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Fokker E.II/E.III

(Eduard - Nr. 8156)

Eduard - Fokker E.II/E.III

Produktinfo:

Hersteller:Eduard
Sparte:Flugzeuge Militär bis 1939
Katalog Nummer:8156 - Fokker E.II/E.III
Maßstab:1:48
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:Juni 2015
Preis:ca. 26 €
Inhalt:
  • 3 Gießrahmen aus grauem Kunststoff
  • 1 Klarsichtteil
  • 2 Platinen mit Ätzteilen, 1 davon farbig
  • 2 Decalbogen
  • 1 Bogen mit Maskierfolie
  • farbige Anleitung

Besprechung:

Eduard - Fokker E.II/E.III

Anno 1915 waren sämtliche Armeen, die in den Schlachten über der Westfront am Luftkrieg beteiligt waren, damit beschäftigt, die Frage zu lösen, wie man die Flugzeuge am effektivsten bewaffnen könne. Zwar erwies sich das nach vorne feuernde MG als äußerst erfolgreich, jedoch bestand hier das Problem des drehenden Propellers, durch den man quasi hindurchschießen musste. Dafür gab es die verschiedensten Lösungsansätze, so favorisierten die Franzosen ein Schießen durch den Propellerkreis mit armierten Propellerblättern, während die Engländer den Weg über Druckpropeller gingen, wie z.B. bei der DH-2.

Eduard - Fokker E.II/E.III

Die wohl ausgeklügelste Lösung kam von den Deutschen, genauer gesagt von Fokker, der einen Mechanismus erfand mit dem Propeller und MG miteinander synchron liefen, so dass keine Patrone je ein Propellerblatt treffen konnte. Zunächst wurde das System an einer Fokker M.5K getestet und im Mai 1915 an der Front erfolgreich erprobt. Kurz darauf lief die Produktion der mit dem neuen System ausgestatteten Fokker E.1 an, der erste von insgesamt vier Typen (E.I bis E.IV). Die E.III war die am meisten gebaute Version mit 300 Maschinen. Als die Maschinen die Szene betraten, pilotiert von Legenden à la Immelmann oder Boelcke, erreichte der Luftkampf eine ganz neue Dimension. In den Jahren 1915-16 dominierten die deutschen Kampfflieger den Luftraum.

Eduard - Fokker E.II/E.III

Der Bausatz ist eine unveränderte Wiederauflage aus dem Jahre 2008, wie die aufgedruckten Daten auf den Decals und Ätzteilen bestätigen. Die Kunststoffteile, verteilt auf drei Gießrahmen, sind von hervorragender Qualität und Detaillierung. Für den Innenraum alleine sind fast 50 Einzelteile vorgesehen. Die Rahmenstruktur an den Cockpitseitenwänden ist als separates Bauteil ausgeführt, hier wurde nichts durch simples Anspritzen an die Rumpfteile vereinfacht. Gurte, Instrumente sowie einige Deckel sind hier als farbige Ätzteile ausgeführt. Der kombinierte Öl-/Kraftstofftank hinter dem Motor ist ein Merkmal der E.III, allerdings wurden viele E.II im Zuge von Reparaturarbeiten damit nachgerüstet. Inwieweit beim Tank (typ. Merkmal E.III) hinter dem Cockpit der Einfüllstutzen von außen sichtbar war oder nicht kann nur der Fotobeweis klären, es gab solche und solche (je nachdem wie umfänglich die E.II zu E.III umgerüstet wurden). Für Udets Maschine (Option C) braucht man ihn jedenfalls nicht.  

Eduard - Fokker E.II/E.III

Eduard - Fokker E.II/E.III

Eduard - Fokker E.II/E.III

Dem Bausatz liegen beide Motoren bei, die bei den E.II/E.III zum Einsatz kamen. Auch hier ist die Frage, welche der umgerüsteten E.II auch den 100 PS Neunzylinder-Oberursel U.1 bekamen, insbesondere da ja Motoren notorisch knapp verfügbar waren. Der Bauplan sagt jedenfalls, dass der 7-Zylinder in die Grabbelkiste zu wandern hat. Zündkabel und Stößelstangen sind auf der Ätzteileplatine enthalten. Insgesamt ein sehr schön detaillierter Motor. Beide Propellertypen, also sowohl der Garuda wie auch Germania, können laut Bauplan verwendet werden, ohne dies allerdings näher zu spezifizieren. Ein Foto muss es also wieder einmal richten. Ein Foto, dass eine Maschine mit der alternativ beiliegenden gelochten Motorhaube zeigt, konnte ich zumindest in den beiden Windsock Datafiles Heften nicht finden.

Eduard - Fokker E.II/E.III

Weiterhin ist ein zusätzlicher Satz Tragflächen enthalten, von denen aber nur eine Hälfte benötigt wird, nämlich die mit der Aussparung für die geänderte seitliche Verkleidung auf der linken Seite. Diese kommt bei den E.II laut Bauplan zum Einsatz. Eduard hat am Rumpf außen die Spanten angedeutet. Schaut man sich Bilder der Fokker an, so sind in diesem Bereich keine zu erkennen, die Bespannung lag wohl sehr gut an. Man könnte also durchaus die Spanten erheblich dünner schleifen, wenn nicht sogar ganz entfernen. Die Nähte der Bespannung auf der Rumpfunterseite sind als Ätzteile ausgeführt. Nettes Detail am Fahrwerk, die Reifen sind separat von den Felgen ausgeführt, das erleichtert die Bemalung (ist wohl der Tatsache geschuldet, dass es auch Speichenfelgen gegeben hat).

Eduard - Fokker E.II/E.III

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Garuda vs. Germania (im Hintergrund)Fokker E.II/E.IIIFokker E.II/E.IIIFokker E.II/E.IIIFokker E.II/E.IIIFokker E.II/E.IIIFokker E.II/E.III

Fokker E.II/E.III

 

Der Decalbogen sieht 4+1 Bemalungsoptionen vor, drei Fokker E.II und zwei E.III bzw. A.III. Option A ist eine E.II (68/15), geflogen von Lt. Brückmann gegen Ende 1915. Die Maschine ging bei einer Landung zu Bruch und war an der Elsässischen Front eingesetzt. Besondere Kennzeichen waren das schwarze Seitenleitwerk und die schwarz-weißen Bänder am Rumpf. Option B, eine weitere E.II (69/15) mit gelb-schwarzen Rumpfbändern wurde von Lt. Kurt von Crailsheim geflogen. Auch diese Maschine ging einigen Quellen zufolge bei einer Landung zu Bruch, von Crailsheim erlag wenige Wochen später seinen Verletzungen. Option C ist die E.II von Ernst Udet mit ihren rot-schwarzen Rumpfbändern. Option D, eine E.III, wurde von Leopold Anslinger geflogen, es handelt sich um die Maschine, in der er seinen dritten Luftsieg erringen konnte, eine russische Voisin 3, die zur Landung gezwungen wurde und deren Besatzung in "Gewahrsam" genommen werden konnte. Letzte Option ist eine österreichisch-ungarische A.III, eine von zwölf Stück, die bei den KuK-Luftfahrttruppen eingesetzt wurde. Auf das Konto der 03.42 gingen sechs Abschüsse, allerdings verteilt auf mehrere Piloten.

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Fokker E.II/E.III

 

Die Decals verteilen sich auf zwei Bögen, wie üblich sind diese von sehr guter Qualität. Es sind genügend Decals vorhanden, um auch die unten erwähnten Overtrees zu versorgen. Die Bauanleitung im typischen Eduard Stil ist ebenfalls von der gewohnt hohen Qualität, auch wenn hier und da einige Erläuterungen bezüglich der Versionsunterschiede hilfreich wären. Der Verspannungsplan am Ende der Anleitung ist ein wenig unübersichtlich. Es empfielt sich ohnehin ein Besuch auf der Seite von Wingnut Wings, denn dort findet man jede Menge hilfreicher Informationen und Bilder zur E.III.

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Fokker E.II/E.III

 

Wie üblich gibt es auch für diesen Bausatz die Spritzgussteile einzeln und zeitlich begrenzt als "Overtrees" zu kaufen. In der weißen neutralen Box befinden sich nur die Gießrahmen, ohne Decals, ohne Anleitung. Ideal für weitere Decalversionen, z.B. die übriggebliebenen von hier oder für spezielle Projekte. Außerdem werden auch die Ätzteile separat angeboten, allerdings sind diese meist recht schnell vergriffen, da sich diese ja auch für die Weekend-Versionen anbieten. Die Overtrees werden normalerweise für weniger als die Hälfte des Preises wie der Bausatz angeboten, allerdings sind diese nur über den Webshop von Eduard erhältlich. Nähere Informationen bezüglich Preis und Verfügbarkeit findet ihr hier.

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Fokker E.II/E.III

 

Darstellbare Maschinen:
  1. Fokker E.II, 68/15, Lt. Brückmann, Ende 1915
  2. Fokker E.II, 69/15, Lt. Kurt von Crailsheim, Ende 1915
  3. Fokker E.II, 68/15, Ernst Udet, Anfang 1916
  4. Fokker E.III, 68/15, Leopold Anslinger, Sommer 1916
  5. Fokker A.III, 03.42, K.u.K-Luftfahrttruppen 1915/16
Stärken:
  • Sehr gute Detaillierung
  • Sehr gute Ausstattung
Schwächen:
  • Eine echte E.II ist nicht ohne weiteres baubar, nur "reparierte"
Anwendung:
  • Mittel

Fazit:

Ein sehr gut detaillierter und bestens ausgestatteter Bausatz. Uneingschränkt empfehlenswert!

Weitere Infos:

Anmerkungen:

Den Bausatz auf der Homepage von Eduard sowie die zugehörige Anleitung erreicht ihr über folgende Links:

Diese Besprechung stammt von Frank Richter - 07. August 2015

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