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MiG-17F Fresco C

(HobbyBoss - Nr. 80334)

HobbyBoss - MiG-17F Fresco C

Produktinfo:

Hersteller:HobbyBoss
Sparte:Flugzeuge Militär Modern
Katalog Nummer:80334 - MiG-17F Fresco C
Maßstab:1:48
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:September 2008
Preis:ca. 20 €
Inhalt:
  • 7 Spritzrahmen, 128 Teile
  • 2 klare Spritzrahmen, 7 Teile
  • 1 Decalbogen
  • 1 Bauanleitung1 farbige Bemalungsanleitung

Besprechung:

HobbyBoss schickt sich an, den Markt ganz gehörig durcheinander zu wirbeln. Als vor nicht allzulanger Zeit diese neue Firma mit einfachen Zusammensteck-Bausätzen die Bühne betrat, wurde sie noch von manchem etwas müde belächelt. Aber bei genauerem Hinsehen entpuppte sich mancher dieser Bausätze jedoch als echte Bereicherung, da außerordentlich gut proportioniert - als Beispiel sei mal die MiG-3 in 1:72 genannt.

Danach folgten erste Bausätze mit richtig vielen Teilen. Einige Exemplare erinnerten jedoch sehr stark an bereits vorhandene Bausätze anderer Anbieter. Seis drum, dies alles waren wohl nur Schritte auf einer steilen Lernkurve in Richtung "Selbstständikeit". Inzwischen bietet HobbyBoss Kits an, die eine eigene Handschrift erkennen lassen. Zweifelsohne gehört hierzu auch die vorzustellende MiG-17F.

Für den Bau einer MiG-17F in 1:48 hatte man bisher zwei Möglichkeiten, entweder Smer(Airfix) oder Hobbycraft. Während der Hobbycraft-Bausatz eher dem Original ähnelt, ist der Smer-Bausatz diesem schon sehr gut nachempfunden. Wenn man sich an den etwas groben Oberflächendetails nicht stört, oder sich zu behelfen weiß, kann man daraus ein richtig gutes Modell einer MiG-17F bauen. Zwei nicht so leicht zu behebende Probleme gibt es aber dennoch beim Smer-Kit. Zum einen die große Matrialdicke der Klarsichtteile und zum anderen die wirklich schlecht abgespritzten Räder (unsymmetrisch und nicht vollständig ausgeformt). Daher wurden durch die Ankündigung von HobbyBoss, dieses Modell zu realisieren, Hoffnungen geweckt. Da die MiG-17 lange Jahre im Bestand der Volksbefreiungsarmee war, sollte die Formtreue kein Problem darstellen.

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MiG-17F Fresco C

 

Also schauen wir mal rein, in die Kiste. Der Inhalt folgt dem "Quasi-China-Standard", wie ihn auch Trumpeter "pflegt" - alle Spritzrahmen sind separat verpackt, eine übersichtliche und verständliche Bauanleitung im Format A4 und als Beiblatt ein farbig bedruckter Bogen mit den enthaltenen Markierungsvarianten als Bemalungsvorschläge.

Beim Betrachten der Spritzrahmen fällt sofort die Modularität der einzelnen Rahmen auf. Zum Beispiel ist alles, was zum Bau des Rumpfbuges notwendig ist, auf einem Rahmen, und kann so in einer weiteren Ausgabe gegen einen anderen, der Teile für eine Funkmessvariante MiG-17PF enthält, getauscht werden. Entsprechende Ankündigungen seitens HobbyBoss gibt es. Der Rumpf besteht also aus fünf großen Rumpfteilen. Das macht die Montage etwas aufwändiger, sollte jedoch durch einen halbwegs erfahrenen Modellbauer beherrschbar sein. Die vertikale Trennung des Rumpfes verläuft an gleicher Stelle wie beim Original. Zum schon mal angeführten "Quasi-China-Standard" gehört inzwischen auch die Beigabe eines kompletten Triebwerkes. Das ist auch hier nicht anders...Teile über Teile...

Im direkten Vergleich mit dem Kit von Smer fällt auf, dass der Rumpf etwas dicker ist und am Heck ein satter halber Zentimeter fehlt. Egal wo man das Teil hinhält, Foto oder Riss, es fehlt einfach. Das Seitenleitwerk sitzt allerdings an der richtigen Stelle. Smer hat an dieser Stelle die korrekte Länge des Rumpfes. Die Tragflächen unterscheiden sich noch deutlicher. Die Flügeltiefe ist beim HobbyBoss-Bausatz um ca. einen halben Zentimeter größer. Zu entsprechend skalierten Zeichnung aus der "Awiazia Wremja" sind die Teile von HobbyBoss allerdings deckungsgleich. Das löst das Problem aber noch nicht, da eine bemaßte Übersichtszeichung aus alten NVA-Dienstvorschriften eindeutig belegt, das die Flügeltiefe bei beiden Bausätzen zu groß ist. Beim HobbyBoss wäre desweiteren zu vermerken, dass der Knick an der Tragflächenvorderkante zu subtil ausfällt. Da der Flügel sowieso zu tief ist, könnte man beide Fehler mit einer Feil-Aktion beheben. Schön hingegen ist der Übergang Fläche-Rumpf an der Vorderkante gelöst. Hier sitzt im Original ein Blech, welches um die Vorderkante herum einerseits und am Rumpf (also senkrecht dazu) andererseits befestigt ist. Dieses Blech hat demzufolge einen recht "großen" Radius. Wie überhaupt die MiG-17 generell eine eher runde als spitze Tragflächenvorderkante besitzt. Dieses Detail ist von HobbyBoss besser getroffen als von Smer.

Bei den Außenlasten hat der HobbyBoss-Kit Vorteile. Bei beiden sind die typischen Träger nebst den dazugehörenden Mars-Behältern vorhanden. Beim HobbyBoss kommen noch zwei Bomben FAB-250 dazu. Die Zusatztanks sind in ihrer Form sehr stimmig und gefallen etwas besser als beim Smer-Kit.

Funkentfernungsmesser in der Bugluke, bis auf die Sinkstellen vorbildlichCockpi, detailierte SeitenkonsolenTriebwerksteileÜbergang Fläche Rumpf, sehr nahe am OriginalBremsklappe von innenFelgen o.k., Reifen mit übertriebenem ProfilHervorragende Innenstruktur der Flügel und Klappen
Funkkompass, etwas zu präsent

Funkentfernungsmesser in der Bugluke, bis auf die Sinkstellen vorbildlich

Funkentfernungsmesser in der Bugluke, bis auf die Sinkstellen vorbildlich 

Zu den Oberflächendetails wäre anzumerken, dass im direkten Vergleich der HobbyBoss-Kit auf der Höhe der Zeit ist und den Smer-Bausatz ganz klar deklassiert - feine, versenkte Panellinien und ein paar wenige und dezente(!) Nietreihen. Die Details im Cockpit lassen auch wenig vermissen. Schläuche und Leitungen sind da, allerdings, und das ist dem Spritzguß geschuldet, nur halbrund. Hervorzuheben sind die Innenseiten der separat vorliegenden Brems-, Lande- und Fahrwerksklappen.

Zu den eingangs erwähnten zwei Problemen des Smer-Kits ist zu sagen, dass diese Teile auch bei HobbyBoss nicht so ganz ohne Nacharbeit auskommen. Bei der Haube sind die Streben eindeutig zu breit. Man sollte sie plan schleifen und anschließend polieren. Die Antenne des Funkkompasses (die Längsrillen) im Schiebeteil hätte subtiler ausfallen sollen. Sie ganz wegzulassen, wäre vielleicht die bessere Wahl gewesen. Im Original sind das recht dünne Drähte, die schon ab einer geringen Entfernung fast nicht mehr wahrgenommen werden. Aber auch dieses ist durch Schleifen/Polieren behebbar, so man das denn möchte. Bei den Felgen der Räder fallen wie beim restlichen Kit die liebevoll ausgearbeiteten Details auf, die Rillen im Reifen sind dagegen wieder zu deutlich ausgeformt - entweder verfüllt man diese oder schaut sich bei diversen Zurüstsatzanbietern nach MiG-15 Rädern um.

UdSSR, DDRVietnamDecals, falsche NVA-Hoheitszeichen, keine Wartungshinweise

UdSSR, DDR

UdSSR, DDR 

Der Decalbogen ist recht übersichtlich und enthält neben den taktischen Nummern die Hoheitszeichen. Wartungsaufschriften sucht man vergebens. Bei den Markierungsoptionen sind leichte Zweifel anzumelden. Die NVA-Hoheitszeichen sind schlicht und ergreifend falsch. Gut, dass es ausreichend Alternativen auf dem Zubehörsekor gibt. Die taktischen Nummern hingegen hauen ganz gut hin. Im Übrigen steht die "905" heute in Gatow und war in ihrem "richtigen" Leben Jagdbomber im JBG-37 in Drewitz bis zum 30.12.1984. Bei der sowjetischen Variante halte ich die vierstellige taktische Nummer für zumindestens fragwürdig. Typisch für diese Zeit sind eher zweistellige Nummern bei sowjetischen Jägern. Rein technisch gibt es an den Decals allerdings nichts auszusetzen. Sie sind dünn, versatzfrei gedruckt und glänzend.

Die Farbangaben der Bemalungsvorschläge beziehen sich auf Mr.Hobby, Vallejo, Model Master, Tamiya und Humbrol.

Darstellbare Maschinen:
  • North Vietnamese Air Force MiG-17F, neun Abschußmarkierungen, naturmetall
  • Soviet Air Force MiG-17F (Seriennummer 0415378), naturmetall
  • East German Air Force MiG-17F (905)

Fazit:

Ist das nun die Wachablösung für den Smer-Kit? Die Frage kann sich eigentlich nur jeder für sich beantworten. Ich tendiere zu einem vorsichtigen Ja. Wer ein möglichst vorbildnahes Modell bauen will, welches auch gewisse Ansprüche an Detaillierung stellt, der wird vermutlich den Kit von HobbyBoss als Grundlage verwenden. Wer schnell ein eher einfaches Modell bauen will, wird wahrscheinlich den Bausatz von Smer nehmen, oder etwas zögern und dann doch zu HobbyBoss greifen...die vielen fein ausgearbeiteten Details sind einfach zu verlockend...

Weitere Infos:

Referenzen:
  • Mikoyan-Gurevich MiG-17, Aerofax, Yefim Gordon, ISBN 1 85780 107 5
  • Flugzeuge der DDR Band 1, Detlef Billig u. Manfred Meyer, ISBN 3 613 02198 6

Diese Besprechung stammt von Kai Röther - 21. September 2009

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