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Focke Achgelis Fa 330

(Fly - Nr. 32007)

Fly - Focke Achgelis Fa 330

Produktinfo:

Hersteller:Fly
Sparte:Flugzeuge Militär WK2
Katalog Nummer:32007 - Focke Achgelis Fa 330
Maßstab:1:32
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:2014
Preis:ca. 27 €
Inhalt:
  • 1 Spritzling mit 41 Einzelteilen
  • 12 Resinteile
  • 1 Stück Fotofilm
  • 1 Ätzteilplatine
  • 1 Markierungsbogen 

Besprechung:

Das Original

Die Focke-Achgelis Fa 330 war ein Autorotation-Tragschrauber, der für den Einsatz auf deutschen Schiffen und U-Booten konzipiert war. Ein U-Boot oder Schiff hatte zur damaligen Zeit einen sehr begrenzten Sichtbereich. Entsprechend wenig Zeit blieb, um einem potentiellen Feind auszuweichen.

Die „Bachstelze" war ein Tragschrauber, welcher sich mittels Autorotation starten und sich in der Luft halten konnte. Hier reichte schon die Geschwindigkeit des Mutterfahrzeuges aus, um die Fa 330 zu starten. So konnte der Sichtkreis des Beobachters/Piloten um das fünffache vergrößert werden. Die drei Rotorblätter hatten einen Durchmesser von 7,31 Meter. Die Konstruktion konnte eine Höhe von etwa 120 Metern erreichen.

Als erstes war der Einsatz auf U-Booten vom Typ IX vorgesehen. Innerhalb von sieben Minuten konnte eine Fa 330 einsatzbereit gemacht werden. Der Abbau dauerte nur zwei Minuten. Notfalls konnte der Pilot die Roterblätter absprengen und mit einem Fallschirm die Rückkehr beschleunigen. Jedoch konnte das U-Boot in dieser Zeit nicht tauchen und war deshalb sehr verwundbar.

Einige wenige Fa 330 kamen bis zum Kriegsende noch zum Einsatz. Insgesamt sollen etwa 200 Stück hergestellt worden sein. Um die Nachteile der Autorotation auszugleichen, wurde eine motorisierte Version mit Heckrotor projektiert (Fa 336). Jedoch kam es hier nicht mehr zu einer Serienfertigung. Die gebauten Fa 330 waren eine begehrte Kriegsbeute der Alliierten, denn zu ihrer Zeit war die „Bachstelze" eine sehr fortschrittliche Konstruktion.

Mehrere Fa 330 sind bis heute in verschiedenen Museen, z.B. in Deutschland, Großbritannien oder den USA, erhalten geblieben.

Der Bausatz

Von der „Bachstelze" gibt es seit 1997 einen Multimaterial-Bausatz von Pavla bzw. Blue Rider. In 1:48 gibt es das Modell von Kora und von Fly. Seit 2014 gibt es das Modell im großen Maßstab 1:32 bis jetzt nur von Fly. Und dies gleich in zwei Versionen (32007 und 32009).

Der vorliegende Bausatz 32007 besteht aus einem Spritzling mit 41 Einzelteilen aus Kunststoff, zwölf kleinen Resinteilen, einer Ätzeilpatine mit 51 Teilen, einem Bogen Fotofilm, einem kleinen Makierungsbogen sowie einer Bauanleitung. Unorthodox auf dem Sprtzling untergebracht ist das Haupttragerohr, an dem später fast alle Teile angebaut werden: Mit der langen Seite bildet das Teil einen Stück des äußeren Rahmens des Sprzlings. Das erkennt man aber erst auf den zweiten Blick...

Die Einzelteile

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Focke Achgelis Fa 330

 

Die Kunststoffteile sind gut ausgebildet und weisen - wenn überhaupt - nur minimale Unsauberkeiten auf. Die Stoffbespannung der Ruder und der Roterblätter ist dezent angedeutet. Viel mehr Details hat die Rohrkonstuktion des Apparates nicht zu bieten. Bei den Anbauteilen, wie z.B. dem kleinen Instrumentenbrett, dessen Verkabelung, den Verspannungsdrähten oder dem Sitz, kann der Modellbauer sich so richtig austoben. Der schwierigste Punkt dürfte eine dauerhafte und stabile Verbindung der drei Roterblätter mit dem Rotorkopf sein.

Hier ist zu überlegen, ob es nicht besser = stabiler wäre, Stahldraht in die Plastikteile einzuarbeiten und die Enden dann zu verlöten. Dazu müsste dann noch der Roterkopf geköpft und ausgehöhlt werden. Die Ätzteilplatine enthält sinnvolle Details (z.B. Spitzgurte). Wobei auch hier überlegt werden kann, ob dieses „platte" Material nicht besser gegen Rundmaterial ausgetauscht werden sollte.

Die Zeichnungen der Bauanleitung sind verständlich aufgebaut. Jedoch könnten sie, gerade bei der Platzierung von Kleinteilen, etwas präziser sein. Es gibt zwar angedeutete Aufnahmelöcher, aber bei weitem nicht für alle Teile. Der Bauplan gibt auch die Verwendung von Drahtstücken aus dem eigenen Fundus an. Die Farben sind nur recht grob angegeben. Lediglich die Hauptfarben sind mit RLM 66 und RLM 76 genauer angegeben. Die Kartonrückseite dient als Bemalungsvorschlag. Der Markierungsbogen stammt von Cartograf. Mit ihm kann ein nicht näher gekennzeichnetes Modell dargestellt werden.

Die Baualeitung

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Focke Achgelis Fa 330

 

Darstellbare Maschinen:
Eine nicht näher bekannte Maschine.
Stärken:
  • Bis jetzt einziges Modell einer „Bachstelze“ in 1:32
  • Gut detaillierte Kleinteile
Schwächen:
  • Sehr fragile Konstruktion
  • Stellenweise etwas ungenauer Bauplan
Anwendung:

Nur für erfahrene Modellbauer zu empfehlen.

Fazit:

Empfehlenswert!

Weitere Infos:

Referenzen: Weitere Informationen auf der Internetseite des Herstellers gibt es hier.

Diese Besprechung stammt von Bernd Heller - 11. Januar 2016

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