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Alouette III

(Scale Worx - Nr. SW48-15)

Scale Worx - Alouette III

Produktinfo:

Hersteller:Scale Worx
Sparte:Hubschrauber
Katalog Nummer:SW48-15 - Alouette III
Maßstab:1:48
Kategorie:Bausätze (Resin, Vacu, ...)
Erschienen:2017
Preis:ca. 100 €
Inhalt:
  • 100 Resin-Teile
  • 1 Vacu-Klarsichtteil
  • 1 Aetzteilplatte mit 3 Teilen
  • 1 Decalbogen
  • 1 Bauanleitung

Besprechung:

Nachdem die Produkte von Heller und Fujimi für viele Jahre die einzigen Möglichkeiten für eine Alouette III im größeren Maßstab waren, brachte ScaleWorx Ende 2017 eine 1:48er Alouette III aus eigenen Gussformen auf den Markt.

Scale Worx - Alouette III

Die Teile sind aus blauem Resin. Die beiden größten Teile sind die beiden Rumpfhälften. Diese sind trotz ihrer Größe sehr filigran, an gewissen Stellen kann man beinahe durch den Guss hindurchsehen. Alle Paneltrennlinien sind fein versenkt dargestellt und in ihren Positionen stimmig mit dem Original. Schnellverschlüsse sind als versenkte Punkte angedeutet, die Scharniere der Heckrotorwellenverschalungen sind erhaben. Am Mittelrumpf sind die Aufstiegstritte zu finden, dahinter ist sogar das Gestänge des Rumpfes dargestellt. Ausschnitte für die Fahrwerks-Federbeine, Tankdeckel und Service-Öffnungen sind alle korrekt dargestellt. Nieten sucht man am Rumpf allerdings vergebens, diese sollte man selbst gravieren. Inwändig sind die Rumpfhälften nicht graviert, ein Einblick ist aber lediglich bei der Getriebeplattform und beim Triebwerkabgasrohr möglich. Am Heckträger sind Aufnahmen für die horizontalen Stabilisatorflossen eingegossen, an das Führungsrohr des Heckrotor-Steuerkabels hat ScaleWorx ebenfalls gedacht. Zur Außendetaillierung zählen Pitot-Sonde, Türklinken, Aufstiegstritte, Positionslichter, Antikollisionslichter und Antennen. An einigen Kleinteilen sind beim Guss an deren Ecken und Kanten Luftbläschen entstanden, glücklicherweise bleiben die großen Rumpfteile davon verschont.

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Alouette III

 

Ein weiteres “Hauptstrukturteil“ ist die Getriebeplattform. Darauf angegossen sind bereits das Hauptgetriebe, Öltank, Brandschott, Steuerstangenaufnahmen, eine Box und ein Lüftungsteil. Auf die Plattform werden die Antriebswelle (mit Bremsscheibe), die Heckrotor-Antriebswelle, drei Steuerstangen zur Taumelscheibe und das Triebwerk verklebt. Am Artouste-III-Triebwerk selbst werden die Lufteinlässe, Abluftschläuche und ein paar Kleinteile montiert. Treibstoff-/Ölleitungen und Zündkabel sollte man aus dünnem Draht selber herstellen. Die Schutzgitter der Triebwerk-Lufteinlässe liegen als Ätzteile bei. Im Abgasrohr drin sind die Turbinenschaufeln sehr realistisch wiedergegeben.

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Alouette III

 

Das Hauptfahrwerk besteht aus je einem Stoßdämpfer, einer Querstrebe und einem Rad. Die Positionen werden durch Montagepunkte am Rumpf vorgegeben. Das Bugfahrwerk besteht aus einem Bauteil und kann in beliebiger Dreh-Position verbaut werden, bleibt aber nicht drehbar. Die Reifen weisen ein typisches Profil auf.

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Der Heckrotor-Schutz besteht aus zwei Einzelteilen. Maschinen der SAAF hatten eine Rohr-Verlängerung zum Bug hin montiert, wer eine Alouette III in anderer Konfiguration baut, kann die Verlängerung einfach weglassen. Der Heckrotor besteht aus den drei einzelnen Blättern, dem zentralen Drehteil und einer Steuerpinne. Der zusammengebaute Heckrotor wird am Heckgetriebe auf eine Welle verklebt, bleibt somit nicht drehbar. Der Hauptrotorkopf samt Taumelscheibe besteht aus sechs Einzelteilen, die Steuerstangen und Spannseile zwischen den Blättern müssen in Eigenregie hergestellt werden. Am Hauptrotorkopf werden die Rotorblätter montiert. Diese sind innen mit Draht verstärkt, die Blattarme sind bereits am Rotorblatt angegossen. Die Detaillierung ist auch in diesem Bereich sehr gut gelungen.

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Alouette III

 

Die Piloten-/Passagierkabine besteht aus einem fein strukturierten Boden und einer ebenfalls toll dargestellten Rückwand. Diese hat gewisse Geräte und Kabel schon mit angegossen. Die Instrumentenkonsole ist relativ einfach gehalten, ist aber in ihren Abmessungen korrekt. Alle Steuerelemente sind vorhanden (Pedalen, Kollektivhebel, Cyclic-Hebel). Der Kollektiv-Hebel ist am oberen Anschlag dargestellt, die Position sollte etwas flacher sein. Im Cockpit werden noch zwei Sitze (mit Gurten), ein Drehgriff für die Kabinenheizung und ein Ätzteil-Gitter am linken Kabinenboden verbaut. In der Kabine kann man zwei Klapp-Bänke und den Handfeuerlöscher platzieren. Ein Overhead-Panel findet seinen Platz am Vaku-Teil. Als spezielle Optionen für die südafrikanische Version liegen Notschwimmer, Antennen und eine Rettungswinde mit zwei verschiedenen Haken bei.

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Alouette III

 

Einziges Klarsichtteil ist die Vaku-Haube. Sie umfasst sämtliche Scheiben und Türen sowie die Kabinendecke. Hier ist der Hersteller wohl an seine Fertigungsgrenzen gestoßen: Die Sicht durch das Material ist zwar noch knapp im akzeptablen Rahmen, die Streben und Rumpfstruktur sind aber ziemlich unscharf geprägt. Da die Vaku-Haube nicht separat verpackt ist, sind Kratzer und Beschädigungen vorprogrammiert. War der Level beim Bau des Rumpfes noch bei “leicht“, ist der Einbau der Vaku-Haube die wohl größte Herausforderung beim Bauen und dürfte den Level “Experte“ erreichen. Es wäre sinnvoll gewesen, dem Bausatz bei dem Preis eine zweite Haube als Reserve beizulegen.

Scale Worx - Alouette III

Scale Worx - Alouette III

Die Decals

Der kleine Decalbogen beinhaltet alle Decals zur Darstellung einer Maschine der SAAF (sogar die Rotorblatt-S/N sind für beide Rotoren gedruckt). Die Decals sind scharf gedruckt, selbst die kleinste Schrift ist noch lesbar. Leider ist auch ein Farbversatz der weißen Farbe zu finden, außerdem ist der Trägerfilm mehr gekleckert als gespritzt worden.

Scale Worx - Alouette III

Die Bauanleitung

Die sehr übersichtlich gestaltete Bauanleitung ist auf vier A4-Zettel verteilt. Farbangaben zum Innenbereich und zu den einzelnen Komponenten werden gemacht, jedoch ohne auf ein bestimmtes Farbsortiment mit Nummern zu verweisen. Gewisse Komponenten, wie die Rettungswinde, Bugantennen und Kleinteile, werden in ihrer Bauposition nur ungenügend beschrieben, Vorbildfotos sind empfehlenswert. Zur Außenlackierung und Decalanbringung sind zwei Schwarz-Weiß-Seitenansichten gedruckt. Hier wären Seitenansichten in Farbe wünschenswert.

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Alouette III

 

Darstellbare Maschinen:
Alouette III, N° 54, SAAF
Stärken:
  • Endlich eine korrekte Alouette III in 1:48
  • Qualität der Resin-Teile
  • Attraktive Version und Decalvariante
  • Drahtverstärkte Rotorblätter und Fahrwerksstreben
  • Rettungswinde, Floats
Schwächen:
  • Vacu-Haube
  • Hoher Anschaffungspreis
  • Decals, nur 1 Decalvariante
Anwendung:

Mittel

Fazit:

Empfehlenswert. Für den Anschaffungspreis liegen die Erwartungen natürlich sehr hoch. Von größeren Fehlern ist hier keine Rede, im Gesamten stören die kleinen Fehler (Decaldruck, Vacu-Haube, Luftbläschen) halt doch etwas. Die ScaleWorx Alouette 3 gilt nun als neue Messlatte vor Fujimis Alouette 3. In Punkten ausgedrückt: 8/10. Es bleibt zu hoffen, dass sich ein größerer Hersteller an die 1:48 Alouette 3 in Spritzguss wagt und dass es dazu nicht dreißig Jahre Wartezeit braucht.

Weitere Infos:

Anmerkungen:

Die beigefügten Foto-Vergleiche (Heller/Fujimi/ScaleWorx) zeigen die Evolution der Alouette III in 1:48. Außerdem ist noch ein Auszug aus den A III-Unterhaltsvorschriften mit den korrekten Maßen als Referenz beigelegt.

Diese Besprechung stammt von Melgg Lütschg - 17. April 2018

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