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Fokker E.IV

von Peter Hochstrasser (1:72 Eduard)

Fokker E.IV

Geschichtliches:

Die Fokker E-IV war eine Weiterentwicklung der E-III und bekam einen stärkeren Motor, Oberursel U-III mit 150 / 160PS (je nach Quelle). Dazu eine stärkere Bewaffnung mit zwei LMG 08/15, um sich gegen die moderneren Gegner zu behaupten. Das reichte allerdings nicht mehr lange, und so gelangten von der E-IV nur 49 Stück an die Front, wobei vermutlich auch eine oder mehrere mit drei LMG flog, oder nur als Versuch die Luft unsicher machten. Die Fokker E-IV war etwas länger als die E-III und besaß eine umfassendere Verschalung des Cockpits. Max Immelmann war der erste Fokker-Eindecker-Pilot, der mit einer E-III einen Abschuss gegen eine BE2c erzielte, und damit begann 1915 auch die erste berühmte "Fokker-Plage", die bis ca. Herbst 1916 anhielt. Das E steht übrigens für Kampfeinsitzer (Eindecker) und damit waren reinrassige Jäger gemeint, und keine Kampfflugzeuge im Sinne des II. WK. Das D (z.B. Albatros D-III) galt dann für Kampfeinsitzer (Doppeldecker).

Mein Modell hat die Seriennummer 174/16, das bedeutet, dass das Flugzeug mit der Nummer 174 im Jahr 1916 bestellt und geliefert wurde. In diesem Fall war das im Februar 1916, in einem Block von 30 Maschinen (Serie 160 - 189/16).

Fokker E.IV

Das Modell:

Es ist die Fokker E-IV aus der "Profipack-Serie" von Eduard und gehört sicher in die Kategorie "Spitzenmodell"! Ich habe das Modell hervorgeholt, um mich ein bisschen in die neue Modellwelt einzuleben, in die ich demnächst mit einigen WW-I Kisten eintauchen werde. Obschon ich das Modell vor etwa fünf Jahren gebaut habe, konnte ich doch noch einige Mängel feststellen, die ich wenn möglich noch korrigierte. Alle Seile wurden mit gezogenen Gießästen erstellt, was bei diesem Modell und Maßstab wohl auch nicht anders möglich ist. Bei meiner zunehmenden Akribie hätte ich heute doch einiges besser detailliert, doch die "Kiste" gefällt mir trotzdem sehr gut. Diese Bilder sind noch ohne die zusätzlichen Korrekturen, besonders bei den Kabelzügen habe ich noch einiges gesehen, das ich versäumt hatte. Die Flügel habe ich schon damals gut mit Ölfarben "modelliert", doch im allgemeinen zu wenig verschmutzt, besonders die Rumpfunterseite war damals meist sehr stark mit Öl verschmiert. Die Ölschlieren zogen sich dabei an der Naht und an der Rumpfkante entlang. Besonders die Naht als Decal gefällt mir nicht besonders, da gäbe es heute doch bessere Alternativen mit Ätzteilen! Auch die Spannseile würde ich heute etwas feiner herstellen.

So sieht die verschmutzte Unterseite des Rumpfes jetzt aus, und die ergänzten Steuerkabel am Heck, sowie die verschmutzte Motorunterseite.
So sieht die verschmutzte Unterseite des Rumpfes jetzt aus, und die ergänzten Steuerkabel am Heck, sowie die verschmutzte Motorunterseite.

Gut ist hier das 'getupfte' Metall der Verschalung zu erkennen.
Gut ist hier das 'getupfte' Metall der Verschalung zu erkennen.

Meine neue Vorgehensweise, Modelle zu bauen:

Ich stelle "Blöcke" zusammen, in diesem Fall sind es Doppeldecker oder alte Eindecker. Auf diese Weise kann ich mich eine Zeit lang auf eine bestimmte Epoche der Fliegerei einleben und konzentriere mich in den Recherchen nur auf solche Flugzeuge und alles was damit zusammen hängt! Ein solcher Block besteht aus fünf bis sieben Modellen, die ich aus meinem Lager zusammenstelle und die ich dann an die "Front" meines Arbeitstisches staple, um eines nach dem andern zu bauen. Das hat den Vorteil, dass ich mich nur auf diese Art von Flugzeugen konzentrieren muss, und nicht bei jedem Modell einmal auf Jetantrieb oder Rotoren, und beim nächsten Mal wieder auf etwas völlig anderes! Da meine Sammelgebiete begrenzt sind, ist dies sehr von Vorteil, wenn man seine Gedanken ein paar Monate lang nur auf eine spezielle Epoche richten kann, das fördert auch die Qualität der Modelle, und man bekommt auch eine umfassendere Übersicht über das Umfeld der Flugzeuge: Wie wurden sie gestoßen, wie waren sie verschmutzt, was hatte die Mannschaft für Kleidung usw.!

Fokker E.IV

Der Zelt-Hangar:

Auf alten Fotos über die Schweizer Luftwaffe konnte ich verschiedene solche oder ähnliche Zelt-Hangars entdecken. Da sie aus den Anfängen der Luftwaffe waren, und man sich über die Notwendigkeit einer Luftwaffe noch gar nicht einig war (!,) vermute ich, dass die Zelte angemietet oder gekauft wurden, und ursprünglich als Festzelte dienten, das würde auch die wellenförmige Verzierung erklären! Die Größe ermittelte ich nach Figuren oder Gegenstände, die sich in der Nähe befanden.

Der Aufbau entstand aus Balsaholz und hat eine Breite von 24cm, was im Original etwas mehr als 17m wären. Danach schnitt ich aus stabilerem Zeichenpapier die "Zeltblachen" zurecht und passte sie so mal auf das Holzgerüst (oben rechts). Wenn alles gut ist, konnten die Zeltblachen per Airbrush grundiert (Humbrol 121) und schon mit diversen Tönen modelliert werden (unten links). Nebenbei entstand auch das kleine Wachhäuschen, das ich auch öfters auf Bildern sah, und in dieser Form bis in die 70er Jahren überdauerte. Am Schluss wurde mit Papiertaschentüchern und mit Wasser verdünntem Weißleim die seitlichen - und herabhängenden Zelttore auf einer Glasscheibe modelliert und getrocknet.

Das ist in Kürze mal so der Werdegang dieses Zeltes und es macht viel Spaß, so ein Ding zu bauen, und auch wenn die originale Grundfläche auf meinem Diorama nicht möglich ist, so kann das Zelt doch offen dargestellt werden, wenn dann noch etwas Gerödel, z.B. eine abgestellt Tragfläche, die seitlichen Wände bedeckt.

Fokker E.IV

Auf diesem Bild ist die Fokker E-III links und die E-IV rechts vor dem Zelt zu sehen, und soll zeigen, dass sich auf einem relativ kleinen "Grundstück" von 30x42cm doch schon einiges platzieren lässt, ohne eingeengt zu wirken. Der Boden wurde hier bereits etwas bepflanzt und der Hangar bekam noch Befestigungsseile links und rechts. An der linken oberen Ecke gibt es dann noch einen Baum mit Gebüsch. Deutlich sind hier die unterschiedlichen Cockpit-Verschalungen der E-III und E-IV zu erkennen, und außerdem die beachtliche Größe der Flugzeuge, die im Original eine Spannweite von fast 10m hatten!

Die E-IV vorne und die E-III von Udet halb im Hangar
Die E-IV vorne und die E-III von Udet halb im Hangar

Fokker E.IV

Hier ist die E-IV und das Dach des Zeltes von oben zu sehen, das ich mit dünnen Papierstreifen in einzelne Blachen aufgeteilt habe, um es nicht eintönig wirken zu lassen. Definitiv werden hier später zwei Flugzeuge der Schweizer Luftwaffe stehen, um welche es sich handelt, möchte ich hier noch nicht verraten. Doch auch diese beiden Fokker werden später ihren "Campingplatz" bekommen, Figuren dazu sind auch schon in Arbeit.

Fokker E.IV

Hier ist die E-III im Hangar zu sehen, doch die Distanz täuscht, denn das ganze Flugzeug passt in den Hangar. Hier hat sich auch schon das schweizer Personal breit gemacht, denn der Hangar ist ja für sie bestimmt.

Fokker E.IV

Fazit:

Das Modell von Eduard ist ein absolutes Highlight in der WW-I Szene, und das gilt auch für alle anderen WW-I Modelle der Marke. Und für Modellbauer gibt es nichts Bunteres in der Fliegerei, als die Zeit des 1 Weltkrieges und ich freue mich schon auf meine zu bauenden "Kisten". Ich hoffe, dass ich euch mit meinem Bericht nicht gelangweilt habe :)

Quellen:

  • Windsock Datafile 15 (E-III)
  • Jim Winchester - Kampfflugzeuge

Peter Hochstrasser

Publiziert am 02. August 2011

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