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Nieuport Ni-28

Schweizer Luftwaffe

von Peter Hochstrasser (1:72 Revell)

Nieuport Ni-28

Geschichtliches

Am 25. Juni 1918 musste der US-Pilot Lt. James F. Ashenden mit seiner Ni-28 Nr.2 (N6212) wegen Motorstörung in der Nähe meines Wohnortes bei Solothurn notlanden, dabei wurde das Flugzeug stark beschädigt. Es wurde von der Truppe wieder repariert und konnte als leistungsfähiges Flugzeug in die Schweizer Luftwaffe integriert werden.

Oblt. Robert Ackermann hat dann 1922 mit diesem Flugzeug die Akrobatikkonkurrenz unter 22 Teilnehmern aus fünf Nationen für sich entschieden! 1923 konnten dann aus französischen Überschussbeständen 14 unbewaffnete Flugzeuge beschafft werden, die dann für die Pilotenausbildung im Luftkampf mit überaus gutem Erfolg eingesetzt wurden, allerdings ohne Waffen.

Die Notgelandete Maschine wurde mit der Nr. 607 immatrikuliert und blieb von 1918 bis 1925 im Einsatz, die zugekauften 14 Flugzeuge erhielten die Nummern 685 bis 698 und sie waren von 1923 bis 1930 für die Pilotenweiterbildung und Staffel-Flugtraining im Einsatz.

Nieuport Ni-28

Das Modell

Kenner wissen, dass außer der Fokker Dr.1 alle Formen der 72er WWI-Modellreihe von Revell schon fast Museumsstücke sind, denn wir leben heute im Jahr 2011 und nicht zur Jugendzeit der Rolling Stones! Aber wenn man wie ich nun mal eine Nieuport 28 bauen will, bleibt nichts anderes übrig als "Satisfaction" aufzulegen und in das kleine Revellschächtelchen zu greifen, um mit dem Bau zu beginnen. Die Modellmumie wurde erstmals 1966 von Revell auf den Markt gebracht! Der Bausatz selbst ist eigentlich nur noch als Decallieferant oder als Einsteigermodell für das erste Doppeldeckermodell geeignet, doch für diesen Zweck hat er auch heute noch seine "Daseinsberechtigung", schließlich haben wir ja alle einmal mit dem ersten Modell begonnen, ohne uns groß um Details zu kümmern...! Für mich ist das alte Modell der einzige "Strohhalm", heute wenigstens eine Nieuport-28 in 1:72 zu bauen!

Erstaunlicherweise passten die Abmessungen im Vergleich mit den Zeichnungen im Windsockheft über die Nieuport 28 sehr gut, doch das ist auch schon fast alles, wenn ich auch noch die sehr dünnen Flügelhinterkanten erwähnen muss.

Natürlich wurde vieles dem schweizerischen Typ angepasst (z.B. keine Waffen), auch die Armaturen waren nicht dieselben, und besonders die Motorhaube musste stark abgerundet werden. Das Cockpit wurde mit wenigen Ätzteilen von Airwaves bestückt, die auch nicht viel besser waren als das Modell selbst, sonst wurde alles im Eigenbau verwirklicht, und es musste viel gespachtelt, gefräst und geschliffen werden!

Nieuport Ni-28

Hier sind weitere Details zu sehen, u.a. die abgerundete Motorhaube mit den aufgebohrten Öffnungen, die tropfenförmige Wölbung hinter der Motorhaube als Abdeckung für den Tankeinfüllstutzen, und davor der Einfüllstutzen für den Öltank. Auch der Lederwulst um das Cockpit wurde abgeschliffen und erneuert, sowie ein Band aus Bleifolie um die Motorhaube gelegt.

Die Hellblau gespritzte Fläche wurde vorher plangeschliffen, da bei der schweizerischen Version fast keine Blechstöße vorhanden sind und auch die MG-Halterungen fehlen. Vor allem das Ausdünnen des Cockpits und das Abschleifen der dicken "Lederwurst" darum, lassen das Ganze schon sehr viel besser aussehen! Auch der Fortsatz des Rumpfes auf den Heckflügel musste hergestellt werden und das Ende, wo das Seitenruder aufsteht, wurde aufgestockt (Pfeile). Das "Hellblau" ist eine Mischung mit Revell 49 und etwas Humbrol 109.

Nieuport Ni-28

Eines hat sich bei meiner Doppeldecker-Phase nun als Regel entwickelt: Ich verwende nur noch gezogenen Gießast für die Spanndrähte! Erstens ist der 72er Maßstab zu klein und dadurch die Modelle zu filigran, als dass man da noch Druck ausüben sollte, um die "Drähte" zu spannen, und die Enden dann auf der Tragfläche zu kappen, verspachteln (!) und plan zu schleifen! Zweitens sind auch die längsten Drähte meist immer noch kurz genug, um kein Durchhängen zu bewirken, und Drittens erlaubt diese Technik die ganze Arbeit ohne die obere Tragfläche zu erledigen, die dann am Schluss nur noch aufgesetzt wird.

Nur die Nr.607 besaß das wappenförmige Hoheitszeichen am Seitenruder.
Nur die Nr.607 besaß das wappenförmige Hoheitszeichen am Seitenruder.

Nieuport Ni-28

Die Decals wurden wieder selbst erstellt, außer dem Hoheitszeichen und der Nummer am Heck, die wurden von meinem Bruder am PC gezeichnet und anschließend mit seinen 48er-Decals in Deutschland gedruckt.

Auch wenn nicht alles perfekt ist, das alte Revell-Modell darf sich trotzdem sehen lassen, doch dafür muss man schon einiges tun!
Auch wenn nicht alles perfekt ist, das alte Revell-Modell darf sich trotzdem sehen lassen, doch dafür muss man schon einiges tun!

Nieuport Ni-28

Fazit:

Es ist Recycling im Modellbau: Ich habe aus "Schrott" ein vollwertiges Produkt hergestellt! Auch die Version von Eddy Rickenbackers Maschine hätte seinen Reiz, doch darauf verzichte ich vorläufig, und warte darauf, dass doch noch einmal ein besseres Modell auf den Markt kommt. Es macht aber auch Spaß, gerade eine solche Herausforderung anzunehmen und zu einem respektablen Ergebnis zu führen!

Quelle:

  • Georg Hoch - Farbgebung und Kennzeichen der Schweizer Militäraviatik 1914-1950
  • Jakob Urech - Die Flugzeuge der schweizerischen Fliegertruppe seit 1914
  • Windsock Datafile Nr.36

Peter Hochstrasser

Publiziert am 13. Dezember 2011

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