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Focke Wulf Fw 200 C-4 Condor

(Trumpeter - Nr. 02814)

Trumpeter - Focke Wulf Fw 200 C-4 Condor

Produktinfo:

Hersteller:Trumpeter
Sparte:Flugzeuge Militär WK2
Katalog Nummer:02814 - Focke Wulf Fw 200 C-4 Condor
Maßstab:1:48
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Preis:ca. 65,00 €
Inhalt:
  • 6 Spritzgußrahmen in hellgrauem Kunststoff
  • 1 Spritzgußrahmen in transparentem Kunststoff
  • 1 Decalbogen zur Darstellung von zwei Maschinen
  • 2 durchgängige Rumpfhälften
  • 1 Reprofilm zur Darstellung der Instrumentenskalen
  • Besprechung:

    Das ist sie nun also, die "Geißel des Atlantiks" im Maßstab 1:48. Bis zum Schluß habe ich nicht wirklich daran geglaubt, dass diesen von mir innig gehegten Wunsch je ein Hersteller zu erfüllen vermag. Trumpeter hat es mal wieder getan und der erste und auch zweite andächtige aber auch eher kritische Blick in den Karton signalisiert wirlich Großes. Zwar konnte sich Trumpeter einmal mehr nicht verkneifen, Sachen im Detail darzustellen die man später kaum oder gar nicht mehr sieht, aber dazu später mehr. Trotz dieser Details fällt auf, dass sich Trumpeter dieses Mal eher zurückhält als mit einer unüberschaubaren Zahl von Teilen zu protzen. Was man an Teilen im Karton entdeckt, erweckt eher den Eindruck, dass man sich zurückgehalten hat. Ein erster Vergleich mit einem eiligst auf den Maßstab 1:48 hochkopierten Reko Maßstabsblatt zeigt, dass der Rumpf maßhaltig und stimmig reproduziert wurde. Als durchaus fein kann man die Darstellung der Nietreihen bezeichnen. Die Teile sind allesamt nahezu überall gratfrei gespritzt und durchaus als nicht zu dick einzuschätzen. Die Kanonenläufe lasse ich hierbei mal außenvor, die ähneln eher Besenstielen und sollten ersetzt werden.

    Bei den Maxi Abmessungen von 47 cm Rumpf...
    Bei den Maxi Abmessungen von 47 cm Rumpf...

    Ehe wir uns mit den Teilen eingehender beschäftigen, ein Rückbau des von Trumpeter gewählten C-4 Musters in eine Zivilmaschine oder Reisemaschine des OKW ist NICHT oder nur unter sehr großem Aufwand möglich. Die Rumpfhälften weisen weder die dafür benötigte Anzahl an Fenstern, noch die Innendetails auf. Im Falle der zivilen Verkehrsmaschine müssten sowieso das Fahrwerk und die Motoren komplett abgeändert werden. Aber zurück zu unserem C-4 Muster. Das Flugdeck liegt dem Bausatz, wenn auch unterteilt, in gesamter Länge bei. Hier können neben dem recht gut detaillierten Cockpit auch der Bereich des Funkers und der des Bordingenieurs in ansprechender Detaillierung wiedergegeben werden. Die zur Erreichung eines großen Einsatzraumes benötigten Tanks wurden komplett beigelegt! Im Cockpit stört ein wenig die Dicke der Steuersäulenteile. Allerdings sieht man von selbigen später nahzu nichts mehr!

    ... und gut 70 cm Spannweite dürfte die Vitrine schon mal großflächig geräumt werden!
    ... und gut 70 cm Spannweite dürfte die Vitrine schon mal großflächig geräumt werden!

    Die Tankanlage ist von der Teilezahl und der Detaillierung her mal wieder ein Kit für sich und da ist es schon eher schade, dass man später ebenfalls nicht mehr viel davon sehen wird. Bei den Tragflächenrudern hat sich Trumpeter zwar dazu entschlossen, diese seperat zu fertigen, jedoch wurde auf den aufwändigen Schnickschnack mit Ätzteilen und Stahlstäben zur Darstellung eingelenkter Ruder verzichtet - gut so! Auch die Motoren sind dieses Mal nur als Relief des ersten und zweiten Zylinderringes dargestellt, ob ich mich darüber freuen soll, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht, hier werden beim späteren Bau Farbe und Effekte zeigen ob das ausreichend ist. Genau so hätte ich mich sicher über separate Propellerblätter und Spinner gefreut, aber nörgeln liegt mir in Anbetracht des jetzt nur erhältlichen Modells fern. Die fächerförmigen Abgastrichter liegen einzeln gespritz bei, eine gute Entscheidung!

    Die Quer-, Seiten- und Höhenruder sind einlenkbar darstellbar.
    Die Quer-, Seiten- und Höhenruder sind einlenkbar darstellbar.

    Die Lüftergitter der Lufteintritte an den Motoren sind ebenfalls "nur" als Spritzgußteil vorhanden, hier wird später eindeutig ein Ätzteile-Hersteller positiv punkten können! Sieht man einmal von der "Superdetaillierung" des Innenraumes/ Tankanlage ab, hat sich Trumpeter bei diesem Bausatz wirklich eher auf die Darstellung der wesentlichen Teile begrenzt, ob ich darüber glücklich bin; ich weiß es ehrlich gesagt auch noch nicht. Erfreulich der Entschluß, die Räder als Kunststoffteile darzustellen, die Gummireifen die Trumpeter bisher gerne mal lieferte waren nicht mein Ding.

    Zweimal vorhanden, der Spitzling für Motoren und Fahrwerke.
    Zweimal vorhanden, der Spitzling für Motoren und Fahrwerke.

    Als eher kritisch sehe ich da jetzt schon einmal die Tatsache, dass die Tragflächen ohne jeglichen Spant zur Stützung auskommen sollen! Auch sehe ich der Aufteilung der Tragflächenteile mit durchgängigem Unterflügel im Bereich des Rumpfes mit anschließenden Tragflächenteilen, eher mit Unbehagen entgegen. Hier erwartet den Modellbauer erfahrungsgemäß viel Arbeit um Passungsprobleme zu beseitigen und Stabilität in das Ganze zu bekommen. Auch machen die Tragflächen im Trennungsbereich einen Knick mit anschließendem "Aufschwung", hier muß sehr sauber gearbeit werden, weil sonst später die gesamte Symmetrie des Modells darunter leiden würde, wenn ein Flügel hängt und der andere himmelwärts strebt! Aber auch hier wird der Bau der Maschine zeigen, ob sich diese Zweifel bewahrheiten.

    ...Trumpeter typisch einmal mehr sehr detailliert dargestellt, Teile der "Inneneinrichtung".
    ...Trumpeter typisch einmal mehr sehr detailliert dargestellt, Teile der "Inneneinrichtung".

    Die Glasteile sind ein Thema für sich. Hier zeigt Trumpeter das ganze Können modernen Formenbaus auf. Die später zu lackierenden Flächen sind mattiert und selbst der Bereich des hinteren Waffenstandes wurde in einem Stück und in geöffneter Position dargestellt. Warum aber auch, genau so wie bei einigen vorherigen Kits, das Armaturenbrett als Klarsichtteil mit durchbrochenen Instrumentengläsern dargestellt wurde ..... ich weiß es bis heute nicht! Die Decals sind von ordentlicher Qualität, erscheinen aber irgendwie sehr dick und "fleckig". Gerade im Bereich der doch etwas größer geratenen Balkenkreuze verursacht das bei mir ein weing Bauchschmerzen. Ob sich das gibt, wird der spätere Bau zeigen. So oder so werden sich in naher Zukunft die Aftermarket Hersteller dieses Bausatzes annehmen, dazu werden sicherlich auch diverse Decalbögen kommen.

    Flugdeck, Spanten, an so ziemlich alles hat Trumpeter gedacht.
    Flugdeck, Spanten, an so ziemlich alles hat Trumpeter gedacht.

    Diese Mal gibt es sogar auch Angaben zu Farbherstellern! Alle Farbangaben beziehen sich auf Farben aus dem Hause Gunze, hier tappte man noch vor gar nicht langer Zeit im Dunklen und mußte eher raten. Alles in allem hat hier Trumpeter auf den ersten Blick solide Modellbauer-Hausmannskost geliefert. Ob die oben genannten Probleme und Zweifel sich bewahrheiten werden, muß man sehen. Also Klinge gewetzt, Farbe angrührt und den Kleister aus der Ecke geholt, es ist angerichtet!

    Die vordern Triebwerkszylinderreihen, hier fehlen die Haubenstreben!
    Die vordern Triebwerkszylinderreihen, hier fehlen die Haubenstreben!

    Gerne hätte ich hier einzelne Propblätter gesehen.
    Gerne hätte ich hier einzelne Propblätter gesehen.

    Die Glasteile sind ein absolutes Highlight, wenn sie jetzt noch passen...
    Die Glasteile sind ein absolutes Highlight, wenn sie jetzt noch passen...

    Decalbogen und Farbangaben, sowei Trägerfilm für das Instrumentenbrett.
    Decalbogen und Farbangaben, sowei Trägerfilm für das Instrumentenbrett.

    Darstellbare Maschinen:
    • 2 Maschinen der 1./KG40 vermutlich aus dem Jahre 1940. Dabei handelt es sich um die Maschinen mit der Rufkennung F8+CS und F8+AA
    Stärken: Dass sich überhaut jemand dieses Riesenvogels angenommen hat, ist neben dem für diese Größe moderaten Preis der Vorteil schlechthin.
    Schwächen: Tja, hier kann man wohl eher nur orakeln und lediglich unter dem Aspekt der subjektiven ersten Einblicke seine Zweifel äußern. Über Sinn und Unsinn kann man sich eh streiten, aber gerade auf Grund der Größe dieses Bausatzes sehe ich die größten Probleme im Bereich der Tragflächen/ des Rumpfes. Ob sich das aber alles bewahrheiten wird, kann erst der Bau des Modells zeigen.
    Anwendung: Mittel bis schwer, m.E. eher nichts für den Hobbyeinsteiger. Trotz der doch eher übersichtlichen Teilezahl ist da immer noch die oben bereits angesprochen Symmetrie der Flügel, die mich hier zu diesem Schluß kommen läßt.

    Fazit:

    Eine klare Beurteilung des Bausatzes fällt mir im Augenblick nicht leicht. Einerseits ist es erfreulich, dass sich überhaupt jemand an solch ein Riesenmodell gewagt hat. Andererseits ist die Aufteilung der Teile, die Größe an sich und noch so einiges andere abwägenswert vor dem Kauf dieses Modells. Die Größe des Modells und der Preis wird die Zahl derjenigen, die das Modell aber auch wirklich bauen eh einschränken und von denen gehe ich einmal aus, dass sie wissen auf was sie sich sich da einlassen!

    Weitere Infos:

    Referenzen: u.a.
    • Reko Maßstabsblatt Nr. 40
    • Wydawnictwo Militaria Nr. 7 Fw 200 im Detail

    Diese Besprechung stammt von Jörg Bohnstedt - 14. Juli 2005

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