chile, 1983

von Christian Vidal (1:48 Airfix)

English Electric Canberra PR.9

Das Original gehört zu einem Los von drei Maschinen, welche die Royal Air Force 1982 als inoffizielles Dankeschön für im Falklandkrieg geleistete Unterstützung (auch wenn das niemand offiziell zugeben würde) an Chile abgegeben hatte. Die Fuerza Aéra de Chile setzte die ehemalige XH173 unter der taktischen Nummer 343 noch bis etwa 1993 ein. Inzwischen steht sie am Flughafen Los Cerrillos in Santiago de Chile als Museumsexponat.

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Die von Airfix vor zwei Jahren neu auf den Markt gebrachte Canberra PR.9 habe ich wie immer „fast“ aus dem Kasten gebaut. Eine der ersten Arbeiten war das Dünnerschleifen der Triebwerksauslässe, die im Modell fast 1mm dick sind, mit Rundfeile und um einen dicken Bleistift gewickeltes Schleifpapier.

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Zusätzlich habe ich den Hinterrumpf nachgearbeitet, hier hat Airfix u.a. eine charakteristische „=>-förmige Gravur unterschlagen“. Im Original befand sich hier ein nachgerüstetes Verstärkungsblech, welches nur bei sehr frühen Maschinen fehlte. Zwar stimmen angeblich weitere Gravuren am Modell nicht, was ich aber weder geprüft noch korrigiert habe. Zumindest die angesprochene Stelle war mir aber doch zu offensichtlich. In diesem Zusammenhang habe ich auch nach der Montage der beiden Rumpfhälften den Übergang vom Seitenleitwerk zum Hinterrumpf etwas stärker ausgekehlt und beigespachtelt, da der Übergang im Bausatz doch etwas zu weich ausfiel.

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Deutlich mehr Arbeit verursachte dann das Einpassen der Cockpitsektion. Hier habe ich einige Spalte erst noch mit Plastiksheet aufgefüttert, ehe die Spachtelmasse zum Einsatz kommen konnte.

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Im Anschluss daran wurde der Rumpf hinter dem Cockpit mit rundem Stahlschrott aufgefüllt, um später ausreichend Standfestigkeit zu erlangen. Sicherheitshalber hatte ich parallel dazu auch das Fahrwerk bzw. seine Klebestellen zusätzlich mit Zylinderstiften verstärkt. Am Ende sollte das fertige Modell dann etwas über 420g wiegen...

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Was hat sich nur der Konstrukteur dabei gedacht, den Kameraschacht-Einsatz der PR.9 so zu entwerfen, dass man ihn nur an den Stirnseiten im Modell festkleben kann *vordiestirnhau*?

In Längsrichtung finden sich nämlich gar keine "auf-Stoß-" Klebeflächen am Modell und beim Einpassen fiel mit der Schachtdeckel jedesmal in den Rumpf hinein... Zum Glück ließ sich mittels Laschen aus 1mm-Plastiksheet sowie den dicken Gussästen des Bausatzes eine stabile und zusätzlich beinahe Snap-Fit-artige Lösung erreichen:

Der mittlere Quersteg auf dem Bild ist 32,5mm breit, der senkrechte 27mm. Zwischen den beiden vorderen Kamerafenstern befindet sich noch ein Quersteg, mit dem sich die vordere Rundung des Einsatzes an den Rumpf anpassen ließ. Dafür war die Passung am Ende an dieser Stelle 1A und ich habe kein Gramm Spachtel gebraucht.

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Das Tarnschema ist wieder mit Hilfe der bewährten UHU-Tac-Würstchen-Methode entstanden. Ich entschied mich für die chilenische Variante des Decalbogens. Im Internet hatte ich auf der Seite favclub.com einen spanisch-sprachigen Artikel eines Verfassers namens Adolfo Alfonzo bezüglich dieser Maschine entdeckt, dessen Zeichnungen ganz offensichtlich näher am Original waren, von den abgedruckten Fotos ganz zu schweigen. So sind z.B. die einfarbigen Abdeckungen der Triebwerke aufgrund dieser Unterlagen entstanden sowie die Antennen vom Seitenleitwerk zum Cockpit hin versetzt worden und auf den Tragflächen die taktische Nummer und das chilenische Hoheitsabzeichen vertauscht worden. Leider scheint der Artikel selber inzwischen nicht mehr online zu sein.

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Beim Lackieren habe ich dann auch zum ersten Mal ausprobieren wollen, Teile der Oberflächen mit aufgehellter Grundbarbe – naja, aufzuhellen. Der Effekt war anfangs echt beeindruckend, verschwand aber erstaunlicherweise unter der ersten Schicht Klarlack wieder etwas.

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Die Bausatzdecals ließen sich ohne Probleme aufbringen und zeigten zum Glück auch keine allzu offensichtlichen Siebdruck-Rastermarkierungen (die 1:48er Spitfire Mk.I von Airfix war in dieser Hinsicht eine Katastrophe). Allerdings waren nicht alle der gelben Schriftzüge und Markierungen gleichmäßig mit weißer Farbe unterlegt, so dass diese an manchen Stellen gut und gleich daneben wieder schlecht decken, wie oben an der Rumpfspitze zu sehen.

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Anschließend folgte eine weitere Schicht Klarlack und ein evtl. etwas sehr prominent ausgefallenes Washing mit schwarzer Wasserfarbe aus dem Schulfarbkasten. Im gut sortierten Schreibwarenladen gibt es übrigens nicht nur die bekannten zwölf Grundfarben aus dem Schulmalkasten, sondern unzählige Sorten von Farbtönen im klassischen Wasserfarbtöpfchen. Hier haben es mir besonders die Braun- und Grau-Varianten angetan, die ich auch schon bei mehreren neueren Modellen verwendet habe. Bei der Canberra ist es aber nun mal noch Schwarz geworden – würde ich sie noch einmal bauen, würde ich wohl eher einen mittleren bis dunklen Grau-Ton verwenden.

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Da meine Maschine schon ein paar Jahre unter freiem Himmel in Santiago verbracht hat, folgte nun eine Schicht Mattlack von Gunze. 

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Zum Abschluss der Endmontage stellte ich dann fest, dass die Antennen am Bugfahrwerkschacht irgendwie nicht mehr da waren ... naja, wenn ich es keinem erzähle, merkt es auch sicher niemand. ;-)

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Christian Vidal

Publiziert am 30. Juli 2010

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