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SA 319 Alouette III

(Heller - Nr. 80480)

Heller - SA 319 Alouette III

Produktinfo:

Hersteller:Heller
Sparte:Hubschrauber
Katalog Nummer:80480 - SA 319 Alouette III
Maßstab:1:48
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:1980
Preis:Liebhaberpreise
Inhalt:
  • 1 Gussast aus orangenem Plastik (39 Teile)
  • 1 Gussast mit 3 Klarsichtteilen
  • 2 Decalbögen
  • 1 Bauanleitung

Besprechung:

Schon wenige Jahre nach dem Erstflug der Alouette III hatte Heller den Hubschrauber in 1:100 und 1:50 als Plastikmodellbausatz produziert. Der 1:50er Bausatz wurde mehrere Male wieder in anderer Aufmachung verkauft, nach der Erstauflage 1962 folgte z.B. 1964 eine Variante mit Elektromotor. Der Bausatz mit der Artikelnummer 80480 ist eine weitere Wiederauflage mit niederländischen Decals, welche 1987 in die Läden kam.

Heller - SA 319 Alouette III

Der Bausatz weist eine geringe Anzahl Teile auf und dürfte - wenn man komplett auf Nacharbeiten verzichtet - in wenigen Stunden fertig gebaut sein. Die Teile sind von recht unterschiedlicher Qualität. Für die beiden großen Rumpfteile und Scheiben scheint Heller etwas mehr Mühe investiert zu haben. Alle anderen Teile sind oft nur in den Grundzügen gegossen, eine 2mm tiefe Sinkstelle ist beim Triebwerkgetriebeteil auszumachen. Stark vereinfacht dargestellt sind Triebwerk, Hauptrotorkopf und Getriebe, Rotoren und das Innere der Kabine.

Heller - SA 319 Alouette III

Die Kabine besteht aus strukturlosem Boden und Rückwand, worauf die Rückbank, die zwei Pilotensitze und die Instrumentenkonsole ihren Platz finden. Es sind keinerlei Steuerelemente zu finden, Pilotenfiguren existieren (im Gegensatz zu früheren Auflagen) auch nicht. Die Kabinensitze wirken im Vergleich zu allen anderen Teilen sehr unterdimensioniert. Die ganze Einheit wird in die beiden Klarsichthälften verklebt.

Heller - SA 319 Alouette III

Mit den beiden großen Klarsichtteilen (Halbschalen), welche den ganzen Vorderrumpf bis vor das Hauptgetriebe darstellen, hat Heller die komplizierte Montage von gerundeten Scheiben mehr oder weniger elegant umgangen. Zur Montage ist an der Bugspitze ein Passstift vorhanden. Die entstehende Klebenaht steht im gesamten Bereich etwas vor. Sie kann allerdings etwas kaschiert werden, da sie nie über die Scheiben verläuft, sondern durch die Streben zwischen den Verglasungen. Die Materialdicke ist konstant, d.h. der Einblick ins Cockpit wird kaum verzerrt.

Heller - SA 319 Alouette III

Das Hauptfahrwerk besteht aus drei Streben und zwei Rädern. Für die Querstrebe ist unter dem Rumpf ein Ausschnitt zur Montage eingegossen, die Position der Dämpferstreben ist allerdings nicht vorgegeben, da ein Montagepunkt am Rumpf fehlt. Somit muss man die Winkel und Positionen selber anhand von Vorbildfotos ermitteln. Das Bugfahrwerk ist auch sehr vereinfacht gegossen. Das Fahrwerkbein ist in drei Teile gegliedert, somit muss man den Feder-Winkel selbst bestimmen, der Kolben des Stoßdämpfers ist nicht nachgebildet. Frühere Auflagen enthielten noch Gummireifen (siehe Bauanleitung), diese wurden hier durch Räder aus Kunststoff ersetzt.

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SA 319 Alouette III

 

Das Triebwerk besteht aus einem Block, woran hinten drei Rundteile und vorne eine Antriebswelle montiert werden. Damals hat das noch für eine Darstellung einer Turbine gereicht, allerdings hat diese Darstellung mit dem Original nichts gemeinsam. Das Getriebe wird auf einen statischen Mast geklebt, daran werden drei Steuerstangen und ein Teil der Taumelscheibe geklebt. Darauf wird dann der drehende Teil der Taumelscheibe samt Steuerstangen gesteckt. Oberhalb wird der Hauptrotorkopf platziert und an dessen Blattarmen wiederum die Rotorblätter verklebt. Der Hauptrotor bleibt nach dem Zusammenbau drehbar. Die gesamte Getriebeeinheit und Rotorkopf sind sehr rudimentär, wie ja auch der Rest des Bausatzes. Die Drehrichtungen der Rotoren auf dem Bauplan stimmen, allerdings ist es einfach, die Teile falsch herum zu montieren.

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SA 319 Alouette III

 

Die Decals

Die Decals sind matt gedruckt und weisen keinen Versatz auf. Für die Darstellung der Aufstiegstritte und Öffnungen in den Verschalungen wurden einfach schwarze Decals gedruckt. Es kann die A-398 im Look des Grasshoppers-Kunstflugteams dekoriert werden. Etwas verwirrend ist, dass auf dem Kartondeckel die A-338 gezeigt wird, auf einem kleineren Foto wiederum ein Modell der A-398. Für die Decalanbringung und die Farbgebung ist ein separates Blatt dabei. Da die niederländischen Decals zusammen mit deren Anleitung dem Bausatz zusätzlich beigefügt wurden, ist die Bausatzanleitung immer noch auf die Variante der gelben Alouette III mit dem Kennzeichen F-WJSB ausgelegt. So liegt auch dieser Decalbogen noch in der Schachtel dabei. Die F-WJSB war die zweite Vorserienmaschine und hatte die Seriennummer 004. Auf dem Decalbogen ist fälschlicherweise die S/N “N°001“ gedruckt. Auf beide Decalbögen sollte altershalber verzichtet werden, Ersatz aus der Restekiste oder dem Aftermarket ist sehr zu empfehlen.

Heller - SA 319 Alouette III

Die Bauanleitung

Die Bauanleitung selbst ist auf ein beidseitig bedrucktes A3-Blatt verteilt. Vorderseitig findet man Angaben zur Bemalung (des Vorgängerbausatzes), Inventar der Teile und die Textanleitung; das ganze einmal in deutscher und einmal in englischer Sprache. Rückseitig sind dieselben Arbeitsschritte wie auf der Vorderseite der Anleitung, diesmal in französischer Sprache sowie mit jeweils einem Bild pro Arbeitsschritt. Zwei Ansichten zur Decalanbringung (F-WJSB) vervollständigen die Anleitung.

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SA 319 Alouette III

 

Die Maßstabsdiskussion

Hellers Alouette III wird auf der Schachtel mal mit 1:50, mal mit 1:48 gekennzeichnet, tatsächlich ist der Kit deutlich größer geraten als z. B. Fujimis Alouette III in 1:48 (welche wohl eher 1:50 entspricht als die hellersche Version). Die Maße des zusammengebauten Kits: Rumpflänge (mit Heckrotorschutz) = 241mm, Hauptrotordurchmesser = 258mm, Heckrotordurchmesser = 48mm, Max. Breite des Radfahrwerks = 66mm, Radabstand Bugfahrwerk-Hauptfahrwerk (Außen am Rad gemessen) = 87mm, Gesamthöhe = 72mm. Rechnet man diese Dimensionen auf die Originalgröße um, erhält man ungefähr einen Maßstab zwischen 1:40 und 1:43.

Darstellbare Maschinen:
  • SE.319 Alouette III, A-398, Grasshoppers Aerobatic Team, Dutch Air Force, 1980
  • SE.3160 Alouette III, F-WJSB
Stärken:
  • Drehbarer Hauptrotor
  • Attraktive Decalvariante
Schwächen:
  • Alter des Bausatzes
  • Kein eindeutiger Maßstab
  • Formen nur ansatzweise mit dem Original stimmig
  • Keine Passstifte am Rumpf
  • Schwer zu erwerben, schlechte Verfügbarkeit
Anwendung:

Leicht bis Mittel

Fazit:

Nicht empfehlenswert, außer für den absoluten Liebhaber. Eigentlich ein Modell für Einsteiger (schnell zusammengebaut, einfache Montage), kann man aus diesem Kit kaum mehr ein zeitgemäßes Modell bauen, der Aufwand wäre enorm. Als Alternativprodukt kann Fujimis Alouette III gewählt werden, wobei auch hier mit viel Nacharbeit zu rechnen ist. Die Wachablösung fand 2017 statt mit der Resin-Alouette III von ScaleWorx, welche dem korrekten 1:48er Maßstab entspricht.

Diese Besprechung stammt von Melgg Lütschg - 23. März 2018

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