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H.M.S Victory

(Revell - Nr. H-5423)

Revell - H.M.S Victory

Produktinfo:

Hersteller:Revell
Sparte:Schiffe Militär Militär bis 1939
Katalog Nummer:H-5423 - H.M.S Victory
Maßstab:1:225
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:1985
Preis:antiquarisch
Inhalt:
  • 7 Spritzlinge und 2 lose Rumpfhälften
  • 1 Kunststoffbogen mit Segeln aus Vaku-Tiefziehtechnik
  • 1 Flaggensatz aus Papier
  • 1 dickerer Faden für die Ankerkette
  • 2 Sterne mit Garn (beige und schwarz)
  • 1 Bauanleitung

Besprechung:

Die Geschichte des Schiffes

Neben der Santa Maria und der Bounty dürfte die Victory zu den berühmtesten Segelschiffen der Welt zählen. 1765 vom Stapel gelaufen ist sie das älteste Kriegschiff der Welt das noch von einer Marine genutzt wird. Seetüchtig aufgeriggt und ausgerüstet wurde sie jedoch erst 1778, nach zwölf Jahren Liegezeit als Reserve. Es folgt die Feuertaufe in der Schlacht vor Ouessant, hier und in den folgenden Gefechten gegen Frankreich begründet sie ihren Ruf als ein sehr schnelles Schiff.

Sie fuhr unter verschiedenen Kapitänen und Admiralen, die bekanntesten dabei sind Thomas Masterman Hardy unter Nelson, Keppel, Jervis und natürlich Viscount Horatio Nelson. Die Victory war oft als Flaggschiff eingesetzt, tat aber auch Dienst als Lazarett- oder Wohnschiff für Seeoffiziere und als Truppentransporter nach Nicaragua und in die Ostsee.

Seit der 1928 abgeschlossenen Restaurierung liegt das Schiff im ältesten Trockendock der Welt, dem Dock 2 in der Portsmouth Navy Yard. Ihr heutiger Zustand soll dem zur Zeit der Trafalgarschlacht entsprechen, nach dieser Schlacht war sie so stark beschädigt das sie von einem anderen Schiff nach Gibraltar geschleppt werden musste. Als Museumsschiff ist sie für jedermann begehbar, gelegentlich finden auf ihr offizielle Marineempfänge statt.

Quelle: Wikipedia / Battle of Trafalgar Set

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H.M.S Victory

 

Der Bausatz

Der Bausatz von Revell scheint mir recht selten zu sein. Am Karton selbst war keine Nummer aufgedruckt, auf den Bauplanseiten ist die wiederkehrende Nummer 5423 (-0389) angegeben. Aktuell ist der Bausatz nur schwer aufzutreiben, eigentlich schade denn man kann einiges daraus machen... Möglicherweise gibt es den Bausatz von einem anderen Hersteller.

Wie so oft sind die Maßstabsangaben besonders bei Segelschiffbausätzen ein echtes Kuriosum. In diesem Fall besonders interessant da auf dem Karton bereits zwei (!) unterschiedliche Angaben stehen. Auf der Oberseite ist das Verkleinerungsverhältnis mit 1:225 angegeben, an der Seite des Kartons steht der Maßstab mit 1:130. Beide sind falsch, ist aber auch nicht weiter schlimm. Ein Vergleich mit den Daten der Original-Victory (Kiellänge 42,8 m) und der Kiellänge des Modells mit rund 15 cm ergibt einen tatsächlichen Maßstab von 1:288. Macht auch mehr Sinn als die schrägen „Box scales". Als einzeln stehendes Modell ist der Maßstab auch eigentlich egal, bei einem Diorama jedoch insofern wichtig wenn das Modell mit passenden Figuren belebt werden soll.

Aufgrund der falschen Maßstabsangaben wird dieser Bausatz gern mit dem etwas größeren Victory-Modell von Revell verwechselt. Der Maßstab dieses größeren Modells sollte etwa 1:180 sein - entgegen den Angaben meines eigenen Berichtes sind die Angaben auf dem Karton also nicht mit dem Modell übereinstimmend. Kurios dabei ist, das dieses etwas größere Modell auch mit der Angabe 1:146 angeboten wird. Der Vergleich der beiden Halbrümpfe zeigt deutlich den Unterschied.

Die knapp 60 Teile des vorliegenden Bausatzes sind in drei Farben gespritzt, zwei verschiedene Brauntöne und schwarze Wanten, hinzu kommen die tiefgezogenen Plastiksegel, ein Satz schlecht gedruckte Flaggen, zwei Sterne mit beigem und schwarzem Garn sowie ein etwas dickerer Faden als Ankerkabel. Rumpf und Deck sind sehr detailliert, fast schon spielerisch mit eigentlich völlig übertriebener Holz- und Plankenstruktur. Geschmackssache sind die Taubunschen an Deck, für diesen Maßstab ganz gut dargestellt.

Kanonen, Boote und Masten mit Stengen sind jeweils einteilig gespritzt, Relinge sind zu dick geraten, die Marsplattformen sind vollkommen unstrukturiert. Mit vier Ankern ist dieser Bausatz im Vergleich zu anderen gut ausgerüstet, das Wappenschild als Galionsfigur ist trotz seiner Kleinheit zwar detailliert aber leider nur als Flachrelief wiedergegeben, den Spruch des Hosenbandordens -"honi soit qui mal y pense" - ein Schelm, wer Böses dabei denkt" - ist freilich nicht lesbar.

Die schwarzen Wanten sind mit fünf Wantpaaren pro Untermast viel zu wenig, die echten Schiffe dieser Größe trugen zehn bis 16 Wantpaare pro Mast. Die Plastiksegel sind mit sehr stark hervortretenden Kleidersäumen etwas übertrieben strukturiert.

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Die Bauteile

Die Gussäste sind ohne einen umlaufenden Rahmen in einer Tüte verpackt, auf insgesamt sieben Ästen sind die kapp 60 Teile dreifarbig gespritzt. Die Qualität des Bausatzes ist sehr unterschiedlich. Einerseits sind viele Details liebevoll abgebildet, andererseits gibt es auch viele Grobheiten. Einige Bauteile sind zu dick geraten, es gibt gut sichtbare Sinkstellen und zum Beispiel an den Marsplattformen wurden einfach darstellbare Details weg gelassen. Am Süll der Decksluken ist Bereitschaftsmunition dargestellt, die Grätings jedoch haben rechteckige Öffnungen...Die Passgenauigkeit ist gut, beim Zusammenfügen von Decksmontage und Rumpfhälften geriet meine Geduld etwas an ihre Grenzen, dies mag man jedoch nicht unbedingt dem Bausatz anlasten.

Der Baupan

Der einfach gehaltene Bauplan in schwarz-weiß mit sechs Seiten beschreibt den Bau des Schiffmodells in sieben Baustufen. Der eigentliche Bau von Rumpf und Masten sind mit Explosionszeichnungen dargestellt, für den stark vereinfachten Takelriß reichen drei Seitenansichten des Schiffchens. Insgesamt einfach und übersichtlich - der Teileanzahl angepasst.

Stärken:

Der Bausatz spiegelt ein gutes Bild des Original wieder

Schwächen:

Wegen der Kleinheit des Modells hat der Bausatz einige Fehler und Macken

Anwendung:

Aus dem Kasten gebaut auch für Anfänger geeignet

Fazit:

Als Fazit steht, dieser Bausatz ergibt ein hübsches kleines Modell das mit diesem Maßstab etwas aus dem Rahmen fällt. O. o. B. für Anfänger gut geeignet, bieten Rumpf und Untermasten für fortgeschrittenere Modellbauer eine gute Basis um etwas mehr aus diesem sehr seltenen Bausatz zu machen.

Ein Bericht zum Bau und Umbau des Modells folgt in Kürze.

Diese Besprechung stammt von Frank Brüninghaus - 25. Juni 2020

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